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Praktisch alle Waren zollfrei

EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen

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Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo Villarreal und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström bei einem Treffen in Brüssel. Foto: Olivier Hoslet/EPA/Archiv

Nach den protektionistischen Tönen aus den USA rückt die EU mit alten Handelspartnern näher zusammen, in diesem Fall Mexiko. Man glaube an offenen und regelbasierten Handel, sagen beide.

Brüssel (dpa) - Nach monatelangen Verhandlungen haben die Europäische Union und Mexiko einen Durchbruch für ein runderneuertes Freihandelsabkommen erzielt. Dies teilten beide Seiten in Brüssel mit.

Es blieben allerdings noch Einzelheiten zu klären, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der EU-Kommissare Cecilia Malmström und Phil Hogan und des mexikanischen Wirtschaftsministers Ildefonso Guajardo Villarreal.

Es geht um die Aktualisierung eines Handelsabkommens, das seit dem Jahr 2000 gilt. Es soll ausgeweitet und modernisiert werden. "Dies wird dazu beitragen, unsere Handelsbeziehungen bereit zu machen, um den Chancen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen", hieß es in der Erklärung.

Mit dem erneuerten Abkommen können nach Angaben der EU-Kommission praktisch alle Waren zollfrei zwischen der EU und Mexiko gehandelt werden, auch landwirtschaftliche Güter. Einfachere Zollabfertigung soll europäischen Unternehmen nützen, so etwa der Pharmaindustrie und dem Maschinenbau. Zudem sagen beide Seiten zu, ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen. Darüber hinaus sei es das erste Handelsabkommen, das auch Korruption im privaten und öffentlichen Sektor bekämpfe, hieß es weiter.

"Mit dieser Einigung setzt sich Mexiko neben Kanada, Japan und Singapur auf die immer längere Liste von Partnern, die mit der EU zusammenarbeiten wollen, um offenen, fairen und regelbasierten Handel zu verteidigen", erklärte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Angesichts protektionistischer Töne von US-Präsident Donald Trump hatten beide Seiten ihre Verhandlungen im vergangenen Jahr beschleunigt. Schon im Dezember hatte Malmström gesagt, man stehe kurz vor einem Abschluss der Gespräche.

Nach dem Durchbruch vom Samstag ist offenbar noch einiges zu tun. "Unsere Unterhändler werden jetzt weiter an den verbleibenden technischen Problemen arbeiten und den gesamten juristischen Text in die Endfassung bringen, so dass unsere Bürger und Unternehmen so bald wie möglich beginnen können, die Vorteile zu nutzen", hieß es in der Erklärung.

Das Handelsvolumen zwischen Mexiko und der EU betrug zuletzt rund 62 Milliarden US-Dollar (etwa 50 Mrd Euro). Von 2000 bis 2015 flossen rund 156 Milliarden US-Dollar (127 Mrd Euro) an Investitionen aus der EU nach Mexiko. Für Mexiko ist die EU drittgrößter Handelspartner. Für die EU liegt das Land auf Platz 15 der wichtigsten Partner.

Hintergründe zu Handelsbeziehungen EU-Mexiko

Gemeinsame Erklärung

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