Finanz-Krimi in der Schweiz

Finanz-Flächenbrand trotz Credit-Suisse-Notverkauf? Nächste Herzschlagentscheidung steht an

Der Hauptsitz der Schweizer Grossbank Credit Suisse beim Zürcher Paradeplatz. (Archivbild)
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Der Hauptsitz der Schweizer Grossbank Credit Suisse beim Zürcher Paradeplatz. (Archivbild)

Die Schweizer Großbank UBS übernimmt die angeschlagene Credit Suisse. Dies habe die UBS angekündigt, teilte die Schweizerische Nationalbank SNB am Sonntagabend mit.

Update vom 20. März, 10.44 Uhr: Die „Notfallrettung“ der angeschlagenen Schweizer Großbank Credit Suisse hat zu Beginn der neuen Handelswoche die Investoren am deutschen Aktienmarkt zunächst nicht beruhigen können. Auch angesichts der anhaltenden Unsicherheit vor der anstehenden Fed-Leitzinsentscheidung hielten sich die Anleger zurück. Der Dax knüpfte am Montagmorgen an seine zuletzt hohen Verluste an. Zuletzt reduzierte sich das Minus allerdings auf 0,40 Prozent bei 14 709,09 Zählern. Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmenswerte konnte seine Verluste in der Frühe etwas eindämmen auf minus 0,79 Prozent bei 26 237,15 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone arbeitete sich in der ersten Handelsstunde auf ein moderates Plus vor.

Mit milliardenschwerer Unterstützung der Schweiz und der dortigen Notenbank wurde am Wochenende die Übernahme der Schweizer Großbank durch die heimische Konkurrentin UBS beschlossen. Zudem erhöhten sechs große Notenbanken ihre Schlagzahl zur Versorgung des Finanzsystems mit Dollar-Liquidität. Die Sorgen um die Credit Suisse und der Kollaps mehrerer US-Regionalbanken hatten zuvor an den Finanzmärkten die Angst vor einem Flächenbrand und einer neuen Finanzkrise heraufbeschworen.

Vor dem Hintergrund der Turbulenzen wird nun mit besonderer Spannung die Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch erwartet. Ein großer Zinsschritt der Fed, wie er zwischenzeitig befürchtet worden war, gilt am Markt mittlerweile für unwahrscheinlich. Einige Beobachter hielten zuletzt gar eine Zinssenkung für möglich.

Aktien von Banken und Versicherern bleiben zum Wochenstart unter Druck. Die Anleger sorgen sich vor allem um deren Engagement in bestimmten milliardenschweren Anleihen der Credit Suisse, bei denen ein Totalausfall absehbar ist. Ein Sprecher der Deutsche Bank sagte zwar, das größte deutsche Geldinstitut sei in diesen eigenkapitälähnlichen sogenannten AT1-Bonds „nahezu null“ engagiert, das konnte aber einen Kursrutsch nicht vermeiden - die Papiere gaben zuletzt um sieben Prozent nach. Commerzbank verloren fast fünf Prozent, für Anteile am Versicherer Allianz ging es um 2,3 Prozent nach unten.

Update vom 19. März, 20 Uhr: Die Zukunft der Credit Suisse ist entschieden. Die schwer angeschlagene Großbank wird vom größeren Lokalrivalen UBS übernommen. Das gaben der Schweizer Bundesrat sowie Vertreter der beiden Institute und der Aufsichtsbehörden am Sonntagabend an einer Medienkonferenz bekannt. 

Update vom 19. März, 19 Uhr: Die Schweizer Großbank UBS hat nach einem Bericht der „Financial Times“ dem Kauf der Credit Suisse zugestimmt. Zuvor habe UBS ihr Angebot auf mehr als 2 Milliarden Dollar erhöht, meldete das Blatt am Sonntagabend. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ soll die Schweizerische Nationalbank (SNB) der UBS als Teil des Deals eine Liquiditätslinie von rund 100 Milliarden US-Dollar angeboten haben.

Die Schweizer Behörden wollten die Gesetze des Landes ändern, um eine Abstimmung der Aktionäre über die Transaktion zu umgehen, berichtete die „Financial Times“ weiter. Denn das Geschäft solle noch bis Montag abgeschlossen sein.

Update vom 19. März, 16.15 Uhr: Das Schicksal der taumelnden Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) ist weiter in der Schwebe. Im Raum steht eine komplette oder teilweise Not-Übernahme der zweitgrößten Schweizer Bank durch den größeren Konkurrenten UBS. Als eine weitere Option galt Berichten zufolge aber auch ein Einstieg des Staates.

Eine Übernahme der Credit Suisse (CS) durch die UBS wäre die bedeutendste Bankenfusion in Europa seit der Finanzkrise vor 15 Jahren. Allerdings gestalteten sich die Verhandlungen dem Vernehmen nach als sehr zäh. Ziel war eine Einigung bis Montagmorgen noch vor Öffnung der weltweiten Börsen. Denn die Credit Suisse gehört zu den 30 globalen systemrelevanten Banken, deren Ausfall das internationale Finanzsystem erschüttern würde.

Credit Suisse: Krisenverhandlungen der Geldhäuser mit der Schweizer Bankenaufsicht 

Update vom 19. März, 15.30 Uhr: Laut Blick soll am Sonntagabend im Medienzentrum in Bern eine Pressekonferenz stattfinden. Im Raum steht eine Übernahme der zweitgrößten Schweizer Bank durch die größte Schweizer Bank UBS. Das wäre die bedeutendste Bankenfusion in Europa seit der Finanzkrise.

