2. Philharmonisches Konzert

Zwischen Wiener Klassik und Romantik

Das 2. Philharmonische Konzert der Bergischen Symphoniker im voll besetzten großen Konzertsaal war kürzer als gewohnt.

Von Wolfgang Günther

„Wir verzichten wegen Corona auf die Pause“, erklärte Gastdirigent Andreas Spering dem Publikum. Ungeachtet der Kürze bot das Konzert eine erfreuliche Vielseitigkeit, zumal die gebotenen Werke selten aufgeführt werden.

Das gilt sicher für die Ouvertüre zum Bühnenwerk „Athalia“, komponiert von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Drama um die biblische Geschichte von Athalia, der Tochter des Königs Ahab von Israel stammt aus der Feder des Franzosen Jean Racine. Nach der ersten Aufführung Ende des Jahres 1845 verschwand das Drama schnell in der Versenkung, die Schauspielmusik blieb aber erhalten.

Das spannende musikalische Vorspiel erfreute dann auch im Konzertsaal mit blühender Romantik, abgewechselt von musikalischen Interpretationen der stürmischen Natur. Die Reise in die Wiener Klassik führte erst zu Wolfgang Amadeus Mozart. Etwa 50 Konzertarien komponierte der Salzburger, die meisten davon für Frauenstimmen. Die belgische Sopranistin Sophie Karthäuser gilt als führende Interpretin der Musik von Mozart, sie sang zwei seiner großen Konzertarien. Bei ihrer Interpretation der Klage der verlassenen Geliebten „Basta vincesti -Ah! Non lasciarmi“ begeisterte sie mit großer Stimme und viel Gefühl. Aber gleich darauf war die Trauer verschwunden, in der Arie „Alma grande e nobil core“, konnte die Sopranistin nicht nur mit ihren Koloraturen glänzen, sondern erfreute auch. Die Erinnerung an den Part der Susanna in Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“ lag nahe.

Eine Dissonanz stellt die Tradition in Frage

Ob sich wohl Mozart und Beethoven jemals in Wien begegnet sind? Die Geschichtsschreibung lehnt das ab, beide Komponisten hatten aber Joseph Haydn zum Vorbild. Beethovens erste Sinfonie, uraufgeführt am 1. April 1800 erinnert in der Instrumentation anfangs auch an die Werke von Mozart und Haydn. Aber schnell ließ ein neuer Ton die Zuhörer zu Anfang des Jahrhunderts aufhorchen. Beethoven beginnt seine Sinfonie mit einer Dissonanz, und stellt damit die Tradition in Frage.

Andreas Spering leitete die Bergischen Symphoniker in allen vier Sätzen dieser Sinfonie sicher, und ließ den Spannungsbogen nie abreißen. Der langanhaltende Beifall für Orchester, Dirigenten und Solistin war zugleich ein Ausdruck der Dankbarkeit dafür, endlich wieder beim Auftritt unseres Orchesters im Konzertsaal dabei sein zu können.

Das 3. Philharmonische Konzert der Bergischen Symphoniker am 26. Oktober im Theater und Konzerthaus steht wieder unter Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Huppert

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