Niedrigerer Schadstoffausstoß

Rund 630.000 Mercedes-Diesel mit neuer Software ausgerüstet

+
Daimler hatte im Sommer 2017 angekündigt, dass rund drei Millionen Diesel mit neuer Software nachgerüstet werden sollen, um deren Schadstoffausstoß zu senken. Foto: Uli Deck

Hunderttausende Diesel muss, drei Millionen Diesel will Daimler per Software-Update nachrüsten. Bei den ersten Modellen ist mittlerweile ein Großteil abgearbeitet. Je älter die Fahrzeuge sind, desto langwieriger wird es allerdings.

Stuttgart (dpa) - Seit dem Start der Software-Updates für Diesel im Jahr 2017 haben mehr als 200.000 Fahrzeuge von Mercedes-Benz in Deutschland eine der neuen Programmversionen bekommen.

Europaweit seien es rund 630.000 Autos, bei denen seither in der Werkstatt ein Update aufgespielt worden sei, teilte Hersteller Daimler auf Anfrage mit. Dabei handle es sich sowohl um Fahrzeuge, für die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vergangenes Jahr ein Update angeordnet hatte, als auch um solche, für die Daimler es schon seit 2017 freiwillig anbietet.

Der Konzern hatte zunächst eine kleinere Update-Aktion begonnen und dann im Sommer 2017 vor dem "Diesel-Gipfel" mit der Bundesregierung angekündigt, dass rund drei Millionen Diesel mit neuer Software nachgerüstet werden sollen, um deren Schadstoffausstoß zu senken. 2018 verlangte das KBA trotzdem noch einmal auch offiziell den Rückruf von rund 700.000 Autos und Vans, weil Daimler darin nach Auffassung der Behörde eine unzulässige Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung verwendet hat.

Der Konzern kooperiert nach eigenen Angaben mit den Behörden und ruft die Autos zurück, hält die Funktionen aber nicht für illegal und hat deshalb Widerspruch gegen die Anordnung eingelegt.

Von den Autos aus dem ersten Schwung von 2017 haben laut Daimler etwa 200 000 bislang ein Update erhalten, davon 25 000 in Deutschland. Für die später angekündigten Updates gab es Mitte September 2018 die ersten Freigaben. Seither seien europaweit 430.000 weitere Fahrzeuge damit nachgerüstet worden, davon 175.000 in Deutschland. Die Zahl der Kundenbeschwerden über Probleme nach den Updates bewege sich im Promillebereich, hieß es.

Insgesamt würden deutlich mehr als 500 Software-Varianten entwickelt. In Deutschland habe Daimler wie zugesagt bis Anfang dieses Jahres Updates für rund eine Million Fahrzeuge auf den Weg gebracht, betonte ein Sprecher. Derzeit werde überarbeitete Software für eine Reihe von älteren Autos mit Euro-5-Dieseln ausgerollt. "Hier rechnen wir mit einer weniger steilen Hochlaufphase, da die Fahrzeuge älter sind und wir zudem davon ausgehen, dass viele Fahrzeuge schon nicht mehr beim ursprünglichen Besitzer sind", erläuterte der Sprecher.

Mehr zum Thema

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

Lebensmittel in der Tonne: Warum Deutschland eine Verschwender-Nation ist

Lebensmittel in der Tonne: Warum Deutschland eine Verschwender-Nation ist

Google startet Job-Suche in Deutschland

Google startet Job-Suche in Deutschland

Mehr Schutz vor Falschgeld: Neue 100- und 200-Euro-Scheine

Mehr Schutz vor Falschgeld: Neue 100- und 200-Euro-Scheine

Flixtrain fährt nun auch zwischen Berlin und Köln

Flixtrain fährt nun auch zwischen Berlin und Köln

Aldi-Kunde kauft eine Mehltüte - daheim ärgert er sich schwarz

Aldi-Kunde kauft eine Mehltüte - daheim ärgert er sich schwarz

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren