Prognose

Schnelle Erholung der EU-Wirtschaft - aber mögliche Hürden

Europäische Kommission
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Flaggen der Europäischen Union wehen im Wind vor dem Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel.

Die EU-Kommission hebt ihre Wachstumsprognose dieses Jahr an. Für das nächste Jahr aber werden die Erwartungen für die Union gedämpft. Lieferengpässe machen auch Deutschland zu schaffen.

Brüssel - Die Wirtschaft in der Europäischen Union erholt sich nach einer Prognose der EU-Kommission schneller als erwartet.

Das Wachstum könnte jedoch durch eine neue Welle an Corona-Infektionen, hohe Energiepreise und andauernde Lieferketten-Engpässe gedämpft werden, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag bekanntgab. Die deutsche Wachstumsprognose für dieses Jahr wurde stark nach unten korrigiert.

Die Kommission hob ihre Wachstumsprognose für die gesamte EU für dieses Jahr auf 5,0 Prozent an, in der Sommerprognose waren es 4,8 Prozent. Für nächstes Jahr geht die Behörde allerdings nur noch von 4,3 Prozent aus - nach dem im Sommer vorhergesagten Plus von 4,5 Prozent.

„Die europäische Wirtschaft bewegt sich von der Erholung zur Expansion, spürt jetzt jedoch Gegenwind“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Man müsse aufpassen, dass dieser Gegenwind die Erholung nicht vom Kurs abbringe.

Unter anderem Engpässen und Störungen in den Lieferketten des internationalen Handels könnten die Wirtschaftsleistung beeinträchtigen, schrieb die Kommission. Zudem könnten die rasant gestiegenen Energiepreise Auswirkungen auf Investitionen und Konsum haben. Diese hätten auch zur derzeit hohen Inflation beigetragen, so die Prognose. Die Kommission schätzte, dass die Inflation dieses Jahr bei 2,6 Prozent ihren Höchststand erreichen und dann wieder sinken werde, auf 2,5 Prozent im nächsten und 1,6 Prozent im übernächsten Jahr.

Für Deutschland kommt es laut der Einschätzung dieses Jahr nur noch zu einem Wachstum der Wirtschaftsleistung (BIP) von 2,7 Prozent. In der letzten Prognose wurde noch von 3,6 Prozent Wachstum in diesem Jahr ausgegangen. Lieferengpässe hätten die Industrie abgebremst und somit Exporte und Investitionen blockiert, sagte Gentiloni. Im nächsten Jahr werde es dann aber eine Steigerung von 4,6 Prozent geben, schätzte die Kommission.

Insgesamt sei der wirtschaftliche Aufschwung in der EU von der Entwicklung der Pandemie abhängig. „Die verbesserte gesundheitliche Lage, durch die die wirtschaftliche Erholung möglich war, wird jetzt durch steigende Infektionen quer durch die Union gefährdet“, sagte Gentiloni. Neue Corona-Maßnahmen könnten einen negativen Einfluss auf die Wirtschaft haben. Besonders in Ländern mit niedriger Impfrate sei dies ein zusätzliches Risiko, so die Prognose. dpa

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