Schlechte Nachrichten für Reisende

Thomas-Cook-Hammer: Hunderte Millionen fehlen, um Urlauber zu entschädigen

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Einen Monat nach der Pleite von Thomas Cook hat jetzt ein weiteres Reiseunternehmen Konkurs gemeldet. 

Nach der Insolvenz des Pauschalreise-Veranstalters Thomas Cook werden wohl hunderttausende Kunden trotz eines Reisesicherungsscheins nur einen Bruchteil ihres Geldes wiederbekommen.

Update vom 27. Oktober 2019: Die deutsche Thomas Cook habe zum Zeitpunkt der Insolvenz Ende September 660.000 Buchungen im Gesamtwert von 500 Millionen Euro gehabt, berichtete die "Bild am Sonntag". Thomas-Cook-Versicherer Zurich muss jedoch nur einen Schaden von maximal 110 Millionen Euro zahlen.

Damit fehlen rund 400 Millionen Euro, um alle Thomas-Cook-Urlauber zu entschädigen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert daher, dass nun der Staat für die fehlende Urlauber-Entschädigung einspringt. In einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) schreiben die Verbraucherschützer laut "BamS", Scholz solle "entsprechende Finanzmittel im Haushalt zurückstellen und somit für eine vollständige Entschädigung der Thomas-Cook-Kunden sorgen".

Thomas-Cook-Insolvenz: Jetzt ist ein weiterer Reiseanbieter pleite

Unser Artikel vom 14. Oktober 2019:

Berlin - Ausgefallene Flüge, lange Warteschleifen und große Unsicherheiten: Die Pleite von Thomas Cook hat im September vielen den Urlaub, wenn nicht sogar komplett die Reiselust vermasselt. Der Konkurs des Reisegiganten bringt nun weitere Folgen mit sich: Auch Tour Vital hat sich insolvent gemeldet. Das ist der Homepage des Anbieters zu entnehmen.

Die Nachricht kommt überraschend: Noch vor kurzem hatte der Reiseanbieter seine Kunden laut chip.de darüber informiert, dass die Tour Vital Touristik GmbH nicht von der Insolvenz von Thomas Cook betroffen sei. Geplante Reisen würden weiterhin normal stattfinden. Ein besonders bitterer Nachgeschmack: Kurz vor seinem Konkurs hatte das Unternehmen laut chip.de noch mit Reiseangeboten gelockt. Nun gibt Stiftung Warentest Kunden Tipps, wie sie sich von Thomas Cook ihr Geld zurückholen*.

Nach Pleite von Thomas Cook: auch Tour Vital Touristik ist insolvent

So ärgerlich diese Pleite auch für die Verbraucher ist: Trotzdem gibt es Hoffnung, wieder an sein bereits bezahltes Geld zu kommen. Dazu können sich Betroffene laut Tour-Vital-Homepage an Zürich Insurance Plc. wenden. Der Versicherer verlangt den Sicherungsschein, der sich auf der Rückseite des Dokuments oder an der Buchungsbestätigung befindet. Alle Pauschalreisen sind bis zu einem Höchstbetrag von 110 Millionen Euro versichert. Wenn das Geld weg ist, muss der deutsche Staat einspringen. "Die versicherte Haftungssumme wird möglicherweise nicht ausreichen, um alle Ansprüche zu befriedigen", heißt es dazu auf der Homepage. 

Video: So nutzen Betrüger jetzt die Pleite von Thomas Cook aus

Konkurs von Tour Vital - Betroffene können sich an Versicherung wenden

Ob es bei der Pleite von Tour Vital bleibt? Weitere Insolvenzen auf dem deutschen Reisemarkt sind nicht auszuschließen. Denn es ist gut möglich, dass sich die Auswirkungen vom großen Cook-Konkurs erst jetzt wirklich bemerkbar machen. Experten sprechen sogar von einer Marktbereinigung, die momentan stattfinde.

Auch dieEU-Kommission hat mittlerweile auf die drohende Tourismus-Krise reagiert - und einen staatlichen Überbrückungskredit genehmigt. Andere Unternehmen schlagen aus der Thomas-Cook-Pleite Profit - wie etwa der Billigflieger Easyjet.

Von der Schließung bedroht ist ein bekannter deutscher Suppenhersteller. Ein Streit mit dem Handelsunternehmen Kaufland könnte eine große Rolle spielen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerks.

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