Selbes Schicksal wie Tuchel droht

Klopp-Rauswurf in Liverpool? Böse BVB-Erinnerungen an „verflixte siebte Saison“

Droht Jürgen Klopp in Liverpool wie Tuchel bei Chelsea der Rauswurf? Böse Erinnerungen an die „verflixte siebte Saison in Dortmund“ werden wach.

Liverpool – Auweia! Der Schock saß tief nach der 1:4-Blamage in der Champions League in Neapel. Der FC Liverpool steckt in der Krise. Trainer Jürgen Klopp muss schnell eine Lösung finden. Droht dem Erfolgstrainer gar dasselbe Schicksal wie seinem Dortmunder Nachfolger Thomas Tuchel, der am Dienstag völlig überraschend beim FC Chelsea entlassen wurde? Diese Frage musste sich Klopp nach dem Totalausfall in der Königsklasse gefallen lassen.

Jürgen Klopp
Geboren: 16. Juni 1967 (Alter 55 Jahre), Stuttgart
Position: Trainer
Vertrag beim FC Liverpool: 30.06.2026
Bisherige Vereine: Borussia Dortmund (2008-2015), 1. FSV Mainz 05 (2001-2008)

Jürgen Klopp: Rauswurf in Liverpool droht – nächste Entlassung nach Tuchel-Aus?

Jürgen Klopp lächelte säuerlich, die freche Frage nach seinem Job schien für ihn an Majestätsbeleidigung zu grenzen. Er glaube „nicht wirklich“ an einen überraschenden Rauswurf beim FC Liverpool, wie ihn sein Kollege Thomas Tuchel beim FC Chelsea ereilte, meinte Kloppo schnippisch – und fügte nach einer Kunstpause an: „Aber wer weiß?“

Der FC Liverpool, der im Vorjahr noch im Finale der Champions League stand, legte mit dem 1:4 in Neapel endgültig einen kapitalen Fehlstart hin. Auch in der Premier League hinken die Reds mit nur neun Punkten aus sechs Spielen den hohen Erwartungen hinterher. Doch der Unterschied zwischen Liverpool und Chelsea sei, „dass wir andere Besitzer haben“, betonte Klopp. „Unsere sind geduldiger und erwarten, dass ich die Probleme löse, nicht jemand anderes.“

Jürgen Klopp wehrt sich beim FC Liverpool gegen einen Rauswurf.

Jürgen Klopp: Liverpool-Ende? Böse BVB-Erinnerungen an „verflixte siebte Saison“

Ob Klopp mit seiner Vermutung Recht behält, werden die nächsten Tage und Woche zeigen. Fakt ist: Liverpool muss in den kommenden Spielen ein anderes Gesicht zeigen. „Wir sind in einer schwierigen Phase, kein Zweifel“, gab der 55-Jährige sichtlich getroffen zu, „grundlegende Dinge haben gefehlt, wir waren nicht gut genug, nicht zum ersten Mal.“ Sein ernüchterndes Fazit: „Wir müssen uns neu erfinden.“ Die nächsten Gegner heißen Wolverhampton in der Liga und Ajax Amsterdam in der Champions League. Dann geht es zum FC Chelsea – ohne Tuchel.

Böse Erinnerungen an Klopps letztes Jahr bei Borussia Dortmund werden wach, als der BVB Anfang Februar 2015 Tabellenletzter der Bundesliga war. Die altehrwürdige englische Zeitung Times fühlte sich nach der „Horror-Show“ schon an Klopps „verflixte siebte Saison in Dortmund“ erinnert – die endete bekanntlich mit der Trennung, allerdings am Saisonende. 103 Tage nach der dramatischen Final-Nacht von Paris hätten die Reds wie „Novizen“ in der Königsklasse gewirkt, schrieb der Guardian nach dem „Albtraum“, dem schwächsten Europacup-Auftritt unter Klopp.

Fotostrecke: Die Champions-League-Sieger seit 1992/93 - bekommen Sie noch alle zusammen?

