500. Heimsieg für Werder

HSV-Pleite bei Debüt von Bruno Labbadia

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Hatte sich sein Debüt sicherlich anders vorgestellt: Der neue HSV-Coach Bruno Labbadia.

Bremen - Beinahe hätte Labbadia bei seinem Einstand mit dem HSV mit einer Nullnummer einen Punkt im Nordderby der Bundesliga bei Bremen gewonnen. Doch ein Elfmeter sorgte beim HSV für Enttäuschung.

Bruno Labbadia hatte nach der bitteren Niederlage des Hamburger SV im Nordderby bei Werder Bremen schnell wieder Mut gefasst. "Man sollte uns auf keinen Fall zu früh abschreiben", sagte der neue HSV-Coach nach dem unglücklichen 0:1 (0:0).

"Ich werde der Mannschaft sagen, dass sie ihre Sache gut gemacht hat", sagte der vierte Trainer des Schlusslichts in dieser Saison im Sky-Interview. "Mit so einem Elfmeter das Spiel zu verlieren, das ist bitter." In der 84. Minute sorgte Franco di Santo mit einem sicher verwandelten Straßstoß für die Entscheidung und für ganz viel Frust bei den Hamburgern.

Seit nunmehr neun Spielen gab es keinen Sieg mehr für den mit 26 Punkten hinter dem VfB Stuttgart (26) und dem SC Paderborn (27) am Tabellenende liegenden Traditionsverein. Zu allem Überfluss sah auch noch Valon Behrami in der Elfmeterszene nach einer Notbremse die Rote Karte. Der Schweizer Nationalspieler hatte Zlatko Junuzovic zu Boden gerissen. "Den Elfmeter kann man pfeifen, aber Rot?", befand HSV-Abwehrspieler Heiko Westermann und schob Schiedsrichter Wolfgang Stark vor der Sky-Kamera die Schuld für die Niederlage zu: "Das war ein Heimschiedsrichter."

Die Bremer dürfen nach dem 500. Bundesliga-Heimsieg von Fußball-Europa träumen. "Jetzt werden wir versuchen, den siebten Platz zu verteidigen", sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin. Werder, in der Vorwoche in letzter Minute von den Stuttgarten bezwungen, feierte den Jubiläumserfolg zusammen mit den Fans überschwänglich.

In der als Risiko-Spiel eingestuften Begegnung waren rund 1000 Polizisten für die 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weser-Stadion im Einsatz. Deshalb soll die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Veranstalter erstmals einen Gebührenbescheid in Höhe von rund 300.000 Euro erhalten.

Vier Tage nach seinem ersten Arbeitstag beim HSV änderte Labbadia nicht viel. Er brachte mit Slobodan Rajakovic für den rotgesperrten Johan Djourou und Zoltan Stieber für Marcelo Diaz nur zwei neue Spieler gegenüber der Heim-Pleite gegen Wolfsburg, bei der noch Sportdirektor Peter Knäbel auf der Bank saß. Aber er ließ deutlich defensiver und härter spielen.

Mit einer Überraschung wartete sein Gegenüber Viktor Skripnik auf: Für den zuletzt formschwachen Raphael Wolf stellte der Werder-Trainer den von Wolfsburg ausgeliehenen Koen Casteels ins Tor - obwohl er das drei Tage zuvor noch ausgeschlossen und Wolf das Vertrauen ausgesprochen hatte. Und es war der Belgier, der zuerst gefordert wurde. Ein Volleyschuss von Pierre-Michel Lasogga (8.) war aber keine große Prüfung für den Werder-Keeper. 20 Minuten später dann hatte Zoltan Stieber die erste echte Chance und verfehlte das Tor mit einem Volleyschuss nur um Zentimeter. Nach den fatalen frühen Fehlern in den beiden vorausgegangenen Spielen unter Knäbel gegen Leverkusen und Wolfsburg stand der HSV im Nordderby in der Abwehr viel besser. Kapitän Rafael van der Vaart hatte Glück, dass er für seine rüde Attacke gegen den wenig später verletzt vom Platz humpelnden Jannik Vestergaard und ein absichtliches Handspiel wenig später nicht vom Feld musste.

Nach dem Wechsel spielte Werder etwas forscher auf, hatte nach sechs Minuten durch Junuzovic eine Möglichkeit. In der 59. Minute brachte Skripnik dan Levin Öztunali, den Enkel von HSV-Legende Uwe Seeler. Die Begegnung freilich wurde nicht besser. Harte Zweikämpfe und viele Fehlpässe prägten das Bild. Und wenn HSV-Keeper Rene Adler nicht eine Riesenparade gezeigt hätte, hätte ausgerechnet Öztunali zehn Minuten vor Schluss das Tor gemacht. Doch der Treffer gegen den HSV fiel wenig später doch noch.

dpa

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