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Donald Trump überrascht mit Nahost-Plan: Ost-Jerusalem als Hauptstadt Palästinas

US-Präsident Donald Trump hat in Washington seinen Nahost-Plan vorgestellt. Dieser sieht unter anderem eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina vor. 
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TV-Kritik

„Eine kleine Lüge“: klug, bitter, manchmal komisch, manchmal tragisch - und für die ganze Familie

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Patrick (Mathieu Demy) ahnt noch nichts vom Lügenkonstrukt seiner Frau.

Die erstaunliche sechsteilige Familien-Miniserie überzeugt mit unterschwelliger Dramatik und mutigen Ideen.

2012 schien die internationale Serienlandschaft noch simpler zu sein: Auf der einen Seite die Amerikaner, die seit einigen Jahren sensationell hochwertige TV-Serien drehten, zum Neid aller anderen Fernsehnationen. Auf der anderen Seite Europa, wo sich Deutschland noch halbwegs hinter den anderen Nationen verstecken konnte, die dieser Qualität auch nichts entgegenzusetzen hatten.

Dann kam Frankreich mit „Les Revenants“, einer brillanten, düsteren, hochemotionalen Konzeptserie, die international einschlug wie eine Bombe, inklusive Emmy-Gewinn und US-Remake. Damit waren die Flutschleusen offen, es folgte „Gomorrha“ aus Italien, die skandinavischen Krimiserien, die Entdeckung der seit Jahrzehnten grandiosen belgischen Serien – selbst Österreich hatte mit „Braunschlag“ einen Serien-Meilenstein. Und Deutschland sah endlich, dass es keine kulturelle Hürde war, die die deutsche Qualitätsserie verhinderte, sondern die reine Mutlosigkeit der hiesigen Fernsehmacher.

Fabrice Gobert beweist mit „Eine kleine Lüge“ seine Wandlungsfähigkeit

Der Erfinder, Autor und Regisseur von „Les Revenants“ heißt Fabrice Gobert, und er hat sich etwas Zweit gelassen mit seiner Nachfolgeserie. Die lief schon letzte Woche an, aber alle sechs Teile sind noch online auf arte zu sehen. Und man sollte sich diese Serie ruhig am Stück anschauen, wie den eleganten, großen Familienroman, als der sie gedacht ist.

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Und Gobert beweist seine Wandlungsfähigkeit. Wie damals steht die international preisgekrönte Legende Patrick Blossier hinter der Kamera, aber der Stil hat sich radikal geändert. Die Vorgängerserie mit ihrem bedrückend engen, finster-romantischen Grusel war geprägt von den Einflüssen von David Lynch oder Gregory Crewdson. 

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Diesmal hat sich Gobert für diese Geschichte einer frustrierten Hausfrau und Mutter, die mit einer kleinen Lüge über eine vermeintliche Krebserkrankung eine ganze Lawine von familiären Komplikationen auslöst, von den Fotografien des Künstlers Jeff Walls inspirieren lassen: sonnendurchflutete, teils grotesk farbenfrohe Bilder von Stepford-Suburbs und ihren wohlhabenden, perfekt trainierten Einwohnern. Sogar die Musik hat von den düsteren „Mogwai“-Klängen zu sinnlichem TripHop und sarkastischem Chanson gewechselt.

„Eine kleine Lüge“: Fabrice Gobert hat eine Horrorserie in der Familie gedreht

„Eine kleine Lüge“, arte, Videos verfügbar bis 30.10.2019

Aber davon sollte man sich nicht beirren lassen: Gobert hat erneut eine Horrorserie in der Familie gedreht, nur dass das Grauen diesmal nicht in Gestalt von untoten Geliebten erscheint, sondern aus dem ganz alltäglichen Handeln heraus. Aus der Erkenntnis, dass vielleicht alles nur eine große Lüge war. 

Und, noch schlimmer, dass die Lüge vielleicht besser ist als die Wahrheit. Denn alle Familienmitglieder hier haben so ihre Probleme mit der Ehrlichkeit, sie alle verstecken sich gerne hinter Lügen, über ihre Vergangenheit, ihre Sexualität, ihre wahren Gefühle. Es dauert nicht lange, bis die Mutter merkt, dass ihre kleine Aufmerksamkeitslüge vielleicht nur der eine Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

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Eine kluge, bittere, manchmal komische und manchmal tragische Familienserie, die nicht nur alle Facetten ihres großartigen Casts ausspielt, sondern auch mutige Inszenierungs-Ideen hat, von den langen Song-Collagen bis zu den tatsächlichen Musical-Einlagen. Es sind diese Art von mutigen Entscheidungen, die man in deutschen Serien weiterhin vermisst. Vive la France.

Von D.J. Frederiksson

Auch interessant: Der Arte-Themenabend im TV namens „Menschenskinder“ widmet sich Kindern, die in radikalem Umfeld aufwachsen.

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