Die Liga der großen Namen

3. Liga startet erwartungsvoll: Zuschauerrekord wackelt - Stadien groß wie nie

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Der TSV 1860 München stieg aus der Regionalliga in die 3. Liga auf, ins Grünwalder Stadion passen 15.000 Zuschauer.

Adé alte „DDR-Oberliga“, willkommen neue gesamtdeutsche „Traditionsliga“: Die dritthöchste Spielklasse strotzt nur so vor großen Namen. Ob damit auch ein Qualitätssprung einhergeht, müssen die Partien zeigen. Der Zuschauerrekord dürfte wackeln.

Leipzig - Kaiserslautern, Braunschweig, Karlsruhe - die 3. Fußball-Liga ist bereits vor dem ersten Anpfiff an diesem Freitag entschieden. Zumindest wenn es nach den Experten geht. Die Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig sind die großen Favoriten. Der Karlsruher SC, der im Mai erst in der Relegation gegen den FC Erzgebirge Aue am Aufstieg scheiterte, folgt gleich danach. Doch ist es wirklich so einfach?

Die elfte Saison seit Einführung der Spielklasse scheint jedenfalls die bislang attraktivste zu werden. Dafür sprechen allein die Namen der teilnehmendem Teams. Neben den drei Staffelfavoriten tummeln sich mit den Aufsteigern TSV 1860 München, FC Energie Cottbus und KFC Uerdingen sowie den etablierten Clubs FC Hansa Rostock, Fortuna Köln, Preußen Münster und SpVgg Unterhaching noch weitere sieben ehemalige Bundesligisten in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Damit spielte einst die halbe Liga ganz oben. „Die Dritte Liga steht vor einer hochinteressanten Saison, weil es wohl noch nie so viele klangvolle Namen - Vereine wie Spieler - in dieser Klasse gab“, sagte Benjamin Schwedes, Sportdirektor des VfL Osnabrück, dem Fachmagazin „Kicker“.

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Zuschauerrekord der 3. Liga wackelt

Egal wie es sportlich ausgeht, die Fans dürften die Gewinner der neuen, großen Traditions-Liga sein. Der Zuschauerrekord aus der Saison 2015/2016, als 2.687.035 Besucher gezählt wurden, dürfte wackeln - auch wenn nicht alles zuschauerfreundlich ist. Denn Montagspiele, wie sie ab dieser Saison auch in Liga drei üblich sein werden, verschrecken einige Anhänger. Dafür gibt es für die Vereine mehr Fernsehgeld. Für das Lautern-Spiel gegen 1860 München wurden schon mehr als 34.000 Tickets verkauft. Gerechnet wird auf dem Betzenberg mit bis zu 40.000 Fans, wie tz.de* berichtete.

Saison

Gesamtkapazität

Gesamtzuschauer

Zuschauerschnitt

2008/09

349.440

2.135.704

5.635

2009/10

313.202

1.951.798

5.136

2010/11

327.421

2.125.282

5.592

2011/12

320.680

1.737.336

4.571

2012/13

363.070

2.340.861

6.176

2013/14

354.202

2.301.970

6.057

2014/15

345.642

2.566.218

6.771

2015/16

322.033

2.687.807

7.073

2016/17

309.704

2.269.602

5.988

2017/18

308.737

2.349.044

6.181

2018/19

372.612

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Der 1. FC Kaiserslautern stellt mit seinem Fritz-Walter Stadion die größte Spielstätte der 3. Liga.

Die Stadien der 3. Liga 2018/19

Die Stadien der 3. Liga 2018/19 haben eine Gesamtkapazität von 372.612 Plätzen - nie war diese größer als in der anstehenden Spielzeit. Das sind im Schnitt 18.631 Plätze für die Fans pro Stadion.


