Mit schlechter 75

Siem vor Aus bei British Open

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Marcel Siem.

St. Andrews - Um 3.30 Uhr ist Siem aufgestanden, um sich mit Gymnastik und Probeschlägen auf den Start drei Stunden später vorzubereiten. Trotz heftiger Regenfälle musste er zwei Schläge machen, dann kam der Abbruch. Nach drei Stunden Pause und Schlaf im Auto ging nichts mehr.

Golfprofi Marcel Siem hat nach stundenlanger Unterbrechung wegen schwerer Regenfälle seine zweite Runde bei der British Open im schottischen St. Andrews verpatzt. „Es ist mein Fehler, ich habe zwischendurch geschlafen und dann nie meinen Rhythmus gefunden. Ich habe extrem schlecht gespielt“, sagte der 35-Jährige am Freitag nach dem 75er Durchgang auf dem Par-72-Kurs. Insgesamt 145 Schläge sind viel zu viel für seine Ansprüche: „Ich glaube nicht, dass ich damit den Cut ins Wochenende schaffe“.

Nach seinem Abschlag um 6.30 Uhr Ortszeit (7.30 MESZ) war die erste Startgruppe zwar noch zum Grün marschiert, vor dem Putten wurde das Turnier auf dem Old Course aber gestoppt. Hunderte Helfer waren damit beschäftigt, die Wasserpfützen trockenzulegen. Siem kam danach nicht in sein Spiel, der Ratinger leistete sich fünf Bogeys bei nur zwei Birdies. Der Grund waren vor allem vier Drei-Putts auf den extrem großen und nassen Grüns. „Ich war früh am Morgen fit und auf einen richtigen Kampf gegen Regen und Sturm vorbereitet“, erzählte er. Den Start im strömenden Regen fand er grenzwertig, wollte den Organisatoren aber keinen Vorwurf machen.

Nach der Pause wurde er geweckt, hatte nur 30 Minuten zur Vorbereitung und war dann völlig von der Rolle. Seine Abschläge waren okay, aber seinem kurzen Spiel fehlte die Präzision. So wirkte er richtig verzweifelt, als er an der 17. Bahn einen Chipp aus dem hohen Gras zu kurz ließ und noch einmal neu ansetzen musste. Am letzten Loch fehlte ihm das Fortune bei einem kurzen Putt. „Das geht alles auf meine Rechnung. Es war eigentlich leicht zu spielen, als der Regen nachließ“, meinte Siem.

Besser lief es bei den zweimaligen Majorsiegern Martin Kaymer (Mettmann) und Bernhard Langer (Anhausen), die das Glück hatten, kurz vor Mittag zu starten, als sich das Wetter beruhigte. Kaymer gelangen auf den ersten zehn Löchern drei Birdies bei einem Bogey, er lag auf dem zwischenzeitlichen 23. Rang mit drei unter Par.

Auch Langer erwischte einen guten Beginn mit zwei Birdies auf den Löchern eins und fünf. Er wurde mit viel Applaus gefeiert. Der 57-jährige hatte sich mit einem Sieg bei der Senior British Open im vergangenen Jahr qualifiziert. Nach der 74 am Donnerstag und der halben Runde lag er insgesamt bei Platzstandard auf Rang 74.

Die besten Golfer ließen sich von den Wetterbedingungen nicht stören. So lag der Brite Danny Willett nach einer 66 zum Auftakt und 13 Löchern am Freitag bei 10 unter Par. Die starken Amerikaner Dustin Johnson (65) und Jordan Spieth (67) starteten erst am Abend. Die Runden sollen am Samstag zu Ende gespielt werden.

dpa

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