Streit mit den Klubs

DFB-Bundestag im News-Ticker: „Keine Tricks mehr!“ - Entscheidung über Corona-Saison der 3. Liga gefallen

DFB-Bundestag im News-Ticker: Entscheidung über Corona-Saison in der 3. Liga ist gefallen
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Der Deutsche Fußball-Bund kommt zu einem virtuellen Bundestag zusammen. Entscheidungen zur 3. Liga werden verkündet.

Der Deutsche Fußball-Bund kommt zu einem virtuellen Bundestag zusammen. Entscheidungen zur 3. Liga werden verkündet - und dürften weitere Diskussionen nach sich ziehen.

  • Montag, 25. Mai: Der Deutsche Fußball-Bund berät in der Corona-Krise* über drängende Fragen.
  • Vom DFB werden endgültige Entscheidungen zur 3. Liga verkündet - unter anderem, dass diese eingleisig bleibt.
  • Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten einen Abbruch der Saison gefordert, das Saarland wollte eine zweigleisige Dritte Liga (18.28 Uhr).

Update vom 25. Mai, 18.38 Uhr: Der 1. FC Magdeburg respektiert nach eigenem Bekunden das klare Votum des Außerordentlichen DFB-Bundestags zur Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit. Zugleich erneuerte der Zweitliga-Absteiger seine Forderung nach einer ausreichenden Vorbereitung für alle 20 Mannschaften. Die Saison soll allerdings bereits am Samstag fortgeführt werden.

„Die Abstimmung zur Fortsetzung der 3. Liga respektieren wir. Wie vom DFB stets hervorgehoben, sollte der Spielbetrieb erst aufgenommen werden insofern es die behördlichen Verfügungslagen in allen betroffenen Bundesländern zulassen und somit jeder Verein seine Heimspiele im eigenen Stadion austragen kann“, erklärte FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik auf dem Twitterkanal des Klubs.

„Des Weiteren sollte im Sinne annähernd gleicher Wettbewerbsvoraussetzungen vor dem ersten offiziellen Spieltermin jeder Mannschaft eine Vorbereitungszeit in Form von 14-tägigem Mannschaftstraining eingeräumt werden. Unter diesen genannten Voraussetzungen sehen wir trotz großer unterschiedlicher pandemisch bedingter Gegebenheiten in den letzten Wochen annähernd gleiche Wettbewerbsbedingungen für gegeben an", fügte Kallnik an.

Update vom 25. Mai, 18.28 Uhr:DFB-Boss Fritz Keller lächelte nach dem klaren Votum für eine Saison-Fortsetzung in der 3. Liga zufrieden in die Kamera. Trotz des heftigen Widerstandes einiger Vereine blieb die große Revolution beim historischen virtuellen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes aus - nach der Bundesliga und 2. Bundesliga rollt der Ball ab Samstag auch wieder in der dritthöchsten deutschen Spielklasse.

„Wir haben gelebte Demokratie erlebt und Handlungsfähigkeit bewiesen. Ich hoffe, dass alle dieses demokratische Votum akzeptieren“, rief Keller am Ende der dreistündigen Sitzung den Delegierten der Landes- und Regionalverbände zu und mahnte: „Ich appelliere an alle: Keine Tricks mehr und keine Verweigerungshaltung. Jetzt gilt es fair zu spielen, um den Fußball in diesem Land zu retten.“

DFB-Bundestag im News-Ticker: Entscheidung über Corona-Saison in der 3. Liga ist gefallen

Zuvor waren bei der Zusammenkunft des „Fußball-Parlaments“ am Montag vor allem die Gegner einer Saison-Fortsetzung zurechtgestutzt worden - erst verbal und dann dank einer klaren Stimmenmehrheit. Der Antrag aus Sachsen und Sachsen-Anhalt auf den Abbruch der aktuellen Spielzeit kam danach gar nicht mehr zur Abstimmung, der auf eine künftig zweigleisige 3. Liga hatte keine Chance. DFB-Vizepräsident Rainer Koch wertete dies als deutliches Signal, „dass wir Fußball spielen wollen“ und mahnte: „Es ist nichts dinglicher, als jetzt zusammenzustehen.“

Unter Druck: der DFB in der Corona-Krise.

Mit der großen Mehrheit von 220 von 250 abgegebenen Stimmen votierten die Delegierten für eine Fortsetzung der 3. Liga. Somit steht fest, dass die Saison wie geplant am 30. Mai fortgesetzt wird und die verbleibenden elf Spieltage bis zum 4. Juli in englischen Wochen durchgezogen werden. „Ich würde mir wünschen, dass wir zu Gemeinsamkeit und Geschlossenheit zurückfinden“, sagte Koch.

Update vom 25. Mai, 15.45 Uhr:Entscheidung auch zur Frauen-Bundesliga: Die Saison 2019/20 wird wie erwartet fortgesetzt. Das hat der außerordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an diesem Montag beschlossen. 

Das Votum der Delegierten für die Wiederaufnahme des Spielbetriebes am kommenden Freitag fiel einstimmig aus.

Update vom 25. Mai, 15.20 Uhr: Die 3. Liga bleibt in ihrem bisherigen Modell bestehen - zumindest in der Saison 2020/21. Dies entschied der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf seinem virtuellen Bundestag an diesem Montag. Das heißt, die dritthöchste Spielklasse in Deutschland bleibt eingleisig.

3. Liga bleibt eingleisig - TSV 1860 München und FC Bayern II waren dafür

Der Antrag des Saarländischen Fußball-Verbandes, die Dritte Liga in zwei Staffeln zu unterteilen, wurde dagegen abgelehnt. 

