"Ich.Darf.Nicht.Schlafen"

Finstere Version von „50 erste Dates“

Mit der gleichnamigen Bestseller-Verfilmung „Ich.Darf.Nicht.Schlafen“ ist Regisseur Rowan Joffe nicht besonders dank Hauptdarsteller Colin Firth ein Thriller mit Tiefe gelungen.

Für „Ich.Darf.Nicht.Schlafen“ griff Rowan Joffe auf einen mittelmäßig geschriebenen, aber extrem spannenden Roman zurück – wie schon David Fincher bei „Gone Girl“. Auch hier geht es um die trügerische Vertrautheit unter Eheleuten und um die Frage, wie gut man seinen Partner kennt. Joffe inszeniert umsichtig und verleiht dem eigentlich simpel gestrickten Thriller dank großartiger Kamera-Arbeit eine ungeahnte Tiefe. Unter Berücksichtigung sämtlicher Genreregeln, versteht sich.

Und darum geht es: Christine Lucas (Nicole Kidman) wacht jeden Morgen ohne Erinnerungen auf. Vor vielen Jahren wurde sie bei einem Unfall so schwer am Kopf getroffen, dass sie sich seitdem nichts mehr merken kann. Ehemann Ben (Colin Firth) muss ihr jeden Tag aufs Neue beibringen, wer er ist und was geschehen ist. Das hört sich konstruiert an, funktioniert aber bestens – und wird bald für den Zuschauer beklemmend und spannend.

Irgendwer scheint in dieser finsteren Variante von „50 erste Dates“ nicht immer die Wahrheit zu sagen. Besonders Colin Firth gelingt es großartig, hinter der Liebenswürdigkeit Bens stets Abgründe aufblitzen zu lassen. Das sentimentale Ende des Buches hat Joffe zwar geschickt gestrafft, ganz vermeiden konnte er die süßliche Auflösung aber leider nicht.

ulf

Rubriklistenbild: © Sony Pictures Releasing GmbH

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