Abgasaffäre

Droht Winterkorn der Ruin? VW prüft Schadenersatzansprüche gegen Ex-Manager

Kurz nach Bekanntwerden der Anklage in den Staaten wird es für Ex-VW-Chef Winterkorn auch in seiner Heimat ungemütlicher
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Kurz nach Bekanntwerden der Anklage in den Staaten wird es für Ex-VW-Chef Winterkorn auch in seiner Heimat ungemütlicher.

In den USA ist Martin Winterkorn angeklagt. Muss der Ex-VW-Chef dem Konzern nun auch noch Schadenersatz zahlen? Laut einem Bericht könnte im Extremfall das ganze Vermögen weg sein.

Update vom 15. April: Eilmeldung! Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen Martin Winterkorn Anklage wegen schweren Betruges erhoben.

Wolfsburg - Der VW-Aufsichtsrat prüft in der Abgasaffäre Schadenersatzansprüche auch gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn. „Die Prüfung dauert seit längerer Zeit an und wird unabhängig von behördlichen Verfahren durchgeführt“, sagte Aufsichtsratssprecher Michael Brendel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe der Aufsichtsrat bereits mehrfach erklärt. Diese Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. „Dementsprechend gibt es keine Vorfestlegungen, und es wurden auch noch keine Entscheidungen getroffen.“

Brendel betonte: „Bei dieser Frage orientiert sich der Aufsichtsrat einzig und allein am Unternehmenswohl.“ Der Aufsichtsrat prüfe mögliche Ansprüche gegen ehemalige oder amtierende Vorstandsmitglieder „vorbehaltlos und ohne Ansehen der Person“.

Ex-VW-Chef Winterkorn: Komplettes Vermögen in Gefahr?

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet, Winterkorn drohe der Ruin. Sein Vermögen könnte im Extremfall komplett weg sein.

Der damalige VW-Chef Martin Winterkorn wird vom US-Justizministerium der Mittäterschaft im Diesel-Abgasskandal beschuldigt.

Deutsche Ermittlungen gegen Winterkorn fast abgeschlossen

Die Zeitung berichtet weiter, laut Staatsanwaltschaft Braunschweig zeichne sich ein Ende ihrer Ermittlungen gegen den früheren VW-Chef und weitere Beschuldigte ab. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe, sagte der Zeitung, den Verteidigern der Beschuldigten solle im Sommer Akteneinsicht gewährt werden. „Wenn man sich die Ermittlungen, die im Dieselverfahren Vorgänge bei VW aus etwa zwölf Jahren aufklären sollen, als Marathonlauf vorstellt, beginnt damit quasi die Runde im Stadion mit Sicht auf die Ziellinie.“

Die US-Justiz hat Winterkorn angeklagt. Nach der am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Klageschrift des zuständigen US-Gerichts in Detroit wollen die USA den früheren Topmanager des Autobauers wegen Betrugs zur Rechenschaft ziehen. Dem 2015 zurückgetretenen Winterkorn wird zudem Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und zur Täuschung der Behörden vorgeworfen.

So viel hat Winterkorn als VW-Chef verdient

Der VW-Chef hat dem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" zufolge im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere im Dienste des Autoherstellers mehr als 100 Millionen Euro verdient. Allein seine Pensionsansprüche summieren sich demnach auf knapp 30 Millionen Euro. Selbst wenn Winterkorn nicht einmal eine Mitwisserschaft am Betrug nachgewiesen werde, müsse er um sein Vermögen fürchten. Denn Manager haften nach deutschem Recht nicht nur, wen einem Unternehmen willentlich schaden, sondern auch, wenn sie mit den Kontrollmechanismen nachlässig waren.

Auch lesenswert: So rechtfertigt VW-Chef Müller sein Zehn-Millionen-Euro-Gehalt

Nach dem ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn soll nun auch der frühere Audi-Chef vor Gericht. Die Justiz arbeitet den Diesel-Abgasbetrug jetzt mit aller Härte auf. Die Betrugsanklage gegen Martin Winterkorn stand schon länger - nach einigen Verzögerungen hat das Landgericht Braunschweig sie nun zugelassen.

dpa

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