Verein

Stadion

Kapazität

1. FC Kaiserslautern

Fritz-Walter-Stadion

49.850

KFC Uerdingen

Schauinsland-Reisen-Arena (Duisburg)

31.500

Hansa Rostock

Ostseestadion

29.000

Karlsruher SC

Wildparkstadion

28.762

Eintracht Braunschweig

Eintracht-Stadion

23.325

Energie Cottbus

Stadion der Freundschaft

22.528

VfL Osnabrück

Stadion an der Bremer Brücke

16.667

Hallescher FC

Erdgas Sportpark

15.057

SpVgg Unterhaching

Alpenbauer Sportpark

15.053

TSV 1860 München

Stadion an der Grünwalder Straße

15.000

SC Fortuna Köln

Südstadion

14.944

VfR Aalen

Ostalb Arena

14.500

Preußen Münster

Preußenstadion

14.300

SV Meppen

Hänsch-Arena

13.286

Würzburger Kickers

flyeralarm Arena

13.090

FC Carl Zeiss Jena

Ernst-Abbe-Sportfeld

12.990

SV Wehen Wiesbaden

Brita-Arena

12.566

FSV Zwickau

Stadion Zwickau

10.134

Sportfreunde Lotte

Frimo Stadion

10.059

SG Sonnenhof Großaspach

Mechatronik Arena

10.001

Hamburg das einzige Bundesland, das nie einen Drittligisten hatte

Tatsächlich gab es noch nie so viel Tradition in dieser Liga. Noch vor einem Jahr wegen der Vielzahl der Clubs aus den östlichen Bundesländern als alte „DDR-Oberliga“ abgestempelt, ist sie nach den Abgängen des 1. FC Magdeburg (Aufstieg), des Chemnitzer FC und des letzten Gründungsmitglieds FC Rot-Weiß Erfurt (beide Abstieg) nun wieder eher eine gesamtdeutsche Liga. Lediglich Hamburg hatte als einziges Bundesland noch nie ein Team in der 3. Liga.

Die Favoriten gehen die Saison unterschiedlich an. In Kaiserslautern gibt es einen kompletten Neuanfang. Nur fünf Spieler aus der vergangenen Spielzeit blieben auf dem Betzenberg. „In der 3. Liga geht es um Kampf und Leidenschaft“, betonte Rückkehrer und Kapitän Florian Dick. „Wir müssen das gemeinsam als Truppe annehmen. Dann kann mit dem Potenzial in der Hinterhand hier richtig etwas entstehen.“

Alois Schwartz will nach dem verpassten Aufstieg mit dem KSC einen neuen Anlauf auf die 2. Liga hinlegen.

Auch Braunschweig musste einen großen Aderlass verkraften. Wie gut der neue Trainer Henrik Petersen es geschafft hat, „Alte“ und „Neue“ zusammenzuführen, wird gleich das Auftaktmatch gegen Karlsruhe zeigen. „Auf vielen Positionen ist der Konkurrenzkampf sehr groß, und das ist auch gut so. Es waren spannende Wochen und wir sind richtig zusammengewachsen“, erklärte der Däne.

Der KSC geht nahezu mit dem gleichen Team wie in der Vorsaison an den Start. „Diese Mannschaft ist eine Mannschaft, und sie hat Charakter“, sagte KSC-Coach Alois Schwartz. „Wie sie in der Vorbereitung gearbeitet hat, macht mir ein gutes Gefühl für den Saisonstart.“

Aufsteiger Uerdingen sorgt mit spektakulären Transfers für Wirbel

Der spektakulärste Transfercoup gelang dem KFC Uerdingen, der den Weltmeister von 2014, Kevin Großkreutz, verpflichtete. Er soll dem Aufsteiger mit seiner Erfahrung die notwendige Sicherheit im Kampf gegen den Abstieg geben. Immerhin müssen nach der Saison gleich vier Teams den Gang in die Regionalligen antreten. Wer das sein wird, scheint völlig offen. Nicht unbedingt zu den Kandidaten gehören die Aufsteiger Cottbus und 1860 München, die sich ordentlich verstärkten. Eher könnte es für die Teams wie den FC Carl Zeiss Jena, Sportfreunde Lotte, FSV Zwickau oder SG Sonnenhof Großaspach eng werden.

dpa

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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