Rudi VOELLER Völler Deutschland Fussballspieler Olympique Marseille jubelt mit dem Europapokal
Champions-League-Sieger der Saison 1992/93: Olympique Marseille. Der deutsche Rudi Völler konnte als einer der ersten Spieler den „neuen“ Pokal in die Höhe recken. 1992 hieß der Wettbewerb zum ersten Mal „Champions League“. © imago sportfotodienst
Paolo Maldini li Dejan Savicevic 2 v li Trainer Fabio Capello 2 v re und Daniele Massaro
Champions-League-Sieger der Saison 1993/94: AC Mailand. Mit einem 4:0 gegen den FC Barcelona setzte sich das Team von Fabio Capello (mit Anzug) durch. Daniele Massaro (rechts) traf sogar doppelt. Für Paolo Maldini (links) sollte es nicht der letzte Titel gewesen sein.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1994/95: Ajax Amsterdam gewinnt im Ernst-Happel-Stadion mit 1:0 gegen Vorjahressieger AC Mailand. Torschütze: Patrick Kluivert.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1995/96: Juventus Turin gewinnt im Elfmeterschießen gegen Titelverteidiger Ajax Amsterdam. Hier links ist Fabrizio Ravanelli, der in der regulären Spielzeit zum 1:0 traf, später glich Jari Litmanen aus.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1996/97: Borussia Dortmund. Die Dortmunder gewinnen im Olympiastadion München mit 3:1, wieder hat der Titelverteidiger das Nachsehen, in dem Fall Juventus Turin. Legendär: das Lupfer-Tor von Lars Ricken.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1997/98: Wieder jubelt ein Deutscher, dieses Mal Jupp Heynckes, als Trainer von Real Madrid. Die Königlichen holen durch ein 1:0 gegen Juventus Turin ihren ersten Titel der Champions League.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1998/99: Manchester United. Die schmerzhaftesten drei Minuten der Fußballgeschichte des FC Bayern. Mitten drin: Teddy Sheringham, der für Tränen auf den deutschen Wangen sorgte. 2:1 gewannen die Red Devils.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 1999/00: Real Madrid. Fernando Morientes, Steve Mcmanaman und Raul sorgen für ein souveränes 3:0 gegen Valencia CF. Die niedergeschlagenen Gegner durften ihr Glück ein Jahr später gleich nochmal probieren ... © imago sportfotodienst
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... und verloren gegen den Champions-League-Sieger der Saison 2000/01: FC Bayern München. Unvergessen die Stimme von Marcel Reif. „Kahn, die Bayern!“ - der Titan war im Elfmeterschießen der Held. Der erste Titel des FCB.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2001/2002: Real Madrid gewinnt im Finale gegen Bayer Leverkusen. Ein Tor wie ein Gemälde erzielte Zinedine Zidane, der nicht nur als Spieler die Champions League gewann.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2002/2003: AC Mailand. Hier im Bild: Andrij Shevchenko verwandelt den entscheidenden Elfmeter gegen Gianluigi Buffon. Juventus Turin abermals im Finale unterlegen. Für den AC Mailand der zweite Erfolg seit 93/94. © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2003/04: FC Porto und die Geburtstunde von Jose Mourinho. Hier im Bild die portugiesische Legende Deco, die später mit dem FC Barcelona einige Erfolge feiern konnte. Im Finale in Gelsenkirchen besiegte Porto AS Monaco.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2004/2005: FC Liverpool. Die Briten gewinnen das bis dato verrückteste Finale und holen einen 0:3-Rückstand gegen AC Mailand auf. Im Elfmeterschießen tanzt sich Jerzy Dudek zur Vereinslegende (hier auf dem Bild über dem Pokal mit Torwarthandschuhen) © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2005/2006: FC Barcelona. Im Finale gegen Arsene Wengers Arsenal London gewinnen die Katalenen mit 2:1. Jens Lehmann sieht früh die Rote Karte. Die Führung durch Sol Campbell kann Barca durch Eto‘o und Belletti drehen.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2006/2007: AC Mailand. Der doppelte Pippo Inzaghi sorgt für den Erfolg gegen FC Liverpool. Die Rache nach der Blamage 2005. Dirk Kuyts Anschlusstreffer kommt in der 89. Minute zu spät.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2007/08: Manchester United. Im Elfmeterschießen rutscht Chelseas John Terry aus, Michael Ballack wird mal wieder Zweiter. Den entscheidenden Elfmeter hält van der Sar gegen Anelka und die Red Devils jubeln.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2008/2009: FC Barcelona. Hier im Bild Thierry Henry, Pep Guardiola mit Haaren und ein unschuldig wirkender Lionel Messi. 2:0 gegen Titelverteidiger Manchester United.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2009/2010: Inter Mailand. Der Herr mit dem Pokal auf dem Kopf ist Javier Zanetti. Der Kapitän durfte sich den neuen Hut nach einem Sieg gegen den FC Bayern München aufsetzen. Diego Milito traf zweimal, Jose Mourinho feiert seinen zweiten CL-Titel.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2010/2011: FC Barcelona. Wie schon 2009 gewinnt Barca gegen Manchester United. Dieses Mal mit 3:1. Pedro, David Villa und Lionel Messi trafen, zwischenzeitlich glich Wayne Rooney aus.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2011/2012: FC Chelsea. Finale Dahoam geht schief. Der über 90 Minuten überlegene FC Bayern bekommt spät den Ausgleich und ist vom Punkt einfach schlechter. Sowohl in der Verlängerung (Arjen Robben) als auch im Elfmeterschießen (Olic, Schweinsteiger) versagen die Nerven. Doch die Trauer war nur von kurzer Zeit, denn ... © imago sportfotodienst
