Weichenstellung im Erzgebirge

Aue-Präsident Leonhardt will Ausgliederung, aber kein „Modell 1860“

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Helge Leonhardt ist seit September 2014 Präsident von Erzgebirge Aue.

Präsident Helge Leonhardt will die Abteilung Profifußball beim FC Erzgebirge Aue zu einem geeigneten Zeitpunkt ausgliedern, warnt aber vor dem TSV 1860 als mahnendes Beispiel.

Präsident Helge Leonhardt will beim Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue neue Wege gehen. "Ich werde dem Verein zu einem geeigneten Zeitpunkt empfehlen, die Profiabteilung auszugliedern und sich damit für Kapitalgeber zu öffnen, um zeitgemäße, professionelle und zukunftsorientierte Strukturen einzuführen, damit du vielleicht die Betondecke durchstoßen kannst", sagte der 58-Jährige dem kicker.

2014 hatte Leonhardt die Geschicke bei den Veilchen übernommen, von 1992 bis 2009 war bereits sein Zwillingsbruder Uwe Präsident gewesen. Seit Helge Leonardt das Sagen hat, ging es für Aue einmal aus der Zweitklassigkeit in die 3. Liga, im Vorjahr gelang der direkte Wiederaufstieg.

Die 2. Liga ist für Leonhardt die Königklasse: "Die Betondecke zu durchstoßen, heißt für mich, Stabilität zu erreichen. Nicht Wachstum, sondern Stabilität." An der Ausgliederung führt für den Unternehmer kein Weg vorbei: "Wenn du keine Investoren hast, hast du ein Budget, mit dem du leider einen Kader zusammenstellst, der auf Dauer nicht wettbewerbsfähig ist." Derzeit steht Aue nach neun Spieltagen auf dem neunten Tabellenplatz.

Ein "Modell 1860 München" bezeichnet Leonhardt jedoch als "katastrophal". Einen Gönner wie den jordanischen Mehrheitseigner Hasan Ismaik, unter dessen Führung 1860 in die Regionalliga abgestürzt war, schließt der Aue-Boss aus. "Mir geht es um unsere Wettbewerbsfähigkeit, um regionale Investoren - und nicht darum, den Weg für den Einstieg eines Russen, Chinesen oder Arabers freizumachen oder an der Tradition oder der Fangemeinde zu rütteln."

SID

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