Theologen laden im ST zur Andacht ein

Zwischen Wehmut und Zauber: Vertraut den neuen Wegen

Ein neuer Lebensabschnitt ist immer spannend – manchmal bereitet das Betreten aber auch Sorge. Fotos: Christian Beier/Stefan Ziegenbalg
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Ein neuer Lebensabschnitt ist immer spannend – manchmal bereitet das Betreten aber auch Sorge.

Heute die evangelische Pfarrerin Kristina Ziegenbalg.

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

„Hurra, ich bin ein Schulkind! - mit einem Strahlen im Gesicht und der bunten Schultüte im Arm hüpfte gestern mein Nachbarskind an Papas Hand zu seinem ersten Schultag. Ein neuer Lebensabschnitt – für Eltern fast genauso aufregend wie für die Kinder.

Das gilt für den ersten Schultag genauso wie für den Beginn im Kindergarten, den Wechsel auf die weiterführende Schule, den Start in die Ausbildung oder das Studium. Bei uns Erwachsenen mischt sich da manchmal auch Sorge in die Gedanken. „Wie wird das werden?“ „Wird mein Kind sich eingewöhnen, erfolgreich sein, glücklich?“ – Vielleicht blickt man auch wehmütig zurück auf den Abschnitt der Kindheit, der jetzt zu Ende geht.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne? Ja, aber nicht alle Neuanfänge sind so zauberhaft. Ich denke an Gabi, die durch das Hochwasser auch ihren liebevoll angelegten Garten verloren hat. Sträucher und Pflanzen liegen ausgerissen da, Obst und Gemüse ist ungenießbar geworden durch den Schlamm, der alles mehrere Zentimeter hoch bedeckt.

Da ist erstmal viel Traurigkeit und da muss Zeit für Tränen sein. Auch das gehört zu einem Abschied: erstmal aushalten, dass da etwas beendet ist oder beendet wurde. Nur wenn wir gut Abschied nehmen, können wir wieder den Blick auf den Neuanfang richten. „Mein Garten ist jetzt wie ein weißes Stück Papier, vor dem man erstmal ratlos steht“, sagt Gabi. Hoffentlich bald, wenn die Kraft dazu wieder da ist, dann kommt die Zeit, in der wieder neu geplant und gestaltet wird, da ist sie sich sicher.

Eine ihrer Kraftquellen ist die Bibel und die Gemeinschaft, die auf Gottes Fürsorge vertraut, andere Menschen, die zuhören, da sind, mit ihr nach vorne schauen, ihr Mut machen. „Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen“ – so hören wir Gott durch den Propheten Jesaja.

Auf die Blickrichtung kommt es an. Christinnen und Christen richten sich nach einem Abschied ganz auf die Zukunft aus – wie das frischgebackene Schulkind, voller Vertrauen und Vorfreude auf das, was kommt: neue Erfahrungen, Raum zum Gestalten, Chancen und Möglichkeiten, gute Begegnungen, Lachen und froh sein.

„Vertraut den neuen Wegen“, heißt es deshalb in einem Lied, das wir gerne zum Schluss unserer Gottesdienste singen „. . . wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“

Bleiben Sie behütet!

Pfarrerin Kristina Ziegenbalg

Zur Person

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Kristina Ziegenbalg, Pfarrerin in Widdert, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, mag Neuanfänge und Aufbrüche und sucht mit ihrem Team nach Möglichkeiten einer modernen Kirche von morgen.

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