Starke Zahlen

SAP kommt unerwartet gut durch die Corona-Krise – Eine Region überrascht

SAP kommt unerwartet gut durch die Corona-
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Softwarekonzern SAP

Europas größter Software-Konzern SAP kommt besser durch die Corona-Krise als von Analysten gedacht. Vor allem eine Region sorgt für eine positive Überraschung.

  • SAP übertrifft im zweiten Quartal Analysten-Erwartungen. 
  • Region Asien/Pazifik kommt aus der Krise. 
  • SAP-Aktie zieht kräftig an.

Walldorf - SAP hat sich im zweiten Quartal unerwartet gut geschlagen. Trotz des weltweiten Konjunktur-Einbruchs infolge der Coronakrise hat Europas größter Softwarekonzern den Umsatz zwischen April und Juni um zwei Prozent auf 6,74 Milliarden Euro gesteigert, teilte das Unternehmen am späten Mittwoch Abend mit. Das um Währungs- und andere Effekte bereinigte Betriebsergebnis legte um sieben Prozent auf 1,96 Milliarden Euro zu. Analysten hatten dagegen im Schnitt lediglich 1,792 Milliarden Euro erwartet. 

Entsprechend lag auch die von Investoren viel beachtete operative Marge mit 29,1 Prozent deutlich über der Konsens-Schätzung von 27,5 Prozent. „Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge“, sagte SAP-Finanzvorstand Luka Mucic

Als Wachstumstreiber erwies sich erneut das Cloud-Geschäft. Dort legten die Erlöse um 19 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro. Bei Cloud-Lösungen mieten Unternehmen die Software gegen eine monatliche Gebühr, statt sie zu kaufen. Dadurch ist das Geschäft weniger konjunkturanfällig. 

SAP-Geschäft in Asien zieht unerwartet kräftig an 

Vor allem in der Region Asien/Pazifik zogen die Software-Verkäufe zuletzt unerwartet kräftig an. Bei den Software-Lizenzen habe man in der Region eine „solide Erholung“ zu verzeichnen, sagte Finanzvorstand Luka Mucic. SAP hatte zum Beginn der Pandemie auf die Kostenbremse getreten und Neueinstellungen weitgehend gestoppt. Erst im vergangenen April hatte SAP unter dem Eindruck der Corona-Krise den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Zur Begründung hieß es, das laufende Geschäft sei praktisch zum Erliegen gekommen. 

Inzwischen ziehen die Verkäufe jedoch langsam wieder an. Angesichts der Entwicklung bestätigten die Walldorfer ihre jüngste Prognose. Danach soll der Umsatz im laufenden Jahr um einen bis drei Prozent auf 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro steigen. Das um Sonderfaktoren und Währungseffekte bereinigte Betriebsergebnis soll in einer Spanne von 8,1 und 8,7 (Vorjahr: 8,21) Milliarden Euro liegen.

SAP-Aktie nach Zahlen deutlich im Plus 

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Mit einem Plus von rund sieben Prozent führte die SAP-Aktie am Donnerstag die Gewinnerliste im Dax an. Die vollständigen Ergebnisse zum zweiten Quartal will SAP am 27. Juli veröffentlichen. 

SAP ist Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Mit den Programm können Konzerne ihre Produktion steuern, die Mitarbeiter-Daten erfassen oder die Finanzen verwalten. Auch bei Endnutzern ist SAP neuerdings präsent. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom hatte SAP die Corona-Warnapp entwickelt. Sie wurde inzwischen über 15 Millionen Mal heruntergeladen.

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