Verwirrung durch Grindel-Auftritt

Videobeweis-Fragen: Bis zum Wochenende soll Klarheit herrschen

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Reinhard Grindel sorgten am Wochenende für Verwirrung.

Die Kommunikation bleibt offensichtlich das Hauptproblem beim Thema Videobeweis. Der Härtetest für die Kurskorrektur steht am Wochenende bevor.

Frankfurt/Main - Das hervorgerufene Defizit beim Durchblick ließ der Chefetage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) offenbar keine Ruhe. Nachdem (einmal mehr) alle Klarheiten in der Dauer-Diskussion um den Videobeweis durch einen TV-Auftritt von Präsident Reinhard Grindel beseitigt worden waren, verbreitete der Verband ein eigenes Gespräch mit dem DFB-Boss. Ob das "Erklär-Interview" die Debatte tatsächlich entschärft, wird sich am Wochenende zeigen - dann nimmt die Bundesliga ihren Betrieb wieder auf. 

Die neueste DFB-Erläuterung im Hinblick auf den Einsatz des technischen Hilfsmittels sieht so aus: "Der Video-Assistent soll zunächst einmal bei Szenen eingreifen, die der Schiedsrichter gar nicht gesehen hat und deshalb keine Entscheidung treffen konnte", sagte Grindel auf dfb.de: "Darüber hinaus aber eben auch bei Szenen, die er nach seiner Wahrnehmung klar sieht und bewertet, der Video-Assistent nach wenigen Sekunden aber anhand der TV-Bilder erkennt, dass der Schiedsrichter mit seiner Wahrnehmung und damit seiner Entscheidung klar falsch lag." 

Im Sport1-Doppelpass am Sonntag hatte sich das noch etwas anders angehört. Dort hatte Grindel erklärt, dass ein Fehler des Referees nicht überstimmt werden soll, wenn er die Szene gesehen, aber "nur" falsch bewertet hat. Einige Fehlentscheidungen wären damit bestehen geblieben. "Wenn der Schiedsrichter etwas sieht, muss er entscheiden. Er hat die Hoheit auf dem Platz. Dann muss man auch damit leben, dass es zu Fehlern kommt", hatte der DFB-Boss gesagt. 

Deutliche Kritik von Ex-Schiri Heynemann

Diese Aussage präzisierte Grindel im Nachgang, und bezog sich dabei auf die Vorgaben durch die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB). "Der Video-Assistent soll sich strikt an das Protokoll des IFAB halten, sprich nur bei ganz klaren Fehlentscheidungen einschreiten", sagte der 56-Jährige: "Bei strittigen Szenen, bei denen er vielleicht eine andere Auffassung oder Wahrnehmung hat als der Schiedsrichter, soll er nicht eingreifen." 

Deutliche Kritik an der bisherigen Zusammenarbeit zwischen den Referees und der Videozentrale in Köln übte der frühere FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann. "Der Schiedsrichter auf dem Platz ist die ärmste Sau", sagte der 63-Jährige im NDR: "Er macht nur noch das, was ihm aus Köln gesagt wird." Die Unparteiischen wirken auf ihn nur noch wie "Marionetten". 

Fröhlich bittet um Geduld

Um diesen Eindruck zukünftig zu vermeiden und die Klubs mit ins Boot zu holen, wird DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich "zeitnah" mit den Verantwortlichen der Vereine sprechen. Das Treffen soll die Brisanz aus dem Thema nehmen, um so mit größerer Gelassenheit die Testphase weiterzuführen. "Ich würde mir wünschen, dass wir jetzt einmal die nächsten Spieltage das Projekt Video-Assistent in Ruhe arbeiten lassen und dann am Ende der Saison alles ganz genau auswerten", äußerte Grindel. 

Dies sei dann auch der Zeitpunkt, um über Modifizierungen nachzudenken. "Die Frage einer möglichen Challenge-Regelung kann man durchaus diskutieren, ich bin offen dafür", sagte der DFB-Chef. Diese Variante wird bislang durch das IFAB ausgeschlossen. 

Um mehr Transparenz für die Zuschauer in den Stadien zu schaffen, wäre laut Grindel eine Erklärung der Szenen auf den Videoleinwänden der Arenen ein wichtiger Schritt. Sollten sich die Klubs beim Treffen mit Fröhlich bereits dafür entscheiden, könnte der DFB immerhin einen raschen Fortschritt vermelden.

sid

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