Corona-Regeln

Rückkehr der Maskenpflicht? Handelsverband-Chef warnt vor „Alleingängen“

Karl Lauterbach prognostiziert einen schwierigen Herbst in der Corona-Pandemie. Experte Stefan Genth sieht im Interview noch Verbesserungsbedarf bei der Maßnahmenplanung.

Berlin/Frankfurt – Deutschland steht möglicherweise vor der nächsten Corona-Welle. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat deshalb bereits Maßnahmen für den Herbst und den Winter angekündigt. Grundlage der Regeln soll die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sein. Die Bundesländer sollen dabei die Hoheit haben. Ausnahmen soll es geben, beispielsweise bei der Maskenpflicht.

Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass in der Gastronomie Maske getragen werden muss. Menschen, die „frisch geimpft“ oder „frisch genesen“ sind, sollen allerdings maskenfrei Bars, Restaurants und Kneipen besuchen dürfen, wie Lauterbach ankündigte. Gemessen und kontrolliert werden solle dies über die Corona-Warn-App, so der Bundesgesundheitsminister: „Hier ist zum Beispiel vorgesehen, dass man sofort auf der Corona-Warn-App an der Farbe des Impfzertifikats erkennen kann, ob das eine frische Impfung ist oder nicht.“ Eine „frisch geimpfte“ Person sei schließlich weniger infektiös, betonte der Minister jüngst.

Corona-Regeln: Impfstatus-Kontrolle im Einzelhandel steht „nicht zur Diskussion“

Für Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), sind in diesem Zusammenhang „klare und objektive Kriterien“ für die Corona-Regeln notwendig. „Im dritten Jahr der Pandemie darf es keine pauschalen Maßnahmen ohne eindeutigen Nachweis von Erforderlichkeit, Wirksamkeit und Effizienz mehr geben“, sagte Genth fr.de von IPPEN.MEDIA. Es müsse transparent gemacht werden, unter welchen Bedingungen eine Maskenpflicht eingeführt werde, so der HDE-Hauptgeschäftsführer.

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, auf der Bundespressekonferenz in Berlin. (Archivfoto)

Die Kontrolle des Impfstatus im Einzelhandel stehe hingegen „nicht zur Diskussion“. „2G- oder 3G-Kontrollen im Einzelhandel sind zurecht kein Thema, solange der Bundestag keine epidemische Lage von nationaler Tragweite beschließt. 2- und 3-G-Regeln sind im Einzelhandel zum Infektionsschutz nicht erforderlich und stellen im Vergleich zur Pflicht zum Tragen einer Maske keine Erleichterung dar“, sagte er fr.de von IPPEN.MEDIA. Abseits davon seien derartige Kontrollen „sehr personalintensiv“.

Corona-Regeln: Handelsverband warnt vor „Alleingängen“ der Bundesländer

Dennoch sei das Maßnahmenpaket des Bundes „angemessen“, um eine erneute Infektionswelle mit dem Coronavirus zu bekämpfen. Dabei dürfe es jedoch keinerlei „Alleingänge und unterschiedliche Auslegungen“ in den verschiedenen Bundesländern, die für die Umsetzung der Corona-Maßnahmen verantwortlich sind, geben. „Zudem muss die Impfkampagne wieder Fahrt aufnehmen. Der Einzelhandel wird seinen Teil mit der Fortführung seiner Impfkampagne beitragen“, betonte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland.

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Unabhängig von Genths Einschätzung zu den geplanten Corona-Regeln gibt es teils scharfe Kritik an Lauterbachs Plänen für den Herbst und Winter. Vor allem Krankenhäuser und Kliniken aber auch Schulen sind nicht einverstanden. (tu)

Rubriklistenbild: © Xander Heinl / Photothek.de / Imago Images

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