Plan der Bundesregierung

Inflationsprämie bis zu 3000 Euro steuerfrei: Unternehmen geben positive Signale

Die Lebenshaltungskosten steigen rasant. Eine Inflationsprämie von bis zu 3000 Euro steuerfrei soll Entlastung bringen. Es kommen positive Signale von Unternehmen.

Hamm - Gas, Strom, Lebensmittel und mehr - alles wird teurer in Deutschland. Die Verbraucherpreise sind im September 2022 nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts um 10 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die steigenden Lebenshaltungskosten fressen das Einkommen vieler Menschen auf. Mit einer von Arbeitgebern zu zahlenden Inflationsprämie sollen Haushalte finanziell entlastet werden.

Inflationsprämie: Unternehmen sollen 3000 Euro steuerfrei an Arbeitnehmer zahlen

Die Idee der Bundesregierung: Arbeitgeber sollen demnächst eine steuerfreie Sonderzahlung von bis zu 3000 Euro an jeden Beschäftigten gewähren können. Bei Sozialleistungsbeziehern soll die Prämie nicht als Einkommen berücksichtigt werden. Darum geht es konkret:

  • Arbeitgeber können eine Inflationsprämie von bis zu 3000 Euro steuerfrei auf einmal oder in mehreren Teilbeträgen an Arbeitnehmer auszahlen.
  • Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Prämie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird.
  • Der Arbeitgeber muss deutlich machen, dass die Prämie im Zusammenhang mit den Preissteigerungen gewährt wird.
  • Der Inflationsausgleich ist bis zum 31. Dezember 2024 befristet.

Die Inflationsprämie oder Arbeitgeber-Pauschale ist Teil des dritten Entlastungspakets mit zahlreichen Maßnahmen. Die ersten Gelder werden bald ausgezahlt.

Wichtig: Die am Freitag (30. September) vom Bundestag beschlossene Inflationsprämie hat nur Appell-Charakter. Wie viel Geld an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fließen wird und ob überhaupt - das ist allein Sache der Arbeitgeber. Viele Unternehmen, besonders im Mittelstand, leiden aktuell ebenfalls stark unter der Preisexplosion bei Energie und Material. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hatte zuletzt betont, nicht alle Unternehmen könnten sich die Einmalzahlung leisten. 

Ein Stimmungsbild von wa.de zeigt jedoch, dass große Unternehmen der Inflationsprämie durchaus positiv gegenüber stehen. Gleichzeitig verweisen sie darauf, dass der Gesetzesbeschluss erst noch geprüft werden müsse. Laut Handelsblatt prüfen mehr als die Hälfte der 40 Dax-Konzerne sowie viele große Familienunternehmen, ob sie eine dementsprechende Sonderzahlung leisten – Tendenz steigend.

Inflationsprämie: Vorsichtig positive Signale aus deutschen Unternehmen

Der Chemiekonzern Evonik aus Essen (Nordrhein-Westfalen) begrüßt das Instrument, zumal es „anders als eine normale Tariferhöhung keine dauerhaft wirkende Lohn-Preis-Spirale auslöst“, heißt es auf Anfrage. Die Abgabenfreiheit erhöhe die Wirkung der Zahlung und schaffe in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage Hilfe und Entlastung bei den Beschäftigten.

Medien-Riese Bertelsmann sieht steuer- und sozialversicherungsfreie Einmalzahlungen wie die Inflationsprämie – wie schon im Falle der Corona-Prämie – als geeignetes Mittel, um die Angestellten zu entlasten. Nach der Klärung durch den Gesetzgeber könnten „solche Zahlungen optimalerweise im Dezember erfolgen, damit die Beschäftigten damit einen Teil ihrer Verpflichtungen zu Jahresbeginn begleichen können“, sagte ein Bertelsmann-Sprecher. Aber auch hier: Erstmal muss geprüft werden.

Inflationsprämie: Telekom und Sixt verweisen auf Sonderzahlungen

Die Rewe-Group wünschte sich eine möglichst flexible Ausgestaltung bei der Regelung zur Inflationsprämie, dann „könnte dieses gute Instrument sowohl betrieblich als auch tariflich genutzt werden – auch in mehreren Teilbeträgen zu verschiedenen Zeitpunkten und mit Rücksicht auf die jeweilige Kassenlage“. Der Handelskonzern mit Sitz in Köln begrüßte es daher, dass es um eine Laufzeit bis Ende 2024 geht.

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Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent). © Imago/Sabine Gudath
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Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr. © Imago/Tanya Yatsenko
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Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen. So steht pflegenden Arbeitnehmern für das Jahr 2021 ein Pauschbetrag von 600 bis 1.800 Euro zu (je nach Pflegegrad). © Ute Grabowsky/Imago
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Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld. © IMAGO/Achim Duwentäster
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Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. © Westend61/Imago

Beim Großhandelsunternehmen Metro mit Sitz in Düsseldorf hieß es, dass derzeit keine Inflationsprämie geplant sei.

Die Deutsche Telekom hat im Rahmen ihrer jüngsten Tarifabschlüsse bereits Einmalzahlungen für untere und mittlere Tarifgruppen für 2022 vereinbart. Nun werde geprüft, ob das Geld steuerfrei ausgezahlt werden kann. Für das erste Quartal 2023 wurden laut Telekom ebenfalls Einmalzahlungen tarifvertraglich vereinbart. Autovermieter Sixt verweist darauf, dass das Unternehmen bereits Ende August – und damit vor der Verabschiedung des dritten Entlastungspakets – beschlossen hat, jedem seiner weltweit etwa 7600 Mitarbeitern, darunter gut 3200 in Deutschland, bis Jahresende einen Sonderbonus von 1.700 Euro zu zahlen.

Erwerbstätige erhalten ab September 300 Euro vom Staat. Auch Studenten und Minijobber können die Energiepreispauschale (EPP) bekommen. Unerschwinglich hohe Preise für Gas und Strom - das ist die eine Sorge der Menschen in Deutschland vor dem Winter. Eine andere ist der Blackout, der Stromausfall über mehrere Tage. Eine Liste soll helfen, diese Zeit zu überstehen.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

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