Viele Zuschauer verärgert

ARD-Eklat: Hier sollen zwei Sportlerinnen eine unsittliche Frage beantworten

Ein Screenshot aus dem Video.

Noch über die Leichtathletik-WM hinaus sorgt ein ARD-Beitrag für Diskussionen: Zwei Sportlerinnen sollten darin eine unsittliche Frage beantworten.

London - Die Leichtathletik-WM ist vorbei, doch noch immer sorgt ein ARD-Beitrag für Diskussionen. Die beiden deutschen Athletinnen Lisa Mayer (21) und Gina Lückenkemper (20) haben sich für die Sportschau auf ein kleines Spiel eingelassen - auf einer Parkbank ziehen sie Fragen aus einem Hut und antworten darauf. Doch dass es dabei unsittlich werden würde, damit hatten die beiden wohl eher nicht gerechnet.

Die Sportschau hat verschiedene der entstandenen Clips bei Facebook hochgeladen. Eine der Fragen fällt noch recht harmlos aus: „Wärst du lieber intelligent und unsportlich oder dumm und sportlich?“

Eine andere hingegen sorgt für viel Kritik: „Im Falle einer WM-Medaille, würdest du die Interviews in der Mixed Zone lieber in Schwimmflügeln geben oder die Ehrenrunde oben ohne erleben?“ Die beiden nehmen die Frage mit jeder Menge Humor. „Ich glaub, ich würd die Schwimmflügel nehmen“, so Lückenkemper. „Ich auch, lieber zum Gespött machen“, ergänzt Mayer. Und dann pusten die beiden noch Schwimmflügel auf, ziehen sie über und erklären, dass sie den Deal mit den Mixed-Zone-Interviews eingehen. Wenn die Frage die beiden geärgert hat, dann haben sie es sich jedenfalls nicht anmerken lassen.

Empörung hingegen gab es bei einigen Zuschauern. Wie kann man bitte zwei Sportlerinnen fragen, ob sie sich im Fall eines Medaillengewinns ausziehen würden, so lautet der Tenor mancher Facebook-Kommentare.

„Da rutscht man auch schon mal in den Sexismus ab“

„Sport tritt in den Hintergrund, die jungen hübschen Frauen treiben die Einschaltquote hoch! Da rutscht man auch schon mal in den Sexismus ab (der eigentlich die sportlichen Leistungen dieser Sportlerinnen herabwürdigt). Wie in der Werbung, so gilt auch hier: Sex sells!!!“, kritisiert ein Nutzer.

Ein anderer schreibt: „Den Mädels wünsche ich viel Erfolg! Und den Redakteuren, die diese Seite betreuen einen Anti-Sexismus-Lehrgang.“ Die Sportschau reagiert prompt: „ Zur Diskussion dürfen wir an dieser Stelle beitragen, dass es eine Kollegin war, die diese Fragen gestellt hat und keine Redakteure, die einen ‚Anti-Sexismus-Lehrgang‘ besuchen müssten.“ Das reicht einer Userin nicht. Im Gegenteil: „Nein, es wird nicht besser durch die Aussage, aber wenigstens nehmen sie Stellung!!“

Eine weitere Nutzerin rät dem Sportschau-Team: „Dämliche Fragen einfach lassen wäre ne Lösung ... egal ob von Männern oder Frauen, da mach ich ganz großzügig gar keinen Unterschied.“

Andere wiederum finden die Frage harmlos - und natürlich war das nur ein Bruchteil der Diskussion um Sexismus, Feminismus und verwandte Themen, die in Folge des Videos bei Facebook entstanden war.

Die Leichtathletik-WM ist jedenfalls inzwischen vorbei - in der Sprintstaffel über 4 x 100 Meter liefen Tatjana Pinto, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase nach einem verpatzten Wechsel um 17 Hundertstelsekunden an der Medaille vorbei. Es bleibt ihnen also erspart, in Schwimmflügeln ihre Interviews zu geben - oder noch etwas ganz anderes.

Auch rund um das Aus von Mehmet Scholl schrieb die ARD Negativ-Schlagzeilen. Ein Medienbericht rückte das Ganze in ein anderes Licht.

lin

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