Rund 192 Euro Entlastung

Lindner präsentiert Steuerentlastungs-Pläne: So soll rund 48 Millionen Menschen geholfen werden

Mit einer Steuersenkung möchte Finanzminister Christian Lindner (FDP) die finanzielle Belastung der Deutschen in Zeiten hoher Preise reduzieren. Ein Überblick.

Berlin – Finanzminister Christian Lindner (FDP) will die Bürger angesichts der hohen Inflation mit einer Steuersenkung über mehr als zehn Milliarden Euro entlasten. „Es profitieren Arbeitnehmerinnen und Geringverdiener, Rentnerinnen und Selbstständige, Studierende mit steuerpflichtigen Nebenjobs und vor allem Familien“, schrieb der FDP-Politiker in einem Gastbeitrag für die FAZ.

Lindners Steuerentlastung: 48 Millionen Menschen sollen profitieren

In seinem Pressestatement zum Inflationsausgleich erklärt Lindner zu Beginn, dass 48 Millionen Deutschen eine „massive Steuererhöhung“ zum ersten Januar droht. Doch das möchte der Minister mit seinen Steuerplänen vermeiden.

Der Finanzminister will vor allem die kalte Progression ausgleichen. So bezeichnet man eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn Gehaltserhöhungen durch die Inflation aufgefressen werden, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führen. Dann fallen höhere Steuern an, obwohl die Kaufkraft real gar nicht steigt. Lindner sprach von einer „Steuererhöhung durch Unterlassung“, die er abwenden wolle. „Es geht nicht um Entlastung, sondern einen Verzicht auf Belastung“, macht er deutlich.

Lindner: Reichensteuer wird nicht angepasst

Als Eckpunkte nennt Lindner einen höheren Steuergrundfreibetrag, ein höheres Kindergeld und somit auch einen höheren Kinderfreibetrag. Davon würden rund 48 Millionen Menschen „in der breiten Mitte der Gesellschaft“ profitieren. Im Durchschnitt beträgt die Entlastung rund 192 Euro, erklärt er weiter.

An der Reichensteuer möchte er nicht schrauben, macht er deutlich. Der Deckel des Entlastungspakets liege bei einem Einkommen von 62.000 Euro. Wer mehr verdient, profitiert nicht. Es wäre eine bewusste Entscheidung gewesen, da das Entlastungspaket eben besonders der Mitte der Gesellschaft helfen solle, betonte er erneut. Auch er sei dafür, dass „starke Schultern mehr tragen sollen als schmale Schultern“. Durch die kalte Progression würden aber auch „Menschen belastet, deren Schultern gar nicht breiter geworden sind“.

Lindners Steuerpläne bereits zuvor kritisiert

Bevor Lindner seine Steuerpläne überhaupt vorgestellt hatte, gab es bereits Kritik. Der größte Problempunkt: Topverdiener profitierten in absoluten Zahlen stärker von Lindners Entlastungen als Geringverdiener. Die Grünen im Bundestag halten die Pläne deshalb für sozial unausgewogen.

„Hohe und höchste Einkommensgruppen würden damit mehr als dreimal so viel erhalten wie Menschen mit kleinen Einkommen, welche die Entlastungen jetzt eigentlich am dringendsten brauchen“, sagte Fraktionsvize Andreas Audretsch der Deutschen Presse-Agentur. Menschen mit ganz kleinen Einkommen würden zudem gar nicht entlastet, weil sie unter dem Grundfreibetrag liegend keine Einkommensteuer zahlten.

Tatsächlich wirken sich Lindners Pläne prozentual zwar stärker bei niedrigen Einkommen aus, in absoluten Zahlen aber profitieren Menschen mit hohen Einkommen deutlicher. So soll ein Steuerzahler mit zu versteuerndem Einkommen von 20 000 Euro um 115 Euro entlastet werden. Bei einem Einkommen von 60 000 Euro machen die Entlastungen nach Zahlen aus dem Finanzministerium bereits 471 Euro aus.(ph/AFP/dpa)

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Rubriklistenbild: © IMAGO/Emmanuele Contini

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