Julia Scharf rechtfertigt sich

Sportschau-Frau moderiert „Fortnite“-Reportage kritisch ab - dann bricht der Shitstorm los

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Muss sich als Sportschau-Moderatorin auch mit Online Games wie „Fortnite“ beschäftigen: Julia Scharf hinterfragt die Präferenzen vieler Jugendlicher.

In der fußballfreien Zeit entdeckt die ARD auch Wettbewerbe wie den „Fortnite“ World Cup für sich. Moderatorin Julia Scharf kann damit nicht viel anfangen – und macht das auch deutlich.

München - Julia Scharf bezeichnet sich selbst als „Randsportfreund“. Die „ARD“-Moderatorin fiebert also nicht nur in Fußballarenen, Tennisstadien oder an Skipisten mit. Bei Wettbewerben wie dem am Wochenende in New York ausgetragenen „Fortnite“ World Cup - also der Weltmeisterschaft in einem besonders bei Jugendlichen beliebten Online-Game - hört für sie der Spaß aber offenbar auf.

Denn einen fünfminütigen Beitrag in der „Sportschau“ über das Turnier vor 18.000 Zuschauern im Arthur Ashe Stadium, in dem im Spätsommer die US Open im Tennis ausgespielt werden, kommentierte die 38-Jährige im „ARD“-Studio mit den Worten: „Kinder, die Tag und Nacht vor dem PC sitzen und sich selbst nicht mehr die Schuhe zubinden können. Jetzt können Sie selbst entscheiden, ob das Sport ist oder nicht.“

Fortnite-Fans lassen Shitstorm auf Sportschau-Moderatorin Scharf (ARD) nieder

Nach diesen Sätzen brach im Internet ein regelrechter Shitstorm über sie herein. Der häufigste Vorwurf: Populismus. Und: Scharf habe sich überhaupt nicht richtig mit dem Game beschäftigt, in dem 100 Spieler auf einer Insel um die Vorherrschaft kämpfen. In New York kassierten der 16-jährige Solo-Sieger aus den USA sowie das im Doppel-Wettbewerb erfolgreiche und ebenfalls minderjährige norwegisch-österreichische Gespann Prämien von jeweils drei Millionen Dollar. Am Start waren auch ein 13-jähriger Deutscher sowie ein 15-jähriger Brite, der von seiner Mutter zugunsten einer großen „Fortnite“-Karriere aus der Schule genommen wurde.

All diese Hintergründe beleuchtete die „ARD“ in dem „Sportschau“-Bericht. Zu Wort kommt auch Dr. Frank Fischer. Der Oberarzt aus Hannover behandelt spielsüchtige Jugendliche und gibt Einblick in einen etwas verstörend anmutenden Arbeitsalltag: „Ich hab' auf meiner Station viele Jugendliche, die wirklich die feste Überzeugung haben, sie werden viel Geld haben, sie werden sehr erfolgreich sein. Die aber eigentlich nicht mehr in der Lage sind, sich Schnürsenkel zuzubinden.“

Fortnite: Sportschau-Moderatorin Scharf will „als Journalist gewisse Dinge hinterfragen“

Auf eben jenen letzten Satz bezog sich auch Scharf, die nun neben dem Shitstorm auch eine Diskussion angeschoben hat, inwiefern Online Games als Sport im eigentlichen Sinne anzusehen sind. In einem Statement auf Twitter verteidigte sich die Sportmoderatorin und betonte: „Ich möchte auf keinen Fall die Leistungen der Teilnehmer schmälern. Aber ich finde, als Journalist darf man schon gewisse Dinge hinterfragen.“

Auch dem Vorwurf, sie hätte doch gar keinen wirklichen Einblick in Games wie „Fortnite“ und könne sich daher gar kein fundiertes Urteil erlauben, entgegnete sie deutlich: „Wovon ich auf jeden Fall Ahnung habe, ist Sport. Weil ich Sportwissenschaften studiert habe und ich habe mich mit sehr sehr vielen Facetten des Sports sehr lange und sehr tiefgehend befasse. Genau deshalb darf man es in Frage stellen, ob wir das ohne Einschränkung als Sport bezeichnen oder auch nicht.“

Lesen Sie auch: Sportschau kündigt Änderung bei Fußball-Highlights an - das wird künftig gezeigt

Fortnite: Scharf kommentiert Bericht über Prinz Harrys Ablehnung von Online Games

Ihre Meinung zu „Fortnite“ und Co. verdeutlichte Scharf übrigens schon vor der Sendung. Denn auf Twitter kommentierte sie einen Beitrag, in dem Prinz Harrys deutliche Ablehnung von derartigen Online Games thematisiert wird. Ihre Replik lautet: „Ich bin jetzt ein großer Fan von Prinz Harry. Halte nichts davon, auf jeder Welle unkritisch mitzuschwimmen.“

Zum zweiten Geburtstag wurde „Fortnite“ mit einem umfangreichen Update erweitert.

Bei der Poker-WM hat sich ein Deutscher den Titel und zehn Millionen Dollar Siegprämie gesichert. Am Rande der Schwimm-WM in Südkorea ist es zu einem Zwischenfall in einem Nachtklub gekommen.

mg

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