Update vom 19. März, 15.20 Uhr: Der Schweizerische Bankpersonalverband ist sehr besorgt. Laut Wall Street Journal könnten bei der Credit Suisse wegen der Übernahme mindestens 9000 Stellen abgebaut werden. In der Schweiz sollen insgesamt 40.000 Menschen bei der UBS und der Credit Suisse arbeiten.

Credit Suisse lehnt UBS-Angebot ab

Update vom 19. März, 14.05 Uhr: Die Credit Suisse hat das erste Angebot von UBS offenbar abgelehnt. Das berichtet Bloomberg. Demnach sei das Angebot über eine Milliarde US-Dollar „zu niedrig“. Am Freitag hatte CS noch einen Marktwert von knapp acht Milliarden Dollar gehabt.

Update vom 19. März, 13.40 Uhr: Die neue Superbank bestehend aus UBS und CS wird immer realistischer. Nach einem Bericht der Schweizer Handelszeitung soll auch schon feststehen, wer diese nach einer möglichen Fusion leiten würde: Der aktuelle UBS-Chef Ralph Hamers. Und auch an der Spitze des Verwaltungsrates soll es dem Bericht nach keine Veränderungen geben. Colm Kelleher soll Verwaltungsratspräsident bleiben. Der Bericht beruft sich auf Insider-Informationen.

UBS bietet eine Milliarde für Credit Suisse

Update vom 19. März, 13.09 Uhr: Offenbar bietet die UBS für den Kauf der angeschlagenen Credit Suisse eine Milliarde US-Dollar. Das ist deutlich unter dem Börsenwert, zu dem die CS-Aktie noch am Freitag gehandelt worden war.

„Angst vor dem Kollaps“: Showdown um Bank-Gigant Credit Suisse – Finanz-Krimi in der Schweiz läuft

Erstmeldung vom 19. März: Es sind schicksalhafte Stunden für die Schweizer Großbank Credit Suisse. Nach 167 Jahren ist sie derart in Schieflage geraten, dass über einen Notverkauf an den größten Konkurrenten verhandelt wird. Eine Entscheidung könnte noch am Sonntag fallen, wie die Schweizer Blick berichtet.

Aktuell ist die Zukunft der angeschlagenen Credit Suisse weiter ungewiss. Am Samstagabend hatte sich die Regierung zur Krisensitzung getroffen, ohne sich danach konkret zu etwaigen Entscheidungen zu äußern. Im Raum steht eine komplette oder teilweise Übernahme der zweitgrößten Schweizer Bank durch die größte Schweizer Bank UBS. Eine Sprecherin der Credit Suisse sowie ein Sprecher der UBS sagte am Sonntag, dass es von ihrer Seite weiter keinen Kommentar gebe.

Banken-Krimi um Credit Suisse: Notverkauf noch am Sonntag?

Nach Medienberichten drängen die Schweizer Aufsichtsbehörden die UBS dazu, ihren kleineren Lokalrivalen zu übernehmen. Voraussetzung für einen Deal, über den am Wochenende hektisch verhandelt werde, seien staatliche Sicherheiten. Die Schweizer Regierung in Bern solle eine Garantie zur Absicherung der mit der Übernahme verbundenen Risiken abgeben, hieß es.

Nach Angaben der Financial Times will die Nationalbank, dass es eine „einfach und unkomplizierte“ Einigung unter den beiden Banken gebe, „bevor die Märkte am Montag öffnen“. Eine Übernahme der Credit Suisse durch die UBS wäre die bedeutendste Bankenfusion in Europa seit der Finanzkrise. Am Verhandlungstisch sitzen nach Blick-Angaben die Schweizer Nationalbank, UBS, CS und die Finanzaufsicht Finma. Dem Bericht nach kommt es am Sonntag zum entscheidenden Treffen mit dem Bundesrat. Erst danach soll die Öffentlichkeit über die nächsten Schritte informiert werden.

„Angst vor dem Kollaps“: Warum ein CS-Aus die Welt erschüttern könnte

Die Credit Suisse war nach Skandalen und Misswirtschaft bereits angeschlagen, als sie nach dem Zusammenbruch des US-Geldinstituts Silicon Valley Bank (SVB) in einen weiteren Abwärtsstrudel geriet. Sie erhielt eine Kreditzusage der schweizerischen Nationalbank in Höhe von 50 Milliarden Franken (knapp 51 Mrd Euro), konnte den Abwärtstrend des Aktienkurses aber nur vorübergehend stoppen.

Die Regierung in Bern steht unter erheblichem Druck, die Lage zu stabilisieren. Denn Credit Suisse gehört zu den 30 global systemrelevanten Banken, deren Ausfall das internationale Finanzsystem erschüttern würde. Ein Kollaps der Bank würde Befürchtungen zufolge eine Kettenreaktion auslösen, die nicht mehr zu kontrollieren wäre.

Die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ sieht als einzigen Ausweg die Übernahme der Bank durch die UBS. Das Vertrauen der Kunden sei komplett weg, der Abfluss von Geld immens. Mehrere internationale Banken hätten ihre Geschäfte mit der Credit Suisse eingeschränkt. Da nütze auch der Kredit über 50 Milliarden Franken von der Nationalbank nichts. „Alle haben Angst vor dem Kollaps“, so das Blatt. Zudem würde ein möglicher CS-Kollaps Wlaldimir Putin in die Hände spielen. (rjs/dpa)

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