Börse in Frankfrurt

Dax erreicht Jahreshoch - Aussicht auf billiges Geld treibt

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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Aussicht auf noch mehr billiges Geld hat den Dax am Donnerstag im Handelsverlauf mit 12.438 Punkten auf den höchsten Stand seit September vergangenen Jahres getragen.

Nach der Europäischen Zentralbank am Dienstag hatte nun auch die Fed in den USA die Anlegerhoffnungen auf neue Zinssenkungen untermauert. An der tonangebenden Wall Street erreichte der marktbreite S&P 500 ein Rekordhoch.

Am Nachmittag verlor der deutsche Leitindex Dax etwas an Schwung und schloss noch 0,38 Prozent höher bei 12 355,39 Punkten. Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, legte um 0,42 Prozent auf 25.612,20 Punkte zu.

Mit der Fed und der EZB öffnen nun die zwei wichtigsten Notenbanken wieder die Geldschleusen, was die Anleiherenditen auf breiter Front unter Druck halten dürfte, bis die Inflation anzieht. Damit sind Aktien bei den Anlegern zunächst erste Wahl.

Hierzulande setzten die Aktien von Infineon ihre Erholung vom jüngsten Dreijahrestief fort und erklommen mit plus 3,64 Prozent die Dax-Spitze. Die Papiere von SAP hatten nach guten Geschäftszahlen des Wettbewerbers Oracle ein Rekordhoch geschafft und schlossen knapp 1,5 Prozent höher.

Im MDax waren die Papiere des Essenslieferanten Delivery Hero nach Aufstockung ihrer Umsatzziele zeitweise um knapp 16 Prozent nach oben geschnellt, wovon am Ende fast 10 Prozent verblieben. Rocket Internet kletterten um knapp 8 Prozent nach oben. Mitgründer Oliver Samwer arbeitet laut einem Bericht des "Manager Magazins" an einem Plan zum Rückzug seiner Start-up-Holding von der Börse.

Es gab in der Zinseuphorie auch Verlierer - allen voran Bankaktien, die bei Niedrigzinsen unter schwachen Erträgen leiden. Papiere der Deutschen Bank sanken als schwächster Dax-Wert um knapp 3 Prozent, Commerzbank sanken am MDax-Ende um mehr als 3 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 endete mit einem Plus von 0,39 Prozent bei 3468,08 Zählern. Die nationalen Indizes in Paris und London legten ebenfalls etwas zu. Auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial präsentierte sich zum europäischen Handelsende freundlich.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein Rekordtief von minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,01 Prozent auf 144,69 Punkte nach. Der Bund-Future legte um 0,06 Prozent auf 172,63 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1307 (Mittwoch: 1,1207) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8844 (0,8923) Euro.

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