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... der Champions-League-Sieger 2012/2013 hieß FC Bayern München. Die Geister des vergangenen Jahres wurden ausgetrieben. Die Münchner feierten ihr Triple und Arjen Robben oder Bastian Schweinsteiger rehabilitierten sich mit dem 2:1-Triumph über Borussia Dortmund im Wembley.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2013/14: Real Madrid. Im Stadtderby gegen Atletico Madrid gewannen die Königlichen 4:1 nach Verlängerung. Das Tor zum 4:1 bedeutete Cristiano Ronaldo so viel, dass er sogar noch sein Trikot auszog.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2014/2015: FC Barcelona. Im Berliner Olympiastadion krönen sich die Katalanen ein weiteres Mal. Marc-Andre ter Stegen sorgt für die deutsche Note (vorne liegend). Beim 3:1 gegen Juventus waren Ivan Rakitic, Luis Suarez und Neymar erfolgreich, Alvaro Morata glich zwischenzeitlich aus.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2015/2016: Real Madrid. Wieder Stadtderby gegen Atletico, wieder heißt der Sieger Real. Dieses Mal aber „erst“ nach dem Elfmeterschießen. Real begann, traf alles, dann schoss Juanfran an den Pfosten, ehe Cristiano Ronaldo den Deckel drauf machte.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2016/2017: Real Madrid. Im walisischen Cardiff muss Juventus Turin dran glauben. 4:1 werden die Italienier vermöbelt, wobei Mario Mandzukic für die Alte Dame ein Traumtor erzielt. Der Ausgleich nach der Ronaldo-Führung war nicht genug, es legten Casemiro, wieder Ronaldo und Asensio nach.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2017/2018: Real Madrid zum dritten Mal in Folge. Im Spiel gegen Liverpool verletzt sich erst Mo Salah nach einem Foul von Sergio Ramos früh, dann hat Loris Karius Kopfschmerzen und patzt gegen Karim Benzema. Zweimal Gareth Bale (darunter ein Fallrückzieher) war dann zu viel für Klopps Liverpool, die in Person von Sadio Mané sogar den Ausgleich schossen. Doch es dauerte nicht lange, bis Liverpool jubeln konnte ... © imago sportfotodienst
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... als Champions-League-Sieger der Saison 2018/2019: FC Liverpool. Klopp bringt den Pokal nach 2005 wieder in die Stadt. Salah und Origi sorgen für das 2:0 gegen die Tottenham Hotspurs. .jpg © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2019/2020: FC Bayern München. In einem leeren Stadion in Lissabon waren die Münchner unter Hansi Flick wieder erfolgreich. Kingsley Coman köpfte das entscheidende Tor gegen Paris Saint-Germain und füllte damit die Leopoldstraße in München in der warmen Augustnacht.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2020/2021: FC Chelsea. Thomas Tuchel schlägt im Finale Pep Guardiolas Manchester City. Torschütze: Kai Havertz. Ein deutscher Erfolgsabend, bei dem auch Antonio Rüdiger und Timo Werner jubelten, aber dabei auch ihren DFB-Teamkameraden Ilkay Gündogan trösten mussten.  © imago sportfotodienst
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Champions-League-Sieger der Saison 2021/2022: Real Madrid. Wieder gewinnen die Königlichen. In einem völlig irren Spiel gegen Liverpool ist vor allem Torwart Thibeaut Courtois der Held der Madrilenen, der mehrere Großchancen hielt. Das goldene Tor des Tages schoss Vinicius Jr. Toni Kroos ist zum fünften Mal CL-Sieger.  © Frank Augstein / dpa / Picture Alliance

Jürgen Klopp muss in Liverpool liefern – Tuchel flehte am Telefon

Besonders besorgniserregend: Klopps „Mentalitätsmonstern“ fehlte es nach Ansicht des Independent an Spirit. Das Mittelfeld kam nie in Klopps Gegenpressing, die Abwehr um den abermals wackligen Chef Virgil van Dijk und den indisponierten Joe Gomez glich laut Liverpool-Legende Jamie Carragher „einem Trümmerhaufen“. Klub-Ikone Michael Owen meinte: „Es riecht nach einer Saison zum Vergessen.“

Klopp entschuldigte sich bei den mitgereisten Fans für die Blamage und wirkte bisweilen ein wenig ratlos. Seine Jungs wollten ja, betonte er. Warum es dennoch nicht klappe? „Es ist meine Aufgabe, das herauszufinden.“ Am besten schon bis Samstag, wenn die Wolves an die Anfield Road kommen. Klopp will schließlich nicht in dieselbe Lage geraten wie Tuchel, der am Telefon um seinen Job flehte. (ck)

Rubriklistenbild: © Franco Romano/Imago

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