Ex Lilly reagiert ebenfalls

Boris Becker muss ins Gefängnis: Djokovic „erschüttert“ – Zverev richtet Wünsche an Tennis-Legende

Boris Becker wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Seine Ex Lilly und Tochter Anna zeigten sich schockiert über das Urteil. Auch Alexander Zverev reagiert.

Update vom 1. Mai, 19.21 Uhr: Novak Djokovic, der aktuell Führende der Tennis-Weltrangliste, hat sich bestürzt über die Haftstrafe gegen seinen früheren Trainer Boris Becker gezeigt. Er sei „erschüttert“, sagte der Serbe am Sonntag vor Journalisten in Madrid. Becker war zwischen 2013 und 2016 rund drei Jahre Djokovics Trainer.

Der 34-Jährige sagte, er wolle das Urteil nicht bewerten, betonte aber: „Es hat mir das Herz gebrochen. Er ist ein langjähriger Freund, er war drei Jahre lang mein Trainer, er ist jemand, der mir nahe steht und der viel zu meinem Erfolg beigetragen hat.“ Djokovic erklärte, er hoffe, dass Becker die Haftstrafe „ohne Folgen für seine psychische Gesundheit übersteht und sein Leben wieder aufnehmen kann.“

Boris Becker war rund drei Jahre Novak Djokovics Trainer. (Archivbild)

Boris Becker muss ins Gefängnis: Alexander Zverev richtet Wünsche an Tennis-Legende

Update vom 1. Mai, 08.09 Uhr: Boris Becker muss ins Gefängnis. Die deutsche Tennis-Legende erhält nach seiner Verurteilung viel Zuspruch. „Für den Menschen Boris tut es mir leid“, sagte etwa der frühere Fußballmanager Reiner Calmund in der „Bild“. „Boris hat die härtesten Matches überstanden. Ich wünsche ihm, dass er auch diese Zeit meistert.“ Der Deutsche Tennis Bund (DTB) will weiter zu dem dreimaligen Wimbledon-Sieger halten: „Wir nehmen das Urteil mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis und wünschen ihm alles Gute für die nächste Zeit“, sagte Verbandspräsident Dietloff von Arnim am Freitag in München. „Wir stehen an seiner Seite.“

Zuvor war Becker von einem Gericht in London wegen mehrerer Insolvenzstraftaten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Davon muss der 54-Jährige die Hälfte absitzen, bevor er den Rest auf Bewährung in Freiheit verbringen darf, wie Richterin Deborah Taylor am Southwark Crown Court entschied. Becker wurde am Freitag umgehend in Gewahrsam genommen. Er hat nun 28 Tage Zeit, um gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

Boris Becker: Reaktionen zur Verurteilung

Wir haben weitere Reaktionen aus Deutschland zusammengefasst:

  • „Boris Becker war unser aller Idol. Egal, ob man mit Tennis etwas anfangen konnte oder nicht, hat man sich damit beschäftigt. Er wurde regelrecht in den Himmel gehoben - und nun der Absturz ins Unendliche.“ - Modedesigner Harald Glööckler in der „Bild“.
  • „Boris Becker ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der deutschen Tennisfamilie. Seine Verdienste sind und bleiben einzigartig.“ - DTB-Präsident Dietloff von Arnim.
  • „Er hat Tennis-Deutschland zu Tennis-Deutschland gemacht mit seiner Leistung.“ - Tennisspieler Oscar Otte
  • „Boris war und ist sehr wichtig für das deutsche Tennis. Das ist traurig zu hören. Ich wünsche ihm das Beste.“ - Tennisspieler Alexander Zverev gegenüber „t-online“.
  • „Rechtsstaatlich richtig und konsequent. Sportgeschichtlich eine Tragödie.“ - Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne)
Zwei der wichtigsten Namen im deutschen Tennis: Alexander Zverev (l.) und Boris Becker - ein Bild aus dem Jahr 2020.

„Er hat niemanden umgebracht“: Lilly Becker schockiert von Strafe für Boris

Erstmeldung vom 30. April, 12.12 Uhr: London - Die Strafe für den dreimaligen Wimbledon-Sieger hatte sich abgezeichnet und dennoch schockierte die Verkündung des Strafmaßes am Freitagnachmittag durch die zuständige Richterin in London weite Teile der Bundesrepublik: Boris Becker muss ins Gefängnis. Der 54-Jährige wurde wegen mehreren Straftaten in Zusammenhang mit seinem Insolvenzverfahren zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Mindestens die Hälfte davon muss der ehemalige Tennis-Star hinter Gittern absetzten, ehe er auf Bewährung freikommen könnte. Zwar hat Becker noch die Möglichkeit, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen, wurde jedoch von der britischen Justiz bereits in Gewahrsam genommen.

Boris Becker wurde vom Southwark Crown Court in London zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Boris Becker: Ehefrau Lilly Becker von Gefängnisstrafe schockiert

Neben Fans und Anhängern des sechsfachen Grand-Slam-Champions haben sich auch zahlreiche Weggefährten von Becker nach dem Urteil zu Wort gemeldet. Darunter auch Lilly Becker, mit der der 54-Jährige seit 2009 verheiratet ist. Lilly Becker, die seit der Trennung des Paares im Jahr 2018 getrennt von Boris Becker lebt, zeigte sich im Interview mit dem RTL-Format „Exklusiv Weekend“ überrascht von der Schärfe des Urteils.

„Er hat niemanden umgebracht“, erklärte die 45-Jährige mit Blick auf das Strafmaß. Die Patchwork-Familie des ehemaligen Tennis-Stars würde jedoch weiterhin voll hinter ihm stehen.  „Es ist wichtig, dass jede Person weiß, dass wir, Amadeus, Noah, Elias, Barbara, seine Freundin Liliana, wir stehen alle hinter Boris“, so Lilly Becker weiter.

Lilly Becker (hier bei der Aufzeichnung einer TV-Show im Jahr 2017) zeigte sich schockiert von der Haftstrafe gegen Boris Becker.

Haftstrafe für Boris Becker: Tochter Anna Ermakova - „Ich bin wirklich in einem Schock“

Auch Boris Beckers Tochter Anna Ermakova, die aus einer kurzen Beziehung mit Angela Ermakova entsprang, zeigte sich sichtlich schockiert von der Gefängnisstrafe ihres Vaters. „Ich bin wirklich in einem Schock, dass mein Vater zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden ist“, erklärte die 22-Jährige gegenüber der Bild.  „Ich habe geholfen, so gut ich konnte. Ich habe dem Gericht einen Brief geschrieben, um meine Sorgen um meinen kleinen Halbbruder Amadeus auszudrücken. Er ist doch erst zwölf, wird nun auf eine Vaterfigur verzichten müssen, die ihm in einer schwierigen Phase seiner Entwicklung fehlen wird. Es ist nicht fair ihm gegenüber. Es wird hart für Amadeus sein“, so Ermakowa weiter.

Doch genau wie die Mutter ihres Halbbruders steht Anna Ermakowa weiter hinter Boris Becker und will ihren Vater auch in seiner schwersten Zeit unterstützen. Sie wolle ihn unter anderem so oft sie kann im Gefängnis besuchen und ihm so dabei helfen, die Zeit zu überstehen.

Boris Becker soll nach seiner Insolvenz im Jahre 2017 noch größere Geldbeträge überwiesen haben und in anderen Bereichen seiner Informationspflicht nicht nachgekommen sein. Dafür würde der 54-Jährige in vier von 24 Anklagepunkten schuldig gesprochen. (fd)

Rubriklistenbild: © Darren England/dpa

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