Offene Worte des Bayern-Präsidenten

Hoeneß über Granaten-Transfers, Sanches-Zukunft und Kimmich

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Uli Hoeneß will keine 100-Millionen-Transfers, sondern lieber einen behutsamen Neuaufbau - auch auf Kosten des Erfolgs.

Uli Hoeneß hat mit seinen Aussagen zu Granaten-Transfers für viel Wirbel gesorgt. Nun stellt der Bayern-Präsident klar, welche Transferpolitik er verfolgt, wie der Umbruch erfolgen soll und wie er die Situation bei Kimmich und Sanches sieht.

München - Seit Wochen bestimmen die von ULi Hoeneß angeblich angekündigten „Granaten-Transfers“ des FC Bayern München die Schlagzeilen. Bei wem schlägt der Rekordmeister zu? Wieviele Millionen müssen die Roten für einen Topstar springen lassen? Wird durch Großverdiener wie Alexis Sanchez das Gehaltsgefüge gesprengt? Die Liste der beim FC Bayern gehandelten potenziellen Neuzugänge ist lang.

Hoeneß sehr zufrieden mit den bisherigen Bayern-Transfers

Doch Bayern-Präsident Hoeneß stellt im aktuellen kicker klar: "Ich habe gesagt, wenn wir diese Mannschaft verstärken wollen, müssen wir Granaten kaufen. Und solche zu kriegen ist schwer genug. Es war in keiner Weise eine Aussage, dass wir das tun werden. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben - und wenn du die verstärken willst, musst du extrem viel Geld in die Hand nehmen und hast trotzdem nicht die Garantie, dass du die Champions League gewinnst.“ 

Bislang stehen Sebastian Rudy (ablösefrei), Serge Gnabry (8 Millionen Euro), Niklas Süle (25 Millionen) und Corentin Tolisso (41,5 Millionen) als neue Bayern-Spieler fest - Hoeneß ist mit der bisherigen Transferpolitik einverstanden. "Was bis jetzt gemacht wurde, hat meine volle Unterstützung, es ist absolut zufriedenstellend. Das hat alles Hand und Fuß: Süle, Rudy, Gnabry, Tolisso sind Spieler mit großer Perspektive für die Zukunft. Als Aufsichtsratsvorsitzender bin ich sehr zufrieden mit der bisherigen Transferpolitik, weil sie mit großer Behutsamkeit umgesetzt wurde“, sagte der 65-Jährige.

Hoeneß will für kurzfristigen Erfolg kein Geld rausschmeißen

Für den Erfolg in der Königsklasse müsste der FCB laut Hoeneß „viel Geld rausschmeißen“ - er selbst hält von solchen „Alibikäufen“ allerdings nichts. Der Bayern-Boss sieht seine Mannschaft insgesamt gut aufgestellt - auch wenn in der vergangenen Saison mit der Deutschen Meisterschaft „nur“ ein Titel heraussprang. „Real Madrid wurde in der vergangenen Saison verdient Champions-League-Sieger, aber gegen welchen Gegner war diese Mannschaft richtig unter Druck? Gegen uns. Nach 90 Minuten und vor der Verlängerung stand es im Bernabeu-Stadion 2:1 für uns", erinnert Hoeneß und sieht daher wenig Grund für tiefgreifende Veränderungen des Kaders.

Den Umbruch nach dem Karriereende der routinierten Führungsspieler Philipp Lahm und Xabi Alonso geht der erfahrene Fußballfunktionär lieber behutsam an - und wehrt sich gegen aufkeimende Kritik an der Transferpolitik. "Wir reden alle von einem Neuaufbau und dass die Zukunft des FC Bayern München gestaltet werden müsse - und dann macht das der FC Bayern, holt junge Spieler im Alter zwischen 20 und 22 Jahren, und es gibt auch wieder Kritik“, beschwert sich Hoeneß: „Einen Neuaufbau kann man nicht machen, indem man 100-Millionen-Transfers für 29- und 30-Jährige durchzieht. Entweder wir gehen diesen Weg mit all diesen jungen Leuten, und dann müssen sie eine Chance haben zu spielen - oder wir gehen diesen Weg nicht."

Hoeneß-Plädoyer für Kimmich und Sanches

Mit Joshua Kimmich (22 Jahre alt) und Renato Sanches (19) hat der Rekordmeister zwei besonders hoffnungsvolle Spieler in seinen Reihen, die in der vergangenen Saison allerdings nicht wie erhofft zum Zug kamen. Hoeneß fordert Geduld. Gefragt nach den Aussichten für Kimmich gerät der Präsident geradezu ins schwärmen: "Wie der jetzt in der Nationalmannschaft spielt, seitdem er weiß, dass er in der kommenden Saison bei Bayern München spielen soll - da ist jetzt bei ihm ein ganz anderes Selbstvertrauen vorhanden, das zu beobachten ist wunderbar." Renato Sanches soll eine weitere Chance erhalten, wenn es nach Hoeneß geht: "Ich bin dafür, dass wir es noch ein Jahr mit ihm probieren. Ich bin da für eine ruhige Hand. Der Junge konnte noch nie drei oder vier Spiele ohne Druck spielen.“

Der Bayern-Präsident ist jedenfalls gewillt, den Umbruch durchzuziehen - selbst wenn dabei kurzfristig nicht die ganz großen Titel zu holen sind: "Man muss den jungen Spielern viel mehr Vertrauen geben, selbst wenn wir dann zwei Jahre lang nur Meister werden sollten und sehen müssen, was international möglich ist." Zahle sich das Vertrauen aus, hätte man an der Säbener Straße den Übergang geschafft und den FC Bayern in die Zukunft geführt, glaubt Hoeneß und gibt zu bedenken: “Oft ist es im Fußball so, dass alles viel schneller und ohne Rückschläge geht.“

Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?

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