Endspiel in Baku

Unglaublich! Durften Zuschauer kostenlos zum EL-Finale zwischen Chelsea und Arsenal?

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Die Chelsea-Spieler jubeln über den Pott - zu diesem Zeitpunkt war das Stadion schon fast leer.

Die Vergabe des Europa-League-Finals nach Baku wurde viel diskutiert. Offenbar durften die Zuschauer teilweise sogar kostenlos ins Stadion.

Update vom 31. Mai, 20.45 Uhr: Ein Ticket für ein Europa-League-Finale kann durchaus teuer werden - eine hohe dreistellige Summe ist da in der Regel keine Seltenheit. Im Fall von Baku kommt hinzu, dass die Fans eine beschwerliche Reise auf sich nehmen mussten - die Anhänger von Chelsea und Arsenal hatten 4000 Kilometer zwischen sich und dem Endspiel.

Es war also ein teurer Spaß, das Europa-League-Finale 2019. Dabei wäre es auch so viel günstiger möglich gewesen, wie die Times nun aufdeckt: Offenbar wurde während der ersten Halbzeit im Spiel der beiden Londoner Klubs angeordnet, dass man die Zuschauer kostenlos ins Stadion lasse - um die peinlichen Lücken auf den Tribünen zu schließen.

Chelsea gegen Arsenal in Baku: Kostenlos ins Stadion?

Die UEFA habe als offizieller Ausrichter nichts davon gewusst, die Entscheidung sei laut Times von einflussreichen Personen aus Aserbaidschan getroffen worden. Sie hatten sich offenbar geschämt, dass das Stadion in ihrer Hauptstadt so auf der kompletten Welt gezeigt werde.

Nach 30 Minuten, so berichtet es ein Arsenal-Fan, kamen plötzlich viele Menschen in den Block - offenbar hatte man ihnen auch noch Fahnen in die Hand gedrückt, um eine gute Stimmung auf den Rängen zu vermitteln.

EL-Finale zwischen Chelsea und Arsenal: „Traurige Veranstaltung!“ - Darum wüten die Fans

Update vom 29. Mai, 22.40 Uhr: Während des Spiels war es zwischenzeitlich so ruhig, dass man taktische Anweisungen der Trainer hören konnte. Einen Tag vor der Partie war dagegen etwas zu viel „Stimmung“ im Olympiastadion von Baku. Eine britische Journalistin, Amy Lawrence, twitterte ein peinliches Video aus dem Stadion, in dem eine Soundprobe zu hören ist, bei der offenbar aufgezeichnete Reaktionen von Zuschauern eingespielt werden. 

Man könnte jetzt spekulieren, dass die UEFA sich schon auf schlechte Stimmung eingestellt und getestet hat, wie man dem am besten entgegenwirken kann. Während des Spiels wurden die atmosphärischen Sounds wohl nicht eingespielt. Von Stimmung im Olympiastadion war am TV jedenfalls nicht allzu viel zu hören. 

EL-Finale zwischen Arsenal und Chelsea: „Traurige Veranstaltung!“ - Darum wüten die Fans

Baku - Die UEFA richtet das Finale der Europa League 2018/2019 in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku aus. Das Olympiastadion ist zwar durchaus beeindruckend und hat mit fast 70.000 Zuschauern genug Fassungsvermögen für ein Spiel von solch hohem Stellenwert, doch im Vorfeld gab es einige Diskussionen, die sich beim Anpfiff des Spiels, übrigens um 23 Uhr Ortszeit (!), zwischen dem FC Arsenal und dem FC Chelsea bestätigt haben.

Mal abgesehen von den umstrittenen politischen Diskussionen um Ex-Bundesliga und Arsenal-Star Henrikh Mkhitaryan, weist der Standort Baku einige logistische Schwierigkeiten auf. Die beiden Londoner Vereine mussten fast 4000 Kilometer nach Baku reisen, für die Fans galt logischerweise das Gleiche. Die Flüge für so eine Reise sind teuer, der Flughafen in Baku zu klein, um so viele Gäste aus London mit einem Rutsch zu empfangen. Somit gab es schon Schwierigkeiten, die Fans überhaupt ins Stadion zu kriegen. 

Nur 7000 Tickets für die Arsenal- und Chelsea-Fans

Dazu kommt, dass beide Fanlager nur 7000 Tickets verkaufen durften. Der Großteil der Karten wurde an Sponsoren und in den freien Verkauf gegeben. Somit gingen nur 14.000 von knapp 70.000 Karten an die Fans der Final-Teilnehmer. Frankfurt-Fans, die sich Hoffnung auf eine Final-Teilnahme gemacht haben und Tickets kauften, durften diese nicht weiter verkaufen. Die teuren Karten verfallen also, die UEFA zieht mit der Baku-Vergabe weiteren Unmut auf sich.

Die Befürchtung vor dem Spiel: Das Stadion wird nicht voll, die Stimmung wird durch einige neutrale Fans nicht wirklich gut sein. Das alles hat sich nun bestätigt. Einige Tweets aus dem Stadion zeigen, wie viele freie Plätze das Olympiastadion bei der Eröffnungsshow und dem Anpfiff noch aufweist. Teilweise sind ganze Blöcke in der Arena leer, das wirkt sich natürlich auch auf die Stimmung aus. Auf Twitter schreibt einer von vielen enttäuschten Usern: „Die leeren Sitze beim Europa League Finale in Baku sind schrecklich. Die UEFA sollte sich schämen.“

Europa League Finale: Auch Show vor dem Spiel zieht Unmut auf sich

Die Fan-Wut auf die UEFA zeigt sich auch bei der Eröffnungsshow. Die wurde gnadenlos von den Fans ausgepfiffen und erinnert somit ein bisschen an die Halbzeitshow von Helene Fischer beim DFB-Pokalfinale 2017. Der Versuch, den Fans vor dem Spiel einzuheizen, missglückte komplett, die UEFA ist ein weiteres Mal ins Fettnäpfchen getreten. Auch die Twitter-User machten ihrer Wut Luft. „Verdammt. Können die letzten Zuschauer nicht ein bisschen leiser sein? Dann hört man die Kommandos der Spieler noch besser...“, so ein User. 

Ein anderer fasst das komplette Fiasko zusammen: „Puh, ein paar Minuten in das EL Finale rein geschaut. Stimmung mies, Stadion schrecklich, Tribünen gefühlt irgendwo im Nirgendwo! Kamera schrecklich, gefühlt auf dem Dach! Alles in allem eine traurige Veranstaltung!“ 

Neben den Diskussionen um den Final-Standort wurde allerdings auch Fußball gespielt. Der Live-Ticker zum Spiel zwischen dem FC Arsenal und dem FC Chelsea. 

ta

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