Transfer-"Nahrungskette" ist schuld

Wagner: Wechsel zu Bayern scheint sicher - Pfiffe der TSG-Fans

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Sandro Wagner (Mitte) hatte einen schweren Stand im Spiel gegen Frankfurt.

Der Transfer von Sandro Wagner zum FC Bayern ist offenbar nur noch eine Frage des Geldes. Das wurde rund um das Remis von 1899 Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt deutlich.

Sinsheim - Vereinzelte Pfiffe aus dem eigenen Fanblock gab es bereits bei der Vorstellung vor dem Spiel. Nach seiner vergebenen Großchance in der 41. Minute wurde auf den Rängen schon lauter geschimpft. Und als Sandro Wagner in der 62. Minute als Folge seiner schwachen Vorstellung raus musste, war der Unmut der Anhänger nicht mehr zu überhören. Der Wirbel um den wechselwilligen Nationalstürmer überlagerte das 1:1 (0:1) von 1899 Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt.

"Wir sind kein Spitzenklub, wir stehen bei der Nahrungskette im Transfermarkt nicht an erster Stelle", sagte Alexander Rosen. Damit machte der Sportchef der Hoffenheimer zwischen den Zeilen klar, dass es im Poker mit Rekordmeister Bayern München fast nur noch ums Geld geht. Deshalb versuchte Rosen auch, den Preis für Wagner in die Höhe zu treiben: "Er hat eineinhalb Jahre eine sehr gute Rolle bei uns gespielt. Es kann auch gut sein, dass er bleibt."

Nagelsmann: "Gesprächsbereit, aber es hängt vieles an der Ablöse"

Daran glaubt allerdings kaum noch jemand. Zu deutlich äußerte sich Trainer Julian Nagelsmann schon vor der Partie. "Wir sind nicht unter Zugzwang und müssen nicht verkaufen. Der Verhandlungspartner ist unter Zugzwang", sagte der Coach bei Sky: "Wir sind gesprächsbereit, aber es hängt vieles an der Ablöse."

Das bestätige Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der den Preis für Wagner aber drücken möchte - und deshalb fast so tat, als ob die Bayern keinen Back-up für den polnischen Top-Torjäger Robert Lewandowski bräuchten. "Natürlich wird es auch um die Ablösesumme gehen", sagte "Brazzo": "Wir sind da total entspannt, sind nicht unter Druck und haben Zeit."*

Ablösesumme soll bei zehn Millionen Euro liegen

Wagner will allerdings bereits im Winter in seine Münchner Heimat wechseln. Der 29-Jährige hatte schon in der Jugend für die Bayern gespielt und beim Rekordmeister seine ersten Profispiele bestritten. Zudem wohnt seine Familie in Unterhaching bei München. Als Ablösesumme sind rund zehn Millionen Euro im Gespräch. Für den Hoffenheimer Torschützen Mark Uth ist der Abgang seines Sturmkollegen schon gar keine Frage mehr: "Er ist ein super Spieler, der uns wegbrechen wird."

Den Wechselwunsch Wagners wollte aber niemand bei der TSG als Entschuldigung für die schwache Leistung des Confed-Cup-Siegers anführen. "Es ist mir zu plump, das in Verbindung miteinander zu bringen. Ich bin kein Typ für solche einfachen Denkweisen", sagte Nagelsmann: "Es hat ihn einfach gefuchst, dass er seine Großchance nicht gemacht hat. Danach war er ein bisschen frustriert und hat in der zweiten Hälfte keine Bindung mehr zum Spiel gefunden."

Dennoch reichte es für die Kraichgauer, die am Donnerstag in der Europa League bei Sporting Braga antreten müssen, zu einem schmeichelhaften Punktgewinn. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena glich Uth in der Nachspielzeit (90.+1) die Frankfurter Führung durch Kevin-Prince Boateng (13.) aus. Damit bleibt die TSG (20 Punkte) einen Zähler vor der Eintracht, die seit sechs Punktspielen ungeschlagen ist.

SID

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