Trailer zum Film

"Carol" - Ein Fest für die Sinne mit Cate Blanchett

Carol Cate Blanchett und Rooney Mara
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Berauschend, subtil und wunderschön, genau wie die Hauptdarstellerinnen: Cate Blanchett und Rooney Mara (links).

München - Todd Haynes hat mit „Carol“ nach Patricia Highsmiths Roman „Salz und sein Preis“ ein Kinokunstwerk geschaffen und verstößt damit gegen alle Konventionen.

„Salz und sein Preis“ lautete der Titel eines Liebesromans, der 1952 von einer Schriftstellerin namens Claire Morgan veröffentlicht wurde. Erst 1990 verriet die US-amerikanische Bestseller-Autorin Patricia Highsmith, dass sie diese Geschichte der 19-jährigen Verkäuferin Therese Belivet verfasst hatte, die sich zum ersten Mal, mit aller Wucht und Leidenschaft in eine ältere, verheiratete Dame der New Yorker Oberschicht verliebte.

Filmemacher Todd Haynes hat aus dieser Liebe gegen alle Konventionen ein wahres Kinokunstwerk geschaffen. Bei Haynes hatte schon immer jede Lampe und jedes Beistelltischchen eine Bedeutung, doch mit „Carol“ hat sich der Meister, unterstützt durch das genial verdichtende Drehbuch von Phyllis Nagy, selbst übertroffen. Für sein komplexes Spiel mit Andeutungen und Verweisen hat er in den prüden Fünfzigern in New York eine perfekte Ära gefunden. Der eine halbe Sekunde zu lange, zu direkte Blick in die Augen, das Paar Handschuhe, wie zufällig liegen gelassen, die Zigarette in der leicht zitternden Hand – Haynes’ Film ist ein Fest für die Sinne, berauschend, subtil und wunderschön.

Trotzdem erscheint „Carol“ nie konstruiert. Im Gegenteil, alles scheint sich auf wundersame Weise organisch zu fügen. Die Leinwand vibriert förmlich vor unterdrückter Leidenschaft, wenn sich die beiden Frauen in einer Hotelbar gegenübersitzen, nur anschauen und stattdessen ein junger Kerl wichtigtuerisch in die Stille plärrt.

So präzise wie detailversessen treibt Regisseur Todd Haynes mal diesen, mal jenen Aspekt seiner Geschichte weiter voran. Die wichtigsten Dinge geschehen weitgehend wortlos, im Verborgenen, zwischen den Dialogzeilen: In den geweiteten Augen von Rooney Maras Therese beispielsweise oder in dem warmen Leuchten, das die Titelheldin Carol (hinreißend gespielt von Cate Blanchett) in manchen Szenen zu erfüllen scheint.

„Carol“

mit Cate Blanchett, Rooney Mara Regie: Todd Haynes

Laufzeit: 118 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Dem Himmel so fern“ mochten.

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