Es geht um Schadenersatz

Aggressive Kampagne gegen Bayer-Medikament

Leverkusen - Der Pharmakonzern Bayer ist einem Bericht zufolge mit einer aggressiven Schadenersatzkampagne gegen sein Schlaganfall-Medikament Xarelto konfrontiert.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag berichtet, geben US-Kanzleien inzwischen Millionenbeträge für Werbung aus, um Klienten für Klagen rund um das Mittel zu gewinnen. Hintergrund ist demnach, dass sich der Bayer-Konkurrent Boehringer Ingelheim im Mai zu einem Vergleich in dreistelliger Millionenhöhe wegen seines Xarelto-ähnlichen Mittels Pradaxa gezwungen sah.

Die "F.A.Z." beruft sich auf Zahlen der Spezialagentur Silverstein Group. Demnach gaben Kanzleien im September rund 3,9 Millionen Dollar (etwa 3,1 Millionen Euro) für Fernsehwerbung und andere Reklame aus, um Kläger gegen Bayer zu gewinnen. "Wir schätzen, dass die Ausgaben für Werbung zu möglichen Xarelto-Klagen im August 35 Prozent aller Werbeausgaben für mögliche Sammelklagen ausmachte, die sich gegen Medikamente richten", sagte Silverstein-Chef Rustin Silverstein der Zeitung. Für September gab es demnach noch keine Gesamtzahlen.

Silverstein ist auf Reklame für Produkthaftungsklagen in der Pharmabranche spezialisiert. Die Agentur lässt ermitteln, welche Kanzleien wieviel Werbung schalten, um gegen ein bestimmtes Medikament Front zu machen. Die beiden relativ neuen Produkte Xarelto und Pradaxa sind Blutgerinnungshemmer, die unter anderem zur Vorbeugung von Schlaganfällen eingesetzt werden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Fernsehkonzern übernimmt Jochen Schweizer
Fernsehkonzern übernimmt Jochen Schweizer
Bosch baut Chipfabrik in Sachsen für eine Milliarde Euro
Bosch baut Chipfabrik in Sachsen für eine Milliarde Euro
Flugzeugbauer ringen um Kunden auf Luftfahrtmesse in Paris
Flugzeugbauer ringen um Kunden auf Luftfahrtmesse in Paris
Rechtsstreit zwischen Adidas und Puma beendet
Rechtsstreit zwischen Adidas und Puma beendet
Wohnungsnot wächst auch außerhalb der Großstädte
Wohnungsnot wächst auch außerhalb der Großstädte