Trainer-Treue

Zehn Jahre Coach in Heidenheim: Jubiläum für Schmidt

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Frank Schmidt ist seit zehn Jahren Trainer des 1. FC Heidenheim. Foto: Stefan Puchner

Frank Schmidt feiert am Wochenende sein zehnjähriges Jubiläum als Trainer des Zweitligisten 1. FC Heidenheim. Im deutschen Profifußball ist das derzeit einzigartig. Dabei wollte Schmidt nie Trainer werden.

Heidenheim (dpa) - Über den Vergleich mit Arsène Wenger vom FC Arsenal muss Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim ein wenig schmunzeln. Seit fast 21 Jahren trainiert Wenger nun den englischen Spitzenclub, er ist der dienstälteste Trainer im europäischen Profifußball, Schmidt ist weit davon entfernt.

Doch wenn Heidenheim am Sonntag in der 2. Liga beim VfL Bochum antritt, wird der 43-Jährige ein besonderes Jubiläum feiern. Er ist dann auf den Tag genau zehn Jahre Trainer des FCH - und das ist unter Deutschlands Proficlubs derzeit einzigartig. "Ich kann es fast nicht glauben", sagt Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Er wollte eigentlich nie Trainer werden.

Der 17. September 2007 ist ihm daher noch besonders gut in Erinnerung. Schmidt hatte gerade seine mäßige Karriere als Spieler beendet und war zurück nach Heidenheim gezogen. Der gelernte Bankkaufmann sagt fest zu, im Versicherungsbüro eines Freundes mitzuarbeiten. Nebenbei hilft er als Co-Trainer beim FCH aus. Doch dann entlässt der damalige Oberligist Chefcoach Dieter Märkle, Schmidt soll für zwei Spiele interimsweise übernehmen. "Es war eigentlich klar, dass ich danach in Schlips und Anzug zurückkehre", sagt er. Doch das wird er nie wieder tun. Weil er die Mannschaft begeistert und mit dem FCH außergewöhnliche Erfolge feiert.

"Sein Ehrgeiz, seine Motivation und auch sein Optimismus sind drei wesentliche Eigenschaften, die ihn dorthin gebracht haben wo er heute ist", sagt FCH-Kapitän Marc Schnatterer, mit dem Schmidt seit neun Jahren zusammenarbeitet. Schmidt erinnert sich nach all den Jahren noch an einen Satz seines früheren Sportlehrers Heinz Jakob. "Der hat scherzhaft mal gesagt: "Frank, wenn ich dich so sehe, kannst du als Fußballer eigentlich nix. Aber du wirst mal ein guter Trainer.""

Wer sich in den drei deutschen Profiligen umschaut, wird keinen Trainer finden, der länger als Schmidt bei seinem Verein arbeitet. Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig würde im Mai 2018 die zehn Jahre erreichen. Christian Streich ist bald sechs Jahre Trainer des SC Freiburg, Peter Stöger fast viereinhalb Jahre beim 1. FC Köln. Den Rekord in Europa hält der Franzose Guy Roux, der mit kleinen Unterbrechungen 44 Jahre den AJ Auxerre trainierte. Schmidt muss darüber lachen: "Das kann ich heute schon versprechen: So lange bin ich hier nicht Trainer."

Die Erfolgsgeschichte von Frank Schmidt und dem 1. FC Heidenheim ist aber auch jetzt schon eine besondere. Knapp 100 Meter Luftlinie vom heutigen Zweitliga-Stadion des Clubs wurde er geboren, noch heute lebt er mit seiner Frau und den Kindern in der Stadt. Als er den Verein 2007 übernimmt, spielt der FCH noch in der Oberliga. Es folgt der direkte Aufstieg in die Regionalliga, anschließend geht es sogar sofort in die 3. Liga. Mittlerweile kickt der deutschlandweit immer noch weitgehend unbeachtete Club schon seit drei Jahren in der 2. Liga. Schmidt weiß, dass es die außergewöhnlichen Erfolge waren, die ihm in den vergangenen zehn Jahren meistens Recht gegeben haben.

Sein Jubiläum sei zweifelsfrei eine tolle Leistung, sagt DFB-Chefausbilder Frank Wormuth, von dem Schmidt 2011 seine Fußballlehrer-Lizenz bekommen hat. Dennoch warnt Wormuth vor den Mechanismen des Geschäfts. "Wir wissen nicht, was passiert, wenn Heidenheim mal um den Klassenerhalt spielt und wie die Verantwortlichen dann reagieren." In der Situation war der Club in der Tat noch nicht. Zwar ist aktuell der Saisonstart in die 2. Liga mit vier Niederlagen aus fünf Spielen missglückt. In Abstiegsgefahr schwebt der FCH darum aber längst noch nicht.

Die nächsten Wochen werden daher vielleicht auch für Schmidt erstmals in seiner Trainerkarriere zum Härtetest. Aber selbst wenn er irgendwann nicht mehr in seiner Heimat als Trainer arbeiten sollte - an seinem Ziel hält er fest. "Ich will in die erste Liga. Und ich werde mein Bestes dafür geben."

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