Trauriger Moment in Tokio

Drama nach Sturz bei Olympia: Pferd muss nach Bänderriss sterben - Arzt erklärt den drastischen Schritt

Der Schweizer Robin Godel auf Jet Set beim Ritt in Tokio.
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Der Schweizer Robin Godel auf Jet Set beim Ritt in Tokio.

Das Pferd des Schweizer Olympioniken Robin Godel erlitt einen Bänderriss - und wurde danach eingeschläfert. Ein Arzt erklärt, warum „Jet Set“ sterben musste.

Tokio - Es ist einer der traurigsten Momente bei Olympia*: Das Pferd des Schweizer Reiters Robin Godel knickt bei der Landung nach einem Sprung um und zieht sich einen schweren Bänderriss zu. Es muss daraufhin eingeschläfert werden. Bei menschlichen Sportlern ist der Bänderriss keine ungewöhnliche Verletzung - und endet schon gar nicht im Tod.

Viele fragen sich deshalb: Warum ist beim Pferd ein solch drastischer Schritt notwendig? Der Schweizer Tierarzt Rolf Hanimann klärt beim Schweizer Portal 20 Minuten nun auf. „Bei einem Pferd sind Frakturen oder Bänderrisse grundsätzlich schwer operabel“, sagt er. „Die Belastungen für diese Körperpartien sind um ein Vielfaches größer als beim Menschen.“

Olympia: Pferd muss nach Bänderriss eingeschläfert werden - Mensch und Tier nicht vergleichbar

Auf einem Vorderfuß eines Pferds lasten rund 200 Kilogramm. „Das ist eine Frage der Dimensionen. Das ist so, als müsste ein Mensch auf den Fingernägeln seines Mittelfingers gehen“, vergleicht Hanimann. In der Humanmedizin kann man den Patienten in den Heilungsprozess einbinden - ein Mensch weiß, dass er die betroffene Stelle schonen muss und handelt entsprechend. Bei einem Tier ist das nicht so einfach.

Video: Hättest du das über Reiten gewusst?

„Ein Pferd kann man nicht auf Krücken herumlaufen lassen“, sagt der Arzt. „Es wird das verletzte Bein von Anfang an voll belasten.“ Das Bein wäre so dauerhaft geschwächt. Pferde sind Fluchttiere, das macht es unmöglich, eine Art Zwangsgeschirr zur besseren Heilung anzulegen. „Das wäre für das Tier mental nicht handelbar“, macht Hanimann deutlich.

Olympia: Deutsche Erfolge beim Reitsport in Tokio

Er betont auch, dass Pferdesport und Tierwohl sich nicht widersprechen. „Man tut alles, damit die Tiere das möglichst gut vertragen, vom Training bis zur Ernährung. Man arbeitet mit dem Tier zusammen. Sonst sind solche Leistungen wie bei Olympischen Spielen gar nicht möglich.“

Die deutschen Pferde sind von Verletzungen zum Glück verschont geblieben. Am Montag gab es für Vielseitigkeits-Reiterin Julia Krajewski die nächste deutsche Goldmedaille. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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