Tarife steigen auf breiter Front

Gaspreise: Bis zu 5800 Euro mehr für Bestandskunden – diese Versorger erhöhen am stärksten

Immer mehr Gasversorger erhöhen ihre Preise. Auch Bestandskunden müssen mit höheren Kosten rechnen. Welche Versorger am kräftigsten zulangen, in der Übersicht.

München/Berlin – Die russischen Gas-Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 stehen noch immer still. Nichtsdestotrotz hat sich inzwischen die Lage an der Gasbörse leicht entspannt. Ende August lag der Preis für die Megawattstunde (MWh) Gas laut dem Vergleichsportal Check24 noch bei 347 Euro. Mittlerweile kostet sie 173 Euro (Stand: 20. September 2022). Zum Vergleich: Zur selben Zeit im Vorjahr kostete die MWh nur 33 Euro.

Gaspreis: Versorger geben hohe Börsenpreise an Kunden weiter

Diese Verfünffachung der Preise an der Börse kommt mittlerweile auch bei den Endverbrauchern an. „Die Energieversorger müssen zunehmend zu den aktuellen Rekordpreisen an der Börse Gas nachbeschaffen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. Das führt dazu, dass bei den Verbrauchern reihenweise Preiserhöhungen ins Haus flattern.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Grundversorger ihre Tarife für Bestandskunden um mindestens 200 Prozent erhöht haben und wie viel mehr das bei einem Muster-Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) kostet.

Gaspreis: Verbrauchern drohen bis zu 5.800 Euro Mehrkosten

Der größte Preisschock droht ab Oktober den Kunden des Gas- und Wärmedienstes Börnsen GmbH aus Schleswig-Holstein. Hier müssen die Kunden dann statt bisher 1.988 Euro künftig 7.784 Euro pro Jahr für ihr Gas bezahlen. Das ergibt eine Preissteigerung um 291,6 Prozent oder 5.796 Euro. Ähnlich geht es auch Kunden aus Bayern. Die Stadtwerke Feuchtwangen haben bei den Preisen stark angezogen und verlangen nun 240,9 Prozent mehr. Der in der Tabelle berechnete Musterhaushalt muss dann am Jahresende 4.322 Euro mehr bezahlen, als zuvor.

Das ist jedoch noch nicht die Spitze des Eisbergs. Denn wer einen neuen Gas-Tarif abschließen möchte, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Hier sind die Preise um bis zu 452 Prozent gestiegen.

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Mini-Erhöhung: Manche Gaskunden kommen glimpflich davon

Doch nicht alle der in der Preiserhöhungs-Liste aufgeführten Grundversorger haben die Preise für Bestandskunden so drastisch erhöht. Das Schlusslicht der 1064 Betriebe bildet unter anderem die Energieversorgung Beckum aus Nordrhein-Westfalen. Hier müssen Verbraucher 5,6 Prozent mehr bezahlen, was auf der Jahresabrechnung „nur“ 230 Euro mehr ausmacht. Dahinter liegen nur noch die Stadtwerke Bretten, die ihren Preis um 5,3 Prozent angehoben haben. Diese Erhöhung war jedoch bereits im April dieses Jahres – ein weiterer Kostenanstieg ist also nicht komplett auszuschließen. (ph)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski / SVEN SIMON

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