Mit 18 von 253 Stimmen dafür, verfehlten die Antragsteller die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich. Der Vorstoß für eine zweigleisige 3. Liga war von mehr als 20 Regionalligisten unterstützt worden. 

Unter anderem der TSV 1860 München, der FC Bayern II und etliche weitere Klubs aus der Dritten Liga waren (und sind) gegen eine Zweiteilung - unabhängig vom Saison-Ausgang.

Update vom 25. Mai, 14.45 Uhr: Die Corona-Krise kann den DFB im schlimmsten Fall in eine „potenziell existenzbedrohende Situation“ bringen. 

Diese Einschätzung teilte auf dem außerordentlichen Bundestag des Verbandes Schatzmeister Stephan Osnabrügge mit: „Der DFB befindet sich in der tiefsten wirtschaftlichen Krise der jüngeren Vergangenheit.“

Demnach könnte der DFB bis zu 96,5 Millionen Euro weniger einnehmen als geplant - das bedeute ein Minus von 77 Millionen Euro.

3. Liga und Regionalliga: DFB-Vize Koch kritisiert vereinzelte Klubs scharf

Update vom 25. Mai, 14.30 Uhr: Verhärtete Fronten: DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat auf dem außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fuball-Bundes vereinzelte Drittligisten im Streit um die geplante Fortsetzung der Saison 2019/20 scharf kritisiert.

Der Boss des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) sprach von einem für den Fußball in Deutschland „unwürdigen Schauspiel“, das „unerträglich und nicht länger hinzunehmen“ sei. Er habe den Eindruck, dass es „in Zeiten der Corona-Pandemie nur um die Sorgen und Nöte von 20 Vereinen der 3. Liga“ gehe.

Koch erzählte weiter, dass der DFB seit Tagen mit Anwaltsschreiben von Vereinen „geradezu bombardiert“ werde. „Dieser Zustand kann so nicht weitergehen“, sagte Koch. Er befürchte, dass sich „die Anwälte der Vereine, die in der Abstimmung unterliegen, auf den Weg zu den Gerichten machen“.

20 Regionalligisten hatten zuletzt eine zweigleisige 3. Liga gefordert, unter anderem, um für einzelne Klubs den Spielbetrieb attraktiver zu machen und für andere Vereine die Reisekosten zu reduzieren. Drittligisten wie Waldhof Mannheim und der Hallesche FC fordern dagegen einen Saisonabbruch ohne Absteiger.

Erstmeldung vom 25. Mai: Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München* hatte den Deutschen Fußball-Bund mit Blick auf die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga kürzlich gehörig unter Druck gesetzt. 

Denn: Während die Bundesliga* und die DFL Fakten schafften, herrschte unter dem Dach des Verbands lange Chaos und Unsicherheit. An diesem Montag (13.30 Uhr) kommt der DFB nun zu einem virtuellen Bundestag zusammen.

Der DFB berät über die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga

Auf der Agenda: besagte Dritte Liga und die Frauen-Bundesliga. Zur 3. Liga*, in der mitten und wegen der Coronavirus-Pandemie* kräftig gestritten wird, gibt es mehrere Anträge: Der Drittliga-Ausschuss will die Wiederaufnahme des seit Mitte März ausgesetzten Spielbetriebs beschließen lassen. 

Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern dagegen einen Abbruch der Saison 2019/20, in der es dann keine sportlichen Absteiger und drei Aufsteiger in die 2. Bundesliga geben soll. Das Saarland präferiert dagegen die Schaffung einer zweigleisigen 3. Liga zur nächsten Saison mit insgesamt 36 Teams.

3. Liga: TSV 1860, FC Bayern II und Haching wollen Fortsetzung

Einzelinteressen treffen in dieser Gemengelage aufeinander, Egoismus überwiegt in der Debatte. So würden beispielsweise aus dem Saarland mit dem FC Homburg und dem SV Elversberg bei einer zweigleisigen 3. Liga zwei weitere Klubs aus dem Bundesland neben dem voraussichtlichen Meister der Regionalliga Südwest, dem 1. FC Saarbrücken, in der dritthöchsten Spielklasse vertreten sein.

Der Antrag hat jedoch wenig Aussichten auf Erfolg. Aus dem Osten der Republik sind dagegen - Stand 25. Mai - der Chemnitzer FC, der Hallesche FC, der FSV Zwickau und Carl Zeiss Jena in akuter Abstiegsgefahr. 

Unter anderem die fünf Klubs aus Bayern - der TSV 1860, der FC Bayern II, der FC Ingolstadt, die SpVgg Unterhaching und die Würzburger Kickers - wollen dagegen eine Fortsetzung der Saison, die ab dem Pfingstwochenende weitergehen soll. So der Plan.

DFB: Entscheidungsbefugnis für den Vorstand in der Corona-Krise?

In der Frauen-Bundesliga gilt der Beschluss, die Spielzeit 2019/20 ab dem kommenden Freitag fortzuführen, dagegen als Formsache. Die Mehrheit der Vereine hatte sich im Vorfeld klar dafür ausgesprochen.

Der dritte Ordnungspunkt auf dem DFB-Bundestag sind Ausnahmeregeln für den Vorstand. Demnach soll das Führungsgremium ermächtigt werden, alle relevanten Fragen im Zuge der Corona-Krise regeln zu können, die normalerweise dem DFB-Bundestag obliegen.

Der Vorstand hätte in diesem Fall sogar die Möglichkeit, über Auf- und Abstieg im Falle eines Saisonabbruchs zu entscheiden.

pm/dpa

*tz.de und merkur.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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