Trotz massiver Währungskrise

Erdogan: Türkei braucht keine McKinsey-Beratung

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Recep Tayyip Erdogan lehnt eine Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey strikt ab. "Solange ich lebe, wird niemand in der Lage sein, die Türkei unter das Joch internationaler Institutionen zu stellen", sagte der türkische Präsident. Foto: Federico Gambarini

Istanbul (dpa) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnt trotz der Währungskrise in seinem Land eine Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey ab. Finanzminister und Erdogan-Schwiegersohn Berat Albayrak hatte sich Medienberichten zufolge dafür ausgesprochen.

"Ich habe zu allen meinen Ministerfreunden gesagt: "Du wirst von ihnen keine intellektuelle Beratung erhalten. Das ist nicht nötig. Wir helfen uns selbst"", sagte Erdogan am Samstag bei einer Sitzung seiner Regierungspartei AKP nahe Ankara. "Solange ich lebe, wird niemand in der Lage sein, die Türkei unter das Joch internationaler Institutionen zu stellen", sagte Erdogan weiter. Auch die Oppositionspartei CHP hatte das Vorhaben zuvor kritisiert.

Die Türkei steckt seit Monaten in einer Währungskrise. Die türkische Lira hat seit Jahresanfang mehr als 40 Prozent ihres Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das geht auch auf einen politischen Streit mit den USA wegen der Inhaftierung eines christlichen Pastors und amerikanischer Sanktionen zurück. Die hohe Inflation gilt neben dem hohen Leistungsbilanzdefizit als Hauptauslöser für die Lirakrise.

Im September waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 24,5 Prozent gestiegen, wie das staatliche Statistikamt in Ankara am Mittwoch mitgeteilte hatte. Dies ist die höchste Teuerungsrate seit Juni 2003. Mitte September hob die türkische Notenbank gegen den Willen Erdogans den Leitzins stark an, um gegen die hohe Teuerung und die Lira-Schwäche anzukämpfen.

Albayrak hatte angekündigt, die Inflation bis 2021 schrittweise auf 6 Prozent senken zu wollen. Konkrete Maßnahmen nannte er zunächst nicht.

Im November 2019 hat US-Präsident Donald Trump den türkischen Präsidenten Erdogan ins Weiße Haus eingeladen. Es gibt einiges zu besprechen - und das tun nicht nur die umstrittenen Machthaber.

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