Vorwurf des schweren Betrugs

Französische Justiz ermittelt in Abgas-Skandal gegen VW

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VW ist nun auch im Fokus der französischen Justiz: Die Pariser Staatsanwaltschaft geht dem Vorwurf des schweren Betrugs nach.

Paris - Im Skandal um manipulierte Abgaswerte tun sich für Volkswagen immer neue Fronten auf. Nun geht auch die Pariser Staatsanwaltschaft dem Vorwurf des schweren Betrugs nach.

Das verlautete am Freitag aus Justizkreisen in der französischen Hauptstadt.

Zuvor hatte der Vize-Präsident der Region Ile-de-France, die dem Großraum Paris entspricht, Anzeige gegen Volkswagen erstattet. Das Schweizer Bundesamt für Straßen erließ ein vorläufiges Zulassungsverbot für VW-Neuwagen.

Eine Million manipulierte VW in Frankreich

Frankreich ist von dem VW-Skandal in großem Stil betroffen. Von den rund elf Millionen Fahrzeugen, die laut VW weltweit mit der manipulierten Software verkauft wurden, fährt etwa eine Millionen auf französischen Straßen. Neben dem Vorwurf des schweren Betrugs geht die Staatsanwaltschaft auch der Frage nach, ob die verkauften VW-Fahrzeuge die Gesundheit der Bürger gefährdet haben.

Das Bundesamt für Straßen in der Schweiz erließ am Freitag ein Zulassungsverbot für von der Manipulation betroffene Volkswagen-Modelle. Autos der Marken Audi, Seat, Skoda und VW, die von 2009 bis 2014 gebaut wurden und entweder 1,2-Liter, 1,6-Liter oder Zwei-Liter-Dieselmotoren haben, dürfen nicht mehr auf die Straßen. Über eine Aufhebung des Verbots werde erst entschieden, wenn "neue Erkenntnisse" vorlägen, teilte die Behörde mit.

In Deutschland wurde die erste Klage eines deutschen Aktionärs gegen VW auf den Weg gebracht. Nach Angaben seiner Kanzlei hatte der Anleger kurz vor dem Bekanntwerden des Skandals Aktien des Autobauers aus Wolfsburg gekauft und fordert nun 20.000 Euro vom Konzern zurück.

Die VW-Tochter Audi verspricht Kunden in Deutschland seit Freitag Klarheit, ob das eigene Auto von der Affäre betroffen ist. Kunden, die auf der Audi-Homepage die Fahrgestellnummer ihres Autos eingäben, würden sofort sehen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. Im Laufe der kommenden Woche soll die Funktion auch weltweit über die nationalen Audi-Websites zur Verfügung stehen.

Der Abgas-Skandal hat Volkswagen in die wohl tiefste Krise seiner Geschichte gestürzt. Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass in den USA Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen mit einer Software manipuliert worden waren. Das Programm kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide gemessen werden als im regulären Betrieb. In Folge des Skandals trat Martin Winterkorn als Volkswagen-Chef zurück. An seine Stelle trat der langjährige Porsche-Vorsitzende Matthias Müller.

Trotz Skandal: VW verkaufte im September in den USA mehr Autos als im Vorjahresmonat

Am Donnerstag hatte das Präsidium des VW-Aufsichtsrates bekannt gegeben, dass die Aufarbeitung der Affäre noch "mindestens mehrere Monate" dauern werde.

Trotz der Affäre, die am 18. September öffentlich bekannt wurde, verkaufte Volkswagen im September in den USA mit insgesamt 26.141 Autos mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat.

AFP

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