Wegen hoher Strompreise

Gas-Krise: „Entlassungswelle droht“ – IHK und Trigema-Chef Grupp schlagen Alarm

Die enorme Preissteigerung beim Strom betrifft nicht nur Privathaushalte. Auch Unternehmen sind auf Strom angewiesen. Trigema-Chef Wolfgang Grupp warnt vor den Folgen.

München – In Folge der Gaskrise entwickelt sich in Deutschland auch eine Stromkrise. Denn ein Teil des deutschen Stroms wird auch mithilfe von Gas produziert. Zudem sollen Ende dieses Jahres die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen. Das beeinflusst auch den Preis für Strom. Dieser hat in der aktuellen Kalenderwoche (31) an der Börse sogar einen neuen Rekord erreicht.

Eine Megawattstunde kostet nun 391 Euro, wie das Vergleichsportal Check24 berichtet. Zum Vergleich: In derselben Woche im Jahr 2021 kostete die Megawattstunde noch 70 Euro. Somit ist der Preis innerhalb eines Jahres um 459 Prozent gestiegen.

Gas-Krise: Trigema-Chef spricht von drohender „Entlassungswelle“

Diese enorme Preissteigerung betrifft jedoch nicht nur Privathaushalte. Auch Unternehmen sind auf Strom angewiesen, müssen nun jedoch dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das könnte auch Folgen für die Mitarbeiter der Betriebe haben, wie Wolfgang Grupp, Chef des Sportartikelherstellers Trigema, warnt. „Wenn die Energiepreise nicht schnell sinken, droht uns sicher eine große Entlassungswelle!“, sagte er gegenüber der Bild.

Auch IHK-München-Chef Manfred Gößl sorgt sich um die Zukunft der Beschäftigten: „Wenn die Strompreise für die Industrie nicht runtergehen, könnten Tausende Jobs in Bayern, Zehntausende Jobs in Deutschland auf der Kippe stehen!“ Er fordert in der Bild die Bundesregierung eindringlich auf, zu handeln.

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„Darf kein Tabu sein“ – IHK-Chef spricht sich für AKW-Verlängerung aus

Eine mögliche Lösung wäre ein Weiterbetrieb der Atomkraftwerke, die derzeit noch am Netz sind. Gößl meint: „Ein Weiterbetrieb der Atomkraftwerke darf kein Tabu sein.“ Auch in der Bundesregierung scheint Bewegung in die AKW-Diskussion zu kommen. Kanzler Olaf Scholz erklärte kürzlich, dass eine Laufzeitverlängerung „Sinn machen“ könnte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, CDU-Chef Friedrich Merz und der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger haben im Rahmen der AKW-Diskussion gestern das Atomkraftwerk Isar 2 in Landshut besucht. Ihr Appell: Ein Weiterbetrieb sei dringend notwendig. (ph)

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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