Bedenkliche Auftragslücken

IG Metall befürchtet Verlust von Arbeitsplätzen im Schiffbau

Hamburg - Trotz derzeit guter Lage sieht die IG Metall bedenkliche Auftragslücken auf die Branche zukommen.

Die IG Metall fürchtet trotz der derzeit eher guten Lage um Arbeitsplätze im deutschen Schiffbau. Die Gewerkschaft sieht bedenkliche Auftragslücken auf die Branche zukommen. „Einige Betriebe wie Nordic Yards in Wismar, Rostock und Stralsund, die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft oder Nobiskrug in Rendsburg benötigen dringend neue Aufträge“, sagte Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. „Die Auslastung reicht teilweise nur noch für einige Monate aus.“ Anderen Werften dagegen geht es sehr gut.

„Im Nordwesten Niedersachsens ist die Situation exzellent“, sagte IG-Metall-Schiffbauexperte Heino Bade. Das betrifft Werften wie Meyer, Lürssen, Fassmer, die Lloyd-Werft oder Abeking&Rasmussen. Das hilft: Die deutschen Werften beschäftigen wieder mehr Arbeitnehmer. Anfang September gab es rund 15 590 Beschäftigte, 2,8 Prozent mehr als 2014. Das ergab eine Umfrage der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (Bremen) für die IG Metall, die am Montag in Hamburg vorgelegt wurde.

Dazu kommen Leiharbeiter und Arbeitnehmer, die im Rahmen von Werkverträgen beschäftigt sind, so dass der deutsche Schiffbau insgesamt rund 25 700 Arbeitsplätze bietet. Insgesamt gingen bei den deutschen Werften in den vergangenen zwölf Monaten 25 Aufträge für neue Schiffe ein, darunter allein 17 für Passagierschiffe und Jachten. Das Problem: Von den Aufträgen profitieren nur sieben der 40 Werftbetriebe in Deutschland. Besonders enttäuscht sind die Gewerkschafter, weil erstmals seit fünf Jahren kein Auftrag aus dem Offshore-Bereich einging.

dpa

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