Überblick

Grundsteuer auch für Garten fällig: Was Sie dabei beachten sollten

Aufgrund der Grundsteuerreform müssen alle Eigentümer:innen eine Erklärung an das Finanzamt übermitteln. Dabei gilt es auch Gärten zu beachten.

Frankfurt – Viele Hauseigentümer dürften derzeit über der fälligen Grundsteuererklärung brüten. Bis zum 31. Oktober müssen alle Eigentümer aufgrund der Grundsteuerreform eine entsprechende Erklärung abgeben. Das ist online über das Portal ELSTER möglich. Dabei können auch Gärten unter Umständen Grundsteuer-pflichtig werden.

Denn der Besitz von Obstgrundstücken oder Schrebergärten gehört steuerrechtlich zu der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung und findet deshalb seine Entsprechung in der Grundsteuererklärung, erklärt das Finanzamt Hessen auf seiner Website.

Grundsteuerreform 2022
Betroffen:Alle Grundstückseigentümer
Abgabefrist:31. Oktober 2022

Grundsteuererklärung und Garten: Darum ist die Erklärung nötig

Im Jahr 2018 hat das Bundesverfassungsgericht das derzeitige System, mit dem die Grundsteuer bewertet wird, als verfassungswidrig erklärt. Der Grund war, dass es gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstoße, das im Grundgesetz festgehalten ist. Diese steuerliche Ungleichheit entstand dadurch, dass sich die Werte von Grundstücken und Gebäude seit 1935 und 1964 im Osten und Westen unterschiedlich entwickelt haben.

Auch der Besitz von Kleingärten muss in der Grundsteuererklärung beachtet werden.

Deshalb können derzeit für vergleichbare Immobilien in benachbarter Lage erheblich unterschiedliche Grundsteuerzahlungen fällig werden, erklärt das Bundesfinanzministerium. Mit der neuen Regelung ist das nicht mehr möglich.

Grundsteuererklärung: Wann der Garten angegeben werden muss

Eine gute Nachricht: Gärten, die sich um ein Wohnhaus herum befinden, zählen nicht als land- oder forstwirtschaftlich genutzte Fläche. Sie gehören unabhängig von ihrer Nutzung zum Grundvermögen und fließen mit der jeweiligen Fläche in die Berechnung des Grundsteuermessbetrags ein.

Anders sieht das allerdings aus, wenn man im Besitz eines Obst- oder Schrebergartens ist. Denn Kleingärten werden normalerweise nach Grundsteuer A besteuert. Sollte sich in dem entsprechenden Grundstück jedoch ein Garten- oder Ferienhaus mit einer überdachten Grundfläche von mehr als 24 Quadratmetern befinden, wird es als Wohngrundstück klassifiziert. Damit kommt dann die höhere Grundsteuer B für das Grundstück zum Tragen.

Was muss bei der Grundsteuererklärung für Kleingärten angegeben werden?

  • Gemarkung
  • Flurnummer
  • Grundstücksfläche
  • Nutzung und Nutzungsart
  • Bei forst- und landwirtschaftlichen Nutzung zudem die Ertragsmesszahl und der eventuell vorhandene Tierbestand
  • (Quelle: Finanzamt Hessen)

Pächter oder Eigentümer eines Gartens? Nur letzterer muss die Grundsteuererklärung abgeben

Wichtig ist zudem, ob man Eigentümer oder Pächter eines Grundstücks ist: Denn für Grundsteuererklärung ist nur der Eigentümer verantwortlich. Pächter:innen eines Kleingartens müssen also keine weiteren Schritte unternehmen, denn der Eigentümer ist hier entweder eine Privatperson oder eine Kommune.

Sollte man jedoch neben seinem Wohngrundstück, noch ein weiteres Grundstück besitzen, ist für dieses eine eigene Grundsteuererklärung mit den entsprechenden Daten notwendig. (con)

Rubriklistenbild: © C. Kaiser/Imago

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nord-Stream-Gaslecks: Sprengkraft entspricht „hunderten Kilo“ TNT - Gas-Austritt wird nun immer weniger
Nord-Stream-Gaslecks: Sprengkraft entspricht „hunderten Kilo“ TNT - Gas-Austritt wird nun immer weniger
Nord-Stream-Gaslecks: Sprengkraft entspricht „hunderten Kilo“ TNT - Gas-Austritt wird nun immer weniger
Bis zu 3000 Euro steuerfrei: Viele Unternehmen prüfen Inflationsprämie
Bis zu 3000 Euro steuerfrei: Viele Unternehmen prüfen Inflationsprämie
Bis zu 3000 Euro steuerfrei: Viele Unternehmen prüfen Inflationsprämie

Kommentare