Zu wenig Regen

„Erhebliche Ernteeinbußen“ - Trockenheit setzt Landwirten zu

Getreideernte
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Bauern in Deutschland klagen zur Ernte der frühen Getreideart Wintergerste über die große Trockenheit in Deutschland.

Nicht nur Italien hat ein großes Dürreproblem – auch Deutschland ist davon betroffen. Bauern in verschiedensten deutschen Regionen bekommen die Folgen der Trockenheit zu spüren.

Mainz – Im Norden Italiens herrscht wegen der extremen Dürre der Ausnahmezustand. Der Zivilschutz bereitet sich schon auf einen landesweiten Einsatz vor, sollte die Regierung den Notstand wegen der Trockenheit erklären. Dazu ist ein erbitterter Streit um die Wasserverteilung bei den Flüssen und Seen entbrannt.

Aber auch in Deutschland klagen Bauern in verschiedenen Regionen über Trockenheit. „Örtlich sind die ersten Mähdrescher schon unterwegs“, sagte der Sprecher des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd mit Sitz in Mainz, Andreas Köhr, der Deutschen Presse-Agentur. Die Ernte der frühen Getreideart Wintergerste habe im Süden begonnen. „Da werden schon Ertragseinbußen erwartet. In welcher Höhe wissen wir noch nicht“, ergänzte Köhr.

Trockenheit in Deutschland: Bauern erwarten Ertragseinbußen

Insgesamt sei der Frühling für alle Kulturen zu trocken gewesen. Oft gebe es punktuelle und teils unwetterartige Niederschläge, jedoch kaum noch den klassischen flächendeckenden Landregen, erklärte der Verbandssprecher. „Starkregen aber fließt schnell ab, weil ausgetrocknete Böden weniger Wasser aufnehmen können.“

Der Süden der Rheinland-Pfalz ist nicht die einzige von Trockenheit betroffene Region in Deutschland. Der Thüringer Bauernverband erklärte am Mittwoch, dass die Pflanzen fast im ganzen Freistaat mit einer „ausgeprägten Trockenheit“ kämpfen müssten. Auch dort wird eine schlechtere Ernte befürchtet.

Vor allem Deutschlands Osten leidet schon seit Jahren unter starker Trockenheit – am stärksten hat es Sachsen-Anhalt getroffen. 2021 war zwar ein regenreicheres Jahr – doch ob sich das Wetter 2022 genauso positiv für die Landwirte entwickelt, ist noch nicht klar. Derzeit sieht es nicht danach aus.

Rukwied: Weitere Trockenheit hätte erhebliche Ernteeinbußen zur Folge

Schon im Frühjahr waren die oberflächennahen Bodenschichten im Norden Deutschlands und am Rhein entlang trockener als im langjährigen Durchschnitt, da es laut Deutschen Wetterdienst (DWD) relativ wenig geregnet hat. Die Folgen: Vor allem Kulturen, die in dieser Zeit gesät wurden, leiden, weil sie noch keine Wurzeln ausbilden konnten, sagt Andreas Brömser, Agrarmeteorologe beim DWD. Das betreffe den Mais, die Zuckerrübe oder die Sojabohne.

Der Blick auf die Bodenfeuchte-Karten des DWD aus dem Mai zeige, dass die Böden in einer Tiefe von etwa 30 Zentimeter auch im Norden noch relativ feucht seien. Bei den frisch gepflanzten Kulturen reiche die Wurzel noch nicht weit genug in den Boden. Sommergetreide, das im März gesät wurde, oder Winterraps und Wintergetreide, das bereits im vergangenen Herbst ausgebracht wurde, hätten bereits ein ausreichend langes Wurzelwerk, um an das Wasser im Boden zu kommen.

Wenn es nicht bald ausreichend regne, sei für die Regionen nördlich des Mains mit negativen Auswirkungen auf die Ernte zu rechnen, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, im vergangenen Monat im Nachrichtensender ntv. Weitere Trockenheit hätte erhebliche Ernteeinbußen zur Folge. Gleichwohl sei die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln noch bis zum ersten Quartal des kommenden Jahres gesichert. (lma/dpa)

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