Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung

Insolvente deutsche Reifenhändler: Ein Teil der Belegschaft kann aufatmen - vorerst

Misswirtschaft und überambitionierte Geschäftsziele haben deutsche Reifenhändler in enorme Schieflage gebracht: 16 Firmen melden zusammen Insolvenz an. Aber nun gibt es eine gute Nachricht.

  • Deutsche Tochterfirmen der britischen Fintyre Group müssen Insolvenz anmelden.
  • Insgesamt sind hierzulande über 1.000 Arbeitsplätze bedroht.
  • Die einzelnen Verfahren werden in einer Gruppeninsolvenz abgewickelt.

Update vom 14. Februar: Die Gruppeninsolvenz von 16 deutschen Tochterunternehmen der britischen Fintyre Group sorgt an den betroffenen Standorten für Bangen um die Zukunft. Für die etwa 500 Mitarbeiter der baden-württembergischen Reiff Reifen und Autotechnik GmbH gibt es nun jedoch Hoffnung. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sind zumindest bis einschließlich April die Löhne und Gehälter für die Angestellten gesichert. Das gilt für ganze 32 Filialen in dem südlichen Bundesland.

Eine entsprechende Bestätigung tätigte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters. Demzufolge wurde eine Vorfinanzierung angestoßen, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Allerdings können derzeit noch weder Reifen noch andere Services angeboten werden, wie das Blatt weiter berichtet. Mit Banken und Lieferanten werde jedoch bereits gesprochen, um die Weiterführung des Geschäfts zu sichern und damit auch die Zukunft der Beschäftigten. Neben der Reiff GmbH sind noch weitere 15 deutsche Unternehmen von der Insolvenz bedroht.

Reifenhändler melden Insolvenz an - über 1.000 Jobs in Deutschland in Gefahr

Ursprungsartikel: Im Zulieferer-Umfeld der schwächelnden Autoindustrie sind in Deutschland weitere, mehr als 1.000 Arbeitsplätze vom Wegfall bedroht: Diverse Tochtergesellschaften des Reifengroßhändlers Fintyre Group aus Deutschland haben Insolvenz angemeldet. 

Nach Angaben des Amtsgerichts Frankfurt wurden entsprechende Anträge für insgesamt 16 Gesellschaften gestellt. Grund seien Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Miguel Grosser aus der Kanzlei Jaffé. Betroffen sind nach Angaben des Sprechers mehr als 1.300 Beschäftigte, denen bereits vor etwa zwei Wochen ein „unvermeidbarer Verzug bei der Auszahlung von Löhnen und Gehältern“ mitgeteilt wurde, wie die Wirtschaftswoche berichtet

Fintyre Group scheitert mit „aggressiver Wachstumsstrategie“

Den Anfang hatte vergangene Woche den Angaben zufolge die Reifen Krieg GmbH in Neuhof bei Fulda gemacht. Die einzelnen Verfahren laufen als Gruppeninsolvenz. Das ermögliche eine schnellere und leichtere Abstimmung, sagte der Sprecher des zuständigen Insolvenzverwalters.

16 deutsche Tochterfirmen der Fintyre Group stellen Insolvenzantrag (Symbolbild).

Die Fintyre Group mit Sitz in London gehört der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital aus Nordamerika. Das Unternehmen hatte dem Bericht der Wirtschafswoche zufolge versucht, mit einer äußerst aggressiven Wachstumsstrategie zum größten herstellerunabhängigen Reifenhändler in ganz Europa aufzusteigen. Der Jahresumsatz der Fintyre Group betrug zuletzt 1,1 Milliarden Euro.

Unterdessen sind bei Audi neue Details zum Dieselskandal ans Licht gekommen. Mit einer aufsehenerregenden Prognose löst Vox-Promi Frank Thelen unterdessen regelrecht Empörung aus.

PF/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn / Arno Burgi

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