Niederlage in Mainz

Hertha-Coach nun als Krisenmanager: "Müssen zusammenrücken"

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Ist nach der Niederlage beim FSV Mainz 05 als Krisenmanager gefragt: Ante Covic. Foto: Thomas Frey

Hertha BSC startete mit großen Ambitionen und den Millionen eines Investors in die neue Bundesligasaison. Nach vier Spieltagen macht sich erstmal Enttäuschung breit bei den Berlinern: Tabellenletzter. Trainer Covic ist nun als Krisenmanager gefragt.

Mainz (dpa) - Mehr Geld, ein neuer Trainer - aber nur ein Punkt und damit zunächst Tabellen-Schlusslicht: Bei Hertha BSC ist die große Ernüchterung eingezogen.

Auch wenn die 125 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst beim Berliner Fußball-Bundesligisten nicht sofort den ganz großen Aufstieg versprachen, so hat sich beim Hauptstadtclub den Start in die angestrebte neue Zeit niemand so vorgestellt. Pal-Dardai-Nachfolger Ante Covic ist ab sofort als Krisenmanager gefragt: "Auch wenn wir Tabellenletzter sind, das muss uns zusammenschweißen", betonte Chefcoach Covic: "Wichtig wird sein, dass wir gemeinsam aus diesem Tal kommen."

Nach drei Niederlagen in Serie ist der Aufbrucheffekt des verheißungsvollen Liga-Auftakts gegen Bayern München (2:2) verpufft. Zwar stellte sich die personell veränderte Hertha - die Neuzugänge Deryck Boyata und Marius Wolf gaben ihr Pflichtspieldebüt für die Berliner - am 4. Bundesliga-Spieltag verbessert vor. Doch am Ende stand ein 1:2 (0:1) beim zuvor sieglosen 1. FSV Mainz 05. Letztmals stand Hertha 2009/10 zum Abschluss eines Spieltages am Tabellenende - und stieg dann ab. Nur in den Spielzeiten 1979/80 und 1990/91 holten die Berliner in den den ersten vier Partien auch nur einen Punkt.

Covic fehlte in Mainz die Erklärung für die etwas unglückliche Pleite. "Manchmal ist Sport schwer zu erklären", sagte der 44-Jährige nach dem Keller-Duell ratlos. "Wir hatten 16 Torschüsse. Es ist unfassbar, dass wir nur ein Tor machen."

Nach der Führung durch den Mainzer Robin Quaison (40.) gelang dies Marko Grujic (83.). Doch statt einen Punkt mit an die Spree zu nehmen, kassierte Hertha noch das bittere Gegentor durch Jeremiah St. Juste (88.). "Für meinen Geschmack war das unser bestes der vergangenen drei Spiele. Es ist kein gutes Gefühl, Letzter zu sein", sagte Grujic, der nach seinem Tor sofort zu Coach Covic geeilt war. "Ich weiß, wie viele Emotionen und Energie er für jeden einzelnen von uns investiert. Jeder ist für die Situation verantwortlich."

Dennoch wird der Erfolgsdruck vor allem auf den von den Amateuren zu den Profis beförderten Trainer größer. Immerhin hat er neue Spieler für die Rekordsumme von rund 34 Millionen Euro bekommen. "Es ist frustrierend und schwierig, mit nur einem Punkt Letzter zu sein, aber wir müssen positiv bleiben", sagte der von Celtic Glasgow gekommene Innenverteidiger Boyata nach seinem ersten Bundesligaspiel, für das Covic sein Spielsystem auf 3-5-2 umstellte.

Nicht zufrieden war mit seinem Einstand der von Borussia Dortmund ausgeliehene Mittelfeldspieler Wolf, der sich für die Niederlage mitverantwortlich fühlte. "St. Juste war mein Mann. Ich hätte ihn beim 1:2 nicht so zum Kopfball kommen lassen dürfen", bekannte er, betonte zugleich: "Wir müssen weitermachen und an uns glauben."

Zum nächsten Keller-Duell kommt am Samstag der SC Paderborn ins Olympiastadion. "Gegen Paderborn müssen wir alles geben, für den Sieg und für die Fans", sagte Grujic. Coach Covic forderte: "Wir müssen jetzt noch fleißiger sein und zusammenrücken."

Trotz der prekären Lage warnte Davie Selke vor Panikmache. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch früh in der Saison sind", sagte der Stürmer. Dies würde statistisch gesehen auch im Falle einer vierten Niederlage gelten: 1972 schaffte Hertha nach vier Pleiten zum Saisonanfang dennoch den Klassenerhalt.

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