Nach Lungentransplantation

Arzt Klepetko zur Lauda-Genesung: Voraussetzung ist ideal

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Niki Lauda, Luftfahrtunternehmer und Ex-Rennfahrer, liegt nach einer Lungentransplantation im Krankenhaus. Foto: Dave Acree/AAP

Der Erfolg einer Lungentransplantation hängt vom psychischen Antrieb des Patienten ab. Sagt der Chirurg, der Formel-1-Ikone Niki Lauda operiert hat. Montag sagt das Krankenhaus, wie es ihm geht.

Wien (dpa) - Niki Laudas behandelnder Arzt Walter Klepetko sieht gute Genesungs-Chancen für den dreimaligen Formel-1-Weltmeister nach dessen Lungentransplantation. Nach Aussage des Chirurgen liegt das vor allem an Lauda selbst.

"Wichtig ist die mentale Einstellung des Patienten. Er muss wirklich ein Kämpfer sein, wirklich wollen", sagte der Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie im Allgemeinen Krankenhaus in Wien der "Bild am Sonntag". "Einen größeren Kämpfer als Niki Lauda wird es nicht so leicht zu finden geben." Die Voraussetzung sei "somit ideal". Ein Training, "damit sich das neue Organ an den Körper gewöhnt", gebe es nicht.

"Ein Patient muss den psychischen Antrieb haben, gesund zu werden", sagte Klepetko der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn Sie einen depressiven Patienten operieren, werden sie keine Freude haben, der Überlebenswille muss da sein." Zu seinem berühmten Patienten wollte Klepetko sich im Speziellen ohne dessen Einwilligung nicht äußern. Aber das Krankenhaus plane, am Montag neue Auskünfte über den Gesundheitszustand des 69-jährigen Lauda zu geben.

Eine Lungentransplantation dauere zwischen sechs und zehn Stunden, je nach Komplexität der Operation - etwa, ob es bei dem Patienten Verwachsungen gebe, sagte Klepetko. Der Patient bleibe nach dem Eingriff zunächst sediert. Wenn seine Lage stabil sei, werde der Beatmungsschlauch entfernt. "Bei einfachen Fällen geht das vielleicht schon nach zwölf Stunden, und der Patient ist munter", sagte Klepetko. "Bei sehr komplexen Operationen oder bei älteren Patienten dauert es eher länger." "Die Herausnahme des Schlauches ist immer ein entscheidender Moment", sagte Klepetko.

Klepetko hatte Lauda eine Lunge transplantiert. Der Unternehmer und Aufsichtsratschef des Formel-1-Weltmeisterteam Mercedes hatte im Juli einen Urlaub auf Ibiza abgebrochen, um sich wegen einer hartnäckigen Sommergrippe in Wien behandeln zu lassen.

Klepetko betonte in der "Bild am Sonntag", dass jeder Transplantierte "lebenslang ein Patient" bleibe. Er müsse Medikamente nehmen und regelmäßig kontrolliert werden. "Aber das Leben, dass der Patient danach führen kann, kann hervorragend sein." Wann Lauda das Krankenhaus verlassen kann, wollte der Mediziner nicht sagen. Es dauere sicher länger als drei Wochen, meinte er. "Wir haben auf jeden Fall keine Eile. Das Wichtigste ist, dass er am Ende die Klinik in einem guten Zustand verlässt."

Dass Lauda ein Kämpfer ist, hatte er am eindringlichsten bewiesen nach seinem Horror-Unfall 1976 auf dem Nürburgring. Damals war der Österreicher im Flammeninferno nur knapp dem Tod entronnen. Trotz schwerster Verletzungen und Verbrennungen kehrte er nur 42 Tage später auf die Strecke zurück. Jahre später musste er sich zweimal einer Nierentransplantation unterziehen.

Nach der Lungentransplantation in der vergangenen Woche hatten Lauda und seine Familie von vielen Seiten Zuspruch erhalten. Sein ehemaliger Rennstall Ferrari twitterte kurz und knapp "Forza Niki". "Die Genesung, der er gegenübersteht, ist kein Rennen", schrieb Mercedes-Teamchef und Landsmann Toto Wolff. "Ich bin mir sicher, dass er jeder Schwester und jedem Arzt sagen wird, er habe genug vom Krankenhaus." Die Welt kenne Lauda als eine Formel-1-Legende mit unglaublicher Kraft und Widerstandsfähigkeit. "Für uns alle bei Mercedes ist er unser Vorsitzender, unser Mentor und unser Freund."

Lauda-Porträt

Eurotransplant-Regelwerk

Bild-Interview

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