Oranje vor EM-Aus: Klammern an den letzten Strohhalm   

+
Bondscoach Danny Blind kann mit seinem Team nicht mehr aus eigener Kraft für die EM-Qualifikation sorgen. Foto: Robin Van Lonkhuijsen

Ein Sieg und doch verloren: Die Erleichterung der Niederlande über das 2:1 in Kasachstan dauerte nicht lang. Die Türkei siegte in Tschechien. Damit ist die EM 2016 für Oranje weit weg.

Amsterdam (dpa) - "O nee!", jammerte der niederländische TV-Kommentator fassungslos Stunden nach dem 2:1-Sieg von Oranje in Kasachstan. Gerade hatten die Türken in Prag zum 1:0 gegen die Tschechen getroffen.

Knapp 30 Minuten später stand ihr 2:0-Sieg fest. "Das war's dann wohl", stellten die Fußball-Experten im Fernseh-Studio fest. Die EM 2016 wird wohl ohne die Niederländer stattfinden.

Dabei hatte der Abend so hoffnungsvoll begonnen. Zum ersten Mal schien sogar das sonst so sorgenvoll zerknitterte Gesicht des niederländischen Nationaltrainers Danny Blind etwas entspannter. "Ich bin zufrieden mit diesem Sieg", sagte der Bondscoach nach dem 2:1 gegen Kasachstan.

"Tschechien hat uns im Stich gelassen", klagte die Boulevardzeitung De Telegraaf. Doch der WM-Dritte hatte den Abgang selbst verschuldet. Nur vier Siege in der Qualifikation für das Turnier im Sommer in Frankreich - und das in einer Gruppe mit Fußballzwergen wie Lettland, Island und Kasachstan.

Trotz des Sieges der Niederlande in Kasachstan, hat sich am Stand der Gruppe A nichts geändert. Island und Tschechien haben sich qualifiziert. Und Oranje steht weiter nur auf Platz vier. Die Türkei braucht am 13. Oktober gegen Island nur noch einen Punkt, um bei den EM-Playoffs dabei zu sein.

Zum ersten Mal seit 2002 wird ein großes Turnier wohl ohne die Niederlande stattfinden. Nur ein Fußball-Wunder kann den WM-Dritten noch retten. Und daran glaubt kaum einer. "Eine EM ohne Oranje? Unvorstellbar, aber wahr", twitterte der prominente Kommentator Jack van Gelder.

Nur wenige klammern sich an den allerletzten Strohhalm. Dazu gehört der niederländische Fußballbund. "Oranje darf weiter hoffen," schrieb der KNVB auf seiner Homepage. Am Schicksalstag muss Oranje gegen Tschechien gewinnen, aber die Türkei auch zugleich gegen Island verlieren. Das ist die einzige Chance, um zumindest über die Playoffs noch ein EM-Ticket zu bekommen.

Oranje, mit seinen vielen unerfahrenen Spielern, steht vor einer schweren Aufgabe in der Amsterdam Arena. Bayern-Stürmer Arjen Robben fällt weiterhin verletzt aus. Zu allem Überfluss kehrten die Niederlande aus Kasachstan mit zwei verletzten Torhütern zurück.

Es könnte auch das letzte Mal sein, dass Danny Blind auf der Trainerbank von Oranje sitzt. Nach dem erzwungenen Abschied von Guus Hiddink nach weniger als nur einem Jahr war das Vertrauen in den früheren Ajax-Spieler schon nicht groß. Angesichts des drohenden EM-Aus wird offen der totale Neuanfang bei Oranje gefordert. Und das gilt auch für die Führung des Königlichen Fußballbundes.

KNVB

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

Transfer-Hammer vor WM-Start? Barça baggert an DFB-Star

Transfer-Hammer vor WM-Start? Barça baggert an DFB-Star

WM Ticker vom Montag: Brasiliens Verband stellt Videobeweis-Praxis infrage

WM Ticker vom Montag: Brasiliens Verband stellt Videobeweis-Praxis infrage

Hat sich Jogi Löw verzockt? Reus-Aussage lässt aufhorchen

Hat sich Jogi Löw verzockt? Reus-Aussage lässt aufhorchen

Fotos von knapp bekleideter WM-Zuschauerin gehen um die Welt - dann folgt eine große Enthüllung

Fotos von knapp bekleideter WM-Zuschauerin gehen um die Welt - dann folgt eine große Enthüllung

Mesut Özil singt deutsche Nationalhymne nicht mit - das sind seine Gründe

Mesut Özil singt deutsche Nationalhymne nicht mit - das sind seine Gründe

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Das könnte Sie auch interessieren