Deutscher Fußball-Bund

Finanzbericht 2018: DFB ist wirtschaftlich gesund

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Stephan Osnabrügge kann für den DFB positive Zahlen verkünden. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Deutsche Fußball-Bund hat nach dem Millionen-Minus im vergangenen Jahr im Zuge der WM-Affäre 2006 nun einen Finanzbericht für 2018 ohne Defizit vorgelegt. Für Schatzmeister Osnabrügge ist dies das Ergebnis dafür, dass "kostenbewusst und mit Augenmaß" gewirtschaftet wurde.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund hat im Geschäftsjahr 2018 gut gewirtschaftet und ist auch durch das frühe WM-Aus der Nationalmannschaft in Russland nicht negativ beeinträchtigt worden.

"Wirtschaftlich ist der DFB nach wie vor gesund", sagte Schatzmeister Stephan Osnabrügge bei der Präsentation des Finanzberichtes in Frankfurt/Main. "Der DFB hat 2018 sparsam gewirtschaftet und dabei nicht auf Kosten der Qualität." Im Geschäftsjahr 2017 hatte der DFB im Zuge der Affäre um die Weltmeisterschaft 2006 noch ein Minus von rund 20 Millionen Euro gemacht.

Hauptgrund waren Nachzahlungen an das Finanzamt Frankfurt, weil die Behörde im Oktober 2017 wegen der WM-Affäre rückwirkend die Gemeinnützigkeit aberkannt hatte. Der Verband musste deshalb 22,57 Millionen Euro nachzahlen. "Ich bin optimistisch, dass die Aberkennung der Gemeinnützigkeit nicht Bestand haben wird", sagte Osnabrügge. Sollte die Entscheidung revidiert werden, kann der DFB mit einer Rückzahlung sowie einer Verzinsung der Summe von sechs Prozent rechnen.

Nicht negativ schlug das Vorrunden-Aus des DFB-Teams zu Buche. Wie Osnabrügge sagte, habe man das Turnier fast mit einer schwarzen Null gestalten können: "Wirtschaftlich sind wir an dieser Stelle einigermaßen gut aus der Situation gekommen." Die Nationalmannschaft erwies sich aber auch 2018 als Premiumprodukt im Bereich Spielbetrieb und Vermarktung mit einem Ertrag rund 84,7 Millionen Euro. Von der Ausrichtung der EM 2024 in Deutschland erwartet er "abgesehen vom unmittelbaren Erfolg für den DFB" auch nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur an der Fußball-Basis. "Dafür brauchen wir zweifelsohne auch eine erfolgreiche Nationalmannschaft", betonte er.

Für das Jahr 2018 weist der Finanzbericht eine Bilanzsumme von 329 Millionen Euro aus, das Eigenkapital belief sich auf 150 Millionen Euro. Bei einem Ertrag von 350,9 Millionen Euro und einem Aufwand von 356,5 Millionen Euro konnte nach "planmäßiger Verwendung entsprechender Rücklagen" von 5,6 Millionen Euro für 2018 ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. Die Gesamtrücklagen des DFB belaufen sich auf rund 132 Millionen Euro. Enorm gestiegen ist die Steuerlast des gemeinnützigen Verbandes: 2018 zahlte der Dachverband rund 24 Millionen Euro Steuern.

Im vergangenen Jahr investierte der DFB für ideelle Zwecke und die Förderung in die Zukunft des Fußballs rund 43 Millionen Euro. In die Talentförderung und Trainerausbildung wurden 17 Millionen Euro gesteckt, 10 Millionen Euro in den Mädchen- und Frauenfußball investiert. Und die Landesverbände erhielten vom DFB 15 Millionen Euro. "Nie zuvor wurde so eine hohe Summe aufgewendet, um die Rahmenbedingungen an der Fußball-Basis zu verbessern", so Osnabrügge.

Der DFB hat zudem die Lehren aus der WM-Affäre und aus der Kritik an der nicht ausreichenden Transparenz im Finanzbereich gezogen. "Wir haben 2018 jeden Stein, der noch nicht umgedreht war, umgedreht. Jede Zahlung, die geleistet wurde, ist im Vier-Augen-Prinzip doppelt überprüft worden", sagte Osnabrügge.

Der DFB-Finanzbericht 2017

DFB-Mitteilung zu 2017

Der DFB-Finanzbericht 2018

DFB-Mitteilung zu 2018

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