Biedermann hakt Schwimm-WM ab

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Paul Biedermann sieht für sich keine reellen Chancen bei der WM.

Wuppertal - Überraschend kam die WM-Absage nicht mehr. Training also statt Titelverteidigung bei der Kurzbahn-WM. Paul Biedermann sieht sich in Doha ohne echte Medaillenchance.

Paul Biedermann kam schnell auf den Punkt. Es dauerte nur zehn Sekunden, bis der Noch-Weltmeister nach dem Ende seiner nationalen Siegesserie bei der Kurzbahn-DM in von Wuppertal den erwarteten Satz in Mikrofone sprach und Blöcke diktierte: „Ich werde nicht bei der WM starten.“

Lächelnd gratulierte der 28-Jährige dem über 400 Meter Freistil um eine Zehntelsekunde schnelleren Sieger Clemens Rapp zum "tollen Rennen". Statt seinen Titel bei der WM vom 3. bis 7. Dezember in Doha/Katar zu verteidigen, wird Biedermann also im heimischen Halle/Saale seinen Trainingsrückstand aufholen, "damit ich im Hinblick auf die Langbahn-WM 2015 auch konkurrenzfähig bin".

3:39,60 Minuten bedeuteten zwar persönliche Saisonbestzeit, aber auch nur gerade einmal Platz acht der Weltjahresbestenliste. Das war zu wenig, um Biedermanns eigentlich feststehenden Entschluss zur WM-Absage noch einmal infrage zu stellen und bei der WM auf mehr als nur die Endlaufteilnahme zu hoffen. "Das hat nichts damit zu tun, dass ich jetzt Zweiter geworden bin, dass ich Doha absage - das geisterte schon vorher im Kopf rum", erklärte der 28-Jährige und stellte nüchtern fest: "Das reicht jetzt nicht."

"Das war sein derzeitiges Maximum", urteilte Heimcoach Frank Embacher, der endlich mal wieder ohne Unterbrechung mit seinem langjährigen Schüler trainieren will. "Er kann sich einen unruhigen Jahresaufbau nicht leisten. Paul hat schmerzlich erfahren, dass es über 200 und 400 Meter international vorwärtsgeht."

Die Vorgeschichte der ersten Niederlage auf der Kurzbahn über 400 Meter seit zehn Jahren gegen einen nationalen Konkurrenten passte zu Biedermanns Schwimmjahr 2014. Und so fiel dessen Bilanz "irgendwie durchwachsen" aus. "Leider wurde ich immer wieder von Krankheiten geschwächt und zurückgeworfen. Ich konnte mich dann immer einigermaßen zurückkämpfen im Hinblick auf die EM zu Hause. Das gibt Mut", analysierte der Olympia-Fünfte. Und er weiß: "Jetzt muss hartes Training kommen."

Bereits auf die WM 2013 in Barcelona musste Biedermann verzichten und schenkte sich vor einem Jahr auch die Kurzbahn-EM. Nach einer Pause von fast einem Jahr machten die Zeiten Hoffnung auf die Heim-EM, doch kurz vor Berlin warfen ihn Krankheiten wieder zurück. Dann verpasste er im August überraschend das Finale über 400 Meter Freistil, wurde über die halbe Distanz geschlagen. Immerhin führte er im Berliner Velodrom die Freistil-Staffel zum umjubelten Sieg.

Die Kurzbahn-WM in Katar will Biedermann nur nebenbei verfolgen. "Vielleicht im Liveticker die Ergebnisse. Hoffentlich habe ich gar keine Zeit, das anzugucken, weil ich so hart trainiere", sagte er lächelnd. Im Herbst seiner Karriere hat für ihn das neue Schwimmjahr schon Ende November begonnen.

dpa

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