Neue EU-Regel

Darum werden Telefonate und SMS ins Ausland bald billiger - Neuigkeiten auch für WhatsApp

Ein „umgekehrtes Notrufsystem“ - und billigere Telefonate und SMS. Die EU legt beim Mobilfunk nach. Schon Mitte Mai 2019 soll es losgehen.

Brüssel - Telefonieren und das Versenden von SMS ins EU-Ausland soll ab Mitte Mai kommenden Jahres billiger werden. Das Europaparlament verabschiedete am Mittwoch eine Neuregelung, die eine Deckelung der Preise für Auslandstelefonate auf 19 Cent pro Minute vorsieht. Dieser Tarif gilt sowohl für Handys als auch für Festnetztelefonate. Das Versenden einer SMS ins EU-Ausland darf dann maximal sechs Cent kosten.

WhatsApp soll reguliert werden - das plant die EU sonst noch

Außerdem sollen Telekommunikationsanbieter wie WhatsApp oder Skype reguliert werden. Nach Informationen des Europaparlaments sollen Smartphone-Nutzer „besser geschützt werden“. Geplant sind demnach Regelungen, die auch behinderten Nutzern Zugang gewähren - und die verpflichtende Option, über WhatsApp und Co. Notrufnummern wie die 112 zu erreichen, wenn dies technisch möglich ist.

Vorgesehen sind zudem Investitionsanreize für ein schnelleres Internet. Mehrere Anbieter können künftig beispielsweise beschließen, sich die Kosten für den Breitbandausbau in ländlichen Regionen zu teilen. Mit dieser Neuregelung soll der Telekommunikationsmarkt in der EU dem digitalen Zeitalter angepasst werden.

Auch interessant: Bald soll eine WhatsApp-Funktion Geld kosten - aber nicht für alle

Vorgesehen ist ferner ein "umgekehrtes 112"-Notrufsystem: Es verpflichtet die EU-Staaten, sicherzustellen, dass alle Bürger im Fall eines großen Notfalls oder einer regionalen Katastrophe per SMS oder einer mobilen App gewarnt werden.

Abgeordnete spricht von „teils unverschämten Preisen“ - Verbraucherzentrale ist mit Neuerungen zufrieden

"Es ist höchste Zeit, die teilweise unverschämten Preise für Auslandstelefonate in die EU zu deckeln", betonte die SPD-Abgeordnete Constanze Krehl. Dass Verbraucher nicht länger überzogene Kosten beim Telefonieren in andere EU-Staaten fürchten müssten, sei eine "sehr gute Nachricht", erklärte die Leiterin der Europäischen Verbraucherzentrale BEUC, Monique Goyens. Nach der Abschaffung der Roaming-Gebühren sei dies ein "logischer nächster Schritt." Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sprach von "positiven Neuerungen".

Auch Bundesverbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) tappte jüngst noch in die Kostenfalle. Sie telefoniert viel in die Niederlande und bekam eine Rechnung über rund 400 Euro, wie sie der Deutschen Presse-Agentur im September sagte.

Auf die neuen Vorschriften hatten sich Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten vorab geeinigt. Mit dem Votum im Plenum ist die Gesetzgebung nun abgeschlossen.

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AFP/dpa/fn

Rubriklistenbild: © dpa / Sebastian Gollnow

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