EU-Kommission

Grünes Licht für milliardenschwere Wasserstoff-Förderung

Wasserstoff
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Deutschland und andere EU-Staaten dürfen den Auf- und Ausbau einer europäischen Wasserstoffindustrie mit bis zu 5,4 Milliarden Euro unterstützen.

Klima- und Energiekrise zeigen, dass Europa dringend aus fossilen Energieträgern aussteigen muss. Dabei gibt es große Hoffnung, dass auch Wasserstoff künftig Kohle, Öl oder Erdgas ersetzen kann.

Brüssel - Im Kampf gegen den Klimawandel dürfen Deutschland und andere EU-Staaten die europäische Wasserstoffindustrie mit bis zu 5,4 Milliarden Euro unterstützen. Die EU-Wettbewerbshüter haben grünes Licht für die milliardenschwere Förderung zur Unterstützung der Energiewende gegeben, wie aus Angaben der EU-Kommission von Freitag hervorgeht. Die Behörde geht davon aus, dass durch die Förderung zusätzlich private Investitionen von knapp neun Milliarden Euro mobilisiert werden dürften.

Nach Angaben von Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium ist die nun genehmigte Förderung die erste von mehreren Wellen. Mit dabei seien vier erste Projekte aus Deutschland. „Weitere Projekte aus Deutschland befinden sich noch im Genehmigungsverfahren“, teilten die Ministerien mit. Bei der Entscheidung von Freitag gehe es vor allem um Technologie. Für den Herbst werde eine Industriewelle erwartet. Zudem seien Vorhaben für den Bereich Mobilität und Infrastruktur in Planung.

Dutzende Großvorhaben schon ausgewählt

In Deutschland wählte die Bundesregierung nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bereits 62 Großvorhaben für das Projekt aus. Diese sollen mit mehr als acht Milliarden Euro an Bundes- und Landesmitteln gefördert werden. Dadurch erhofft sich die Bundesregierung allein in Deutschland Investitionen in Höhe von 33 Milliarden Euro. Die von der Bundesregierung eingeplanten acht Milliarden beziehen sich dabei auf alle Wellen, auch die, die noch nicht von der Bundesregierung genehmigt wurden.

„Wasserstoff hat ein enormes Zukunftspotenzial. Er ist für die Diversifizierung der Energiequellen und den ökologischen Wandel unverzichtbar“, sagte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Binnenmarktkommissar Thierry Breton betonte, das Vorhaben könne dazu führen, dass EU-Unternehmen in der Wasserstoffindustrie führend werden.

Weniger strenge Regeln bei Förderung

Weil die Produktion von Wasserstoff als wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse gilt, ist auf EU-Ebene ein sogenanntes „Important Project of Common European Interest“ (IPCEI) ins Leben gerufen worden. Dadurch gelten weniger strenge Regeln, wenn Unternehmen mit Staatsgeldern unterstützt werden. Ein ähnliches Projekt gibt es zum Aufbau einer Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos in Europa. Nach Angaben der EU-Kommission sollen durch das Wasserstoff-IPCEI 20 000 Arbeitsplätze direkt geschaffen werden.

Vor allem grüner Wasserstoff - also solcher, der mit erneuerbaren Energien hergestellt wird - ist ein Hoffnungsträger der Energiewende. Grundsätzlich kann Wasserstoff als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr Kohle, Öl und Erdgas abzulösen. Seine Herstellung ist aber sehr energieintensiv und derzeit noch deutlich teurer im Vergleich zu fossilen Energieträgern. dpa

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