2. Liga

Begeisterung in Bochum und Fürth - Enttäuschung in Kiel

Zweitliga-Meister
1 von 9
Der VfL Bochum kehrt als Zweitliga-Meister in die Bundesliga zurück.
Zweiter Aufsteiger
2 von 9
Greuther Fürth drehte noch das Spiel gegen Düsseldorf und steigt direkt in die Bundesliga auf.
Darmstädter Spielverderber
3 von 9
Darmstadt 98 siegte in Kiel und verhinderte den direkten Holstein-Aufstieg.
Club-Sieg
4 von 9
Nürnbergs Erik Shuranov (r) steuerte zwei Treffer zum Club-Sieg in Hannover bei.
Heidenheim-Abschied
5 von 9
Selbst von KSC-Coach Christian Eichner erhielt Heidenheim-Legende Marc Schnatterer (r) zum Abschied ein Geschenk.
Punkt zum Abschied
6 von 9
Die Würzburger Kickers verabschiedeten sich zumindest mit einem Punkt gegen Paderborn aus der 2. Liga.
Jahn-Dreier
7 von 9
Jahn Regensburg beendete mit einem Sieg gegen St. Pauli die Saison.
Bengalos im Wald
8 von 9
Aues Fans zünden in einem Waldstück neben dem Stadion Bengalos.
HSV-Heimsieg
9 von 9
Der HSV beendete die Saison mit einem Heimsieg gegen Braunschweig.

Der VfL Bochum ist nach elf langen Jahren wieder zurück in der Fußball-Bundesliga, auch für Greuther Fürth gibt es ein Happy End. Am letzten Spieltag der zweiten Liga verspielt Holstein Kiel dagegen den direkten Aufsteig und geht in die Relegation. Braunschweig steigt ab.

Düsseldorf (dpa) - Grenzenloser Jubel im Revier und im Frankenland, große Enttäuschung an der Ostseeküste nach einem dramatischen Aufstiegskampf.

Der VfL Bochum ist seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat mit dem 3:1 gegen den SV Sandhausen nach elf Jahren die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. „Es ist einfach unbeschreiblich, wieder erste Liga zu spielen“, sagte VfL-Torjäger Simon Zoller bei Sky.

In der Bundesliga hat der Traditionsclub aus dem Revier bereits 38 Jahre verbracht. Den zweiten direkten Aufstieg der Geschichte nach 2012 hat die SpVgg Greuther Fürth noch im letzten Moment geschafft. Die Franken kamen am Sonntag trotz zweimaligen Rückstands gegen Fortuna Düsseldorf noch zu einem 3:2-Sieg, der am Ende zum Aufstieg reichte. „Was die Jungs geleistet haben - da habe ich keine Worte für“, sagte der mit Bier getränkte Fürther Coach Stefan Leitl nach Spielende.

Der bisherige Tabellenzweite Holstein Kiel hingegen zeigte im eigenen Stadion Nerven und musste sich dem SV Darmstadt 98, für den Torschützenkönig Serdar Dursun zweimal traf, mit 2:3 geschlagen geben. Die Kieler gehen nun in die nächste Runde, um als erster Club Schleswig-Holsteins doch noch die Fußball-Bundesliga zu erreichen. Als Tabellendritter müssen sie in die Relegation und treten dort am Mittwoch (18.30 Uhr/DAZN) beim 1. FC Köln an. Das Rückspiel im Holstein-Stadion findet am nächsten Samstag (18.00 Uhr/DAZN) statt. „Natürlich sind wir jetzt enttäuscht, was natürlich Wahnsinn ist, wenn man als Holstein Kiel Dritter wird“, meinte Kiels Trainer Ole Werner. Und Manager Uwe Stöver befand: „Es wird brutal wichtig sein, jetzt in die Köpfe der Spieler zu kommen.“

Für die mit größeren Personalsorgen angetretenen Bochumer traf Milos Pantovic (29.) mit einem Kopfball zum wichtigen Führungstreffer, doch Sandhausen kam durch Kevin Behrens (60.) zum Ausgleich, ehe Anthony Losilla (78.) und Robert Zulj (87.) für den 3:1 Erfolg sorgten. „Heute wird keiner mehr schlafen. Wir machen nur Party und geben Vollgas“, kündigte Mittelfeldspieler Gerrit Holtmann anschließend an. Vor dem VfL-Stadion hatten zahlreiche Anhänger mitgefiebert. Immer wieder forderte die Polizei die Fans auf, Abstände einzuhalten. Schließlich musste zu den Feierlichkeiten nach Spielende gar die Castroper Straße abgesperrt werden.

Auch in Franken feierten die Fans am Stadion. Der Tabellendritte Fürth lag gegen Fortuna Düsseldorf bereits mit 0:1 und 1:2 zurück und spielte zudem nach dem Platzverweis für Anton Stach fast eine Halbzeit in Unterzahl. Julian Green gelang in der 69. Minute das 2:2, Dickson Abiama erzielte sogar noch den Siegtreffer für die Gastgeber (83.). Damit zogen die Franken mit 64 Punkten noch an Kiel (62) vorbei auf Rang zwei. „Sensationell, was sie in der zweiten Halbzeit geleistet haben“, sagte Leitl, bei dem noch nicht sicher ist, ob er trotz des Aufstiegs bleibt. „Ich muss jetzt erstmal die Emotionen sacken lassen. Die Saison hat brutal viel Kraft gekostet.“

Im Abstiegskampf muss neben den Würzburger Kickers auch der zweite Aufsteiger Eintracht Braunschweig gleich wieder zurück in die 3. Liga. Der deutsche Meister von 1967 unterlag im Nordderby dem Hamburger SV durch Treffer von Sonny Kittel (7./21.), Robin Meißner (45.) und Simon Terodde (78.) mit 0:4 und blieb damit auf Rang 17. Für den HSV reichte es im dritten Zweitliga-Jahr zum dritten Mal nur zu Platz vier.

Der VfL Osnabrück ist nach dem 1:2 bei Erzgebirge Aue auf dem Relegationsplatz geblieben und muss sich zum vierten Mal nach 2009, 2011 und 2013 in einer Relegationsrunde zur 2. Bundesliga bewähren. Allerdings gingen die drei bisherigen Versuche - einmal als Drittligist, zweimal als Zweitligist - allesamt schief. Die Niedersachsen treten am Donnerstag (18.15 Uhr/ZDF) im Hinspiel beim FC Ingolstadt an. Das Rückspiel findet am darauffolgenden Sonntag (13.30 Uhr/ZDF) statt.

© dpa-infocom, dpa:210523-99-714654/5

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner

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