Es kommt erst Monate später raus

Deutscher Free-TV-Sender ist insolvent - Zuschauer gespalten: „Wundert mich nicht“

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Der Sender eoTV ist insolvent (Symbolfoto).

Ein deutscher Free-TV-Sender ist insolvent - das kommt erst mit monatelanger Verspätung raus. So soll es jetzt weitergehen.

München - Der Free-TV-Sender eoTV, der deutschlandweit über Kabel und Satellit ausgestrahlt wird, ist insolvent. Das schreibt dwdl.de und wurde dem Portal auch von Chef Jürgen Hörner bestätigt. Wie infosat.de unter Berufung auf eine Bekanntmachung des Amtsgerichts München berichtet, wurde am 1. Mai das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Betreibergesellschaft EO Television GmbH eröffnet. Der Münchner Rechtsanwalt Henrik Brandenburg wurde zum Insolvenzverwalter ernannt.

eoTV steht für internationale Serien-Produktionen

Der ehemalige Geschäftsführer der ProSiebenSat.1 TV Deutschland, Jürgen Hörner, hatte den Sender 2015 gestartet, der zunächst nur über IPTV über waipu.tv sendete, dann auch über Zattoo und Entertain TV und zudem laut dwdl.de seit 2017 aber regulär in Kabelnetzen und über Satellit verbreitet wurde. Aktuell ist eoTV über verschiedene Kabelnetze sowie über Satellit (Astra 19,2° Ost, Frequenz: 10921/ MHz, Polarisation: Horizonta,l Symbolrate: 22.000/ FEC: 7/8/, Modulation: DVB-S, QPSK) empfangbar.

Die Abkürzung eoTV bedeutet „European Originals Television“ - entsprechend steht der Sender für ein ambitioniertes Programm auch mit internationalen Serien-Produktionen und Free-TV-Premieren, unter anderem durften sich Zuschauer über „Versailles“, „Ashes to Ashes: Zurück in die 80er“ und „A young doctor’s notebook“ mit „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe freuen.

Zum täglichen Programm zählen zudem Dauerbrenner wie „SonnenklarTV“, „Agatha Christie - Mörderische Spiele“ und „Echt lecker!“

eoTV: Free-TV-Kanal sendet trotz Insolvenz weiter

Laut Angaben von Hörner sei der April der erfolgreichste eoTV-Monat ever gewesen. Die Refinanzierung des Programms durch Werbung sei allerdings zum Problem geworden. Der Insolvenzantrag erfolgte laut dwdl.de bereits im Februar, wurde aber erst jetzt öffentlich bekannt.

Laut Hörner soll der Sendebetrieb zunächst weitergehen, sodass die eoTV-Zuschauer erst einmal wenig bis nichts von der Insolvenz mitbekommen dürften. Der Insolvenzverwalter führe Gespräche mit potenziellen Investoren.

eoTV-Fans schockiert: „Die ‚Guten‘ trifft es immer zuerst“

Zuschauer von eoTV reagieren unterschiedlich auf die Nachricht. Das zeigt sich auf der Facebook-Seite von dwdl.de. „Finde ich sehr schade, weil ich da das ein oder andere Schätzchen gefunden habe, was ich toll fand und was sonst nirgendwo gezeigt wurde“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer meint: „Wundert mich nicht. Zumal dort auch nur Schund läuft in unterirdischer Bild und Tonqualität.“ Dieser wird gleich gerüffelt: „Geschmäcker sind verschieden, aber Schund ist was anderes. Die Serien waren net schlecht, aber es ist nun mal ein kleiner Sender“ - ergänzt um „Die ‚Guten‘ trifft es immer zuerst.“

Im Juni startet in Deutschland ein neuer Free-TV-Sender - es sind inzwischen weitere Details bekannt. Das österreichische ORF eins hat sich derweil umbenannt und sorgt für Irritationen.

Während der eine Sender insolvent geht, entsteht ein neuer Sender. Das dürfte vor allem Fans des Boom-Genres freuen. Für US-Serien-Fans gibt es hingegen eine schlechte Nachricht.

lin

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