Nach St. Pauli und Union

Sieben Zweitligisten verzichten auf Aktion für Flüchtlinge

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Auch der MSV Duisburg verzichtet nun auf die Aktion von "Bild" und Hermes.

Berlin - Die von der „Bild“-Zeitung initiierte und von der DFL unterstützte Aktion zugunsten von Flüchtlingen sorgt weiter für Diskussionen.

Mehr als ein Drittel der Vereine aus der 2. Bundesliga wird am 6. Spieltag nicht das Trikot-Logo „Wir helfen“ für Flüchtlinge tragen. Nach dem FC St. Pauli, 1. FC Union Berlin, SC Freiburg, VfL Bochum und 1. FC Nürnberg und MSV Duisburg erklärte auch der 1. FC Kaiserslautern seinen Verzicht.

„Aufgrund der aktuellen Entwicklungen mussten die Verantwortlichen des FCK feststellen, dass es in dieser Sache inzwischen leider nicht mehr um das Thema Hilfe für Flüchtlinge geht, sondern nur noch um die Haltung der Vereine zu einzelnen Medien“, teilten die Pfälzer am Freitag mit.

In Duisburg sollen wie auch in Freiburg, Berlin und St. Pauli die lokalen und direkten Hilfsaktionen im Vordergrund stehen. Die Bochumer und Nürnberger begründeten den Verzicht am Donnerstag mit der Reaktion von „Bild“-Chef Kai Diekmann auf die erste Absage durch die Kiez-Kicker. „Darüber wird sich die @AfD_Bund freuen: Beim @fcstpauli sind #refugeesnotwelcome“, hatte Diekmann am Mittwoch getwittert.

Für diesen Tweet brachten die Bochumer Vereinsvorstände Christian Hochstätter und Wilken Engelbracht wenig Verständnis auf: „Wenn es also um die Sache gegangen wäre, wären wir kompromissbereit gewesen. Allerdings hat uns die scharfe Reaktion seitens der Bild-Chefredaktion ob der Absage eines anderen Clubs an die Aktion dazu gebracht, sich mit diesem Verein solidarisch zu zeigen“, kommentierten sie.

Kurzerhand entschlossen sich die Bochumer zu einer Absage: „Es darf unserer Ansicht nach nicht sein, dass jemand einem Verein die Solidarität mit Flüchtlingen abspricht, nur weil dieser nicht bereit ist, eine u.a. von der Bild initiierte Aktion zu unterstützen.“

Die „Bild“ äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme enttäuscht über die Absagen: „Bild findet es sehr schade, dass einzelne Vereine die gemeinsame Aktion mit DFL und Hermes nicht unterstützen - hier geht es schließlich um die gute Sache.“

Am kommenden Wochenende sollten alle 36 Mannschaften der 1. und 2. Fußball-Liga auf dem linken Trikotärmel den Aufdruck der „Bild“-Aktion „Wir helfen - #refugeeswelcome“ tragen - statt des sonst üblichen großen Sponsorenlogos des Versandunternehmens Hermes. Klein sind dabei auch die Logos der Zeitung und von Hermes abgebildet. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte zu dieser freiwilligen Aktion aufgerufen.

